Von Kai Hartwig
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Julia Hanigk
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Stirbt ein Papst, muss der Fischerring des Pontifex zerstört werden. Es handelt sich um eine alte Tradition, die zwei wichtige Dinge sicherstellt.
Rom – Der Tod des Oberhaupts der katholischen Kirche hat zahlreiche Prozesse in Gang gesetzt. Darunter fällt die Beerdigung von Papst Franziskus . Und auch die Wahl seines Nachfolgers während des Konklaves . Zudem zählt zu den gängigen Ritualen die Zerstörung des Siegelrings des Papstes – dem Fischerring.
Fischerring des Papstes – eines der zentralen Insignien des Oberhaupts der katholischen Kirche Nach dem Ableben von Papst Franziskus sind bestimmte Rituale zu beachten : Der Camerlengo, also der Kardinalkämmerer, muss gemeinsam mit den Ärzten den Tod offiziell bestätigen . Anschließend werden sowohl das Arbeitszimmer als auch die privaten Gemächer versiegelt. Traditionell wird dem verstorbenen Papst der Siegelring von der Hand genommen und zerstört.
Der sogenannte Fischerring, eine bedeutende Insigne des Papstes, zeigt traditionell das Bild eines Fisches. Dies ehrt den heiligen Petrus, den ersten Papst und Fischer, der oft beim Auswerfen des Netzes dargestellt wird. Der Ring bezieht sich auf das Matthäusevangelium, in dem Jesus die fischenden Brüder Andreas und Petrus anspricht: „Folget mir nach. Ich will euch zu Menschenfischern machen“, so das Bistum Essen. Viele Jahrhunderte diente der Ring auch dazu, offizielle Dokumente zu versiegeln und deren Echtheit zu bestätigen, wie catholicus.eu erklärt.
Der Fischerring zählt zu den wichtigsten Insignien des Papstes.
© Michael Kappeler/dpa
Jeder Papst erhält einen eigens angefertigten Siegelring, der seinen eingravierten Namen trägt. Üblicherweise wird der Ring aus Gold gefertigt, wie bei Papst Benedikt XVI. und Johannes Paul II. Papst Franziskus hingegen entschied sich für Bescheidenheit und wählte einen silbernen Ring mit Vergoldung, der nicht speziell für ihn hergestellt wurde, sondern aus einer Auswahl stammte, wie katholisch.de berichtet. Diese Wahl unterstrich seine Selbstbezeichnung als Papst der Armen, ähnlich wie seine Beerdigung in einem Holzsarg.
Fischerring wird nach Tod von Papst Franziskus durch Generalkongregationen zerstört Nach dem Tod des Papstes wird der Fischerring vernichtet. Dieser Vorgang ist laut katholisch.de in Artikel 13 der Ordnung für die Sedisvakanz und Papstwahl, der Apostolischen Konstitution Universi Dominici gregis, festgelegt. Die Generalkongregationen haben die Aufgabe: „Sie sollen dafür sorgen, dass der Fischerring und das Bleisiegel, mit denen die Apostolischen Schreiben versehen werden, vernichtet werden.“
Laut newsweek.com markiert die Zerstörung des Rings das Ende des Pontifikats und signalisiert, dass die Autorität von Papst Franziskus erlischt, wodurch der Weg für einen neuen Papst frei wird. Zudem verhindert die Vernichtung des Rings Missbrauch, da ein Betrüger sich nicht als Papst ausgeben oder Dokumente fälschen könnte. Heute wird der Ring nicht mehr als Siegel verwendet. Die Zerstörung erfolgt durch den Camerlengo, den Kardinalskämmerer, unter Aufsicht der höchsten kirchlichen Würdenträger.
Chemietechniker, Türsteher, Hausmeister: Eine Krankheit brachte Papst Franziskus zur Kirche Das Konklave im Vatikan hat 2013 den Argentinier Jorge Mario Bergoglio (76) zum Papst gewählt. Der Weg bis dahin war lang. © dpa/AP Die Eltern des Papstes sind Regina Maria Sivori and Mario Jose Bergoglio. Das Hochzeitsfoto stammt aus dem Jahr 1935. Ein Jahr später wurde Bergoglio geboren. © AP/dpa Mario Jose Bergoglio (Mitte) mit seinen Eltern, Juan und Magarita Vasallo in Buenos Aires (Foto undatiert). © AP/dpa Bergoglio (rechts, zusammen mit zwei Klassenkameraden) ging in den frühen 50er-Jahren in eine Schule in Buenos Aires. © AP/dpa Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I. Hier posiert er (hintere Reihe, 2. v. l.) mit seiner Familie. (Foto undatiert) © AP/dpa Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I. In diesem Gebäude in Buenos Aires, einst eine technische Schule, machte Bergoglio seinen Abschluss als Chemietechniker. Davor arbeitete er eine lange Zeit als Türsteher und Hausmeister. © AP/dpa Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I. Nach einer schweren Krankheit fühlte er sich 1958 dazu inspiriert, dem Jesuitenorden beizutreten. 1969 wurde Bergoglio zum Priester geweiht. Von 1973 (wie hier auf dem Foto) bis 1979 war er Provinzoberer der Jesuiten in Argentinien. © AP/dpa Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus Bereits als Priester leitete Bergoglio (r., Foto aus dem Jahr 1973) viele Messen. © ap/dpa Das Archivfoto vom 06.04.2005 zeigt Kardinal Jorge Mario Bergoglio, Bischof von Buenos Aires (Argentinien). Er ist heute Papst Franziskus 1998 wurde Bergoglio zum Erzbischof von Buenos Aires. (Foto von 2005) © epa efe Telam/dpa Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I. Diesen Slum von Buenos Aires besuchte Bergoglio zu seiner Zeit als Erzbischof oft. © AP/dpa Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus Papst Johannes Paul II. ernannte Bergoglio 2001 zum Kardinal. Er leitete die argentinische Kirche während der Unruhen im Dezember 2001 in Argentinien. © ap/dpa Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I. Bergoglio war Anhänger des Fußballteams von San Lorenzo de Almagro. (Foto aus dem Jahr 2011) © AP/dpa Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I. Bergoglio war auch Mitglied des Fanclubs. © AP/dpa Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I. Die einstige Präsidentin Argentiniens, Cristina Fernandez, soll ein eher kühles Verhältnis zu Papst Franziskus gehabt haben. (Foto aus dem Jahr 2008) © AP/dpa Papst Benedikt Papst Franziskus (Archivbild) Papst Benedikt XVI. bei einem Treffen mit Kardinal Bergoglio im Jahre 2007. © AP/dpa Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I. Erzbischof Bergoglio bei einer Messe für Drogenabhängige und Arme aus dem Jahr 2008. © dpa Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I. Kardinal Bergoglio beim Heiligen Abendmahl (Foto aus dem Jahr 2009). © AP/dpa Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I. Kardinal Bergoglio bei einer Messe (Foto aus dem Jahr 2009). © AP/dpa Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I. Kardinal Bergoglio einen Tag vor Beginn des Konklaves, bei dem er zum neuen Papst gewählt wurde. © dpa Das Konklave im Vatikan hat den Argentinier Jorge Mario Bergoglio (76) zum Papst gewählt. Der Argentinier hat sich den Namen Franziskus gegeben. Er folgt auf den zurückgetretenen und emeritierten Papst Benedikt XVI. (85). Nach dem Rücktritt von Papst Benedikt XVI. am 28. Februar 2013 wählte ein päpstliches Konklave am 13. März Bergoglio zu seinem Nachfolger. © dpa/AP Das Konklave im Vatikan hat den Argentinier Jorge Mario Bergoglio (76) zum Papst gewählt. Der Argentinier hat sich den Namen Franziskus gegeben. Er folgt auf den zurückgetretenen und emeritierten Papst Benedikt XVI. (85). Am 15. März 2013 rief Franziskus das Kardinalskollegium im Apostolischen Palast mit „Liebe Brüder, los!“ zur brüderlichen, geeinten Verkündigung des Evangeliums auf: „Die christliche Wahrheit ist anziehend und gewinnend, denn sie antwortet auf die tiefen Bedürfnisse des menschlichen Daseins.“ © dpa/AP Das Konklave im Vatikan hat den Argentinier Jorge Mario Bergoglio (76) zum Papst gewählt. Der Argentinier hat sich den Namen Franziskus gegeben. Er folgt auf den zurückgetretenen und emeritierten Papst Benedikt XVI. (85). Laut Vatikan haben 150.000 bis 200.000 Menschen an der Messe zur Amtseinführung teilgenommen. Nicht alle passten auf dem Petersplatz, auch auf den angrenzenden Straßen wurde gefeiert. © dpa/AP Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I. Als Papst nannte er sich Franziskus – nach dem Heiligen Franz von Assisi. © AP/dpa Bild zeigt Papst Franziskus (links) und Papst Benedikt XVI. (rechts) bei einem Treffen am 23.02.2013 in Castel Gandolfo Am 23. März 2013 traf sich Franziskus (links) privat mit Benedikt XVI. (rechts) in Castel Gandolfo. Gesprächsinhalte gaben sie nicht bekannt. Ein solches Päpstetreffen hatte es seit über 700 Jahren nicht gegeben. © Osservatore Romano/Handout/dpa Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I. Die Volksnähe hatte er sich bewahrt: Bergoglio trank Mate, das Nationalgetränk Argentiniens. (Foto aus dem Jahr 2013) © AP/dpa Papst Franziskus steigt bei seiner Ankunft am Yangon International Airport in Yangon, Myanmar, am 27.11.2017 aus dem Flugzeug Im November 2017 besuchte er Myanmar und betonte die Bedeutung des Friedens und der Versöhnung. © Andrew Medichini/dpa Dieses von Ministry of Presidential Affairs zur Verfügung gestellte Bild zeigt Papst Franziskus (l) und Scheich Ahmed al-Tajjib, Großimam der Al-Azhar-Universität in Kairo, nach der Unterzeichnung einer gemeinsamen Erklärung. Aufnahmedatum: 04.02.2019 2019 wurde von Papst Franziskus (links) und Sheikh Ahmed el-Tayeb (rechts), dem Scheich der Azar-Universität und damit einem der angesehensten Vertreter des sunnitischen Islam, das „Dokument über die Brüderlichkeit aller Menschen für ein friedliches Zusammenleben in der Welt“ unterzeichnet. © Eissa Al Hammadi/dpa Papst Franziskus (M) besucht am Karfreitag Bedürftige und Gesundheitspersonal im Corona-Impfzentrum des Vatikans, Aufnahmedatum: 02.04.2022 Papst Franziskus besuchte am Karfreitag 2022 Bedürftige und Gesundheitspersonal im Corona-Impfzentrum des Vatikans. © dpa Papst Franziskus nimmt an einem gemeinsamen Gebet mit Christen im Kolosseum in Rom teil, das den Abschluss der internationalen Friedenskonferenz "Cry for Peace" bildet, die von der Gemeinschaft Sant‘Egidio organisiert worden ist, Aufnahmedatum: 25.10.2022 2022 nahm Papst Franziskus an einem gemeinsamen Gebet mit Christen im Kolosseum in Rom teil, das den Abschluss der internationalen Friedenskonferenz »Cry for Peace« bildete. © Evandro Inetti/dpa Papst Franziskus empfängt Bundeskanzler Olaf Scholz zu einer Privataudienz. Scholz überreichte dem Papst den offizielle Ball der UEFA EURO 2024 und eine Bärenfigur aus Porzellan mit dem Wappen der Bundesrepublik Deutschland. Aufnahmedatum: 02.03.2024 Papst Franziskus (links) empfing Bundeskanzler Olaf Scholz (rechts) zu einer Privataudienz. Scholz überreichte dem Papst den offiziellen Ball der UEFA EURO 2024 und eine Bärenfigur aus Porzellan mit dem Wappen der Bundesrepublik Deutschland. © Vatikan Media/dpa Papst Franziskus öffnet am 24. Dezember 2024 die Heilige Pforte des Petersdoms und leitet damit das Heilige Jahr 2025 ein, das unter dem Motto „Pilger der Hoffnung“ steht. Papst Franziskus öffnete am 24. Dezember 2024 die Heilige Pforte des Petersdoms und leitete damit das Heilige Jahr 2025 ein, das unter dem Motto „Pilger der Hoffnung“ stand. © Alberto Pizzoli/IMAGO Pilger reisen zu Papst Franziskus, der im Krankenhaus liegt. Vatikan, 26.03.2025. Der Papst lag ab Februar 2025 mehr als fünf Wochen wegen einer schweren, beidseitigen Lungenentzündung im Krankenhaus. Pilger reisten zu ihm, um für seine Genesung zu beten. Er konnte entlassen werden – Von einem „Wunder“ war die Rede. (Auf dem Bild Pilger auf dem Petersplatz, 3 Tage nach seiner Rückkehr in den Vatikan). © Gregorio Borgia/AP/dpa Der Papst spricht den Segen Urbi et Orbi am 20. April 2025. Papst Franziskus bei seinem letzten Auftritt kurz vor seinem Tod auf der Empore des Petersdoms. Er erteilte den Segen Urbi et Orbi (lateinisch für „der Stadt und der Welt“) zum Ostersonntag, 20. April 2025. © Andrew Medichini/AP/dpa Papst Franziskus in schwarz-weiß. Papst Franziskus verstarb in den frühen Morgenstunden des Ostermontags, am 21. April 2025. © Andrew Medichini/AP/dpa Papst Franziskus bevorzugte schlichten Silberring und trug Fischerring nur selten Statt des Fischerrings trug Papst Franziskus häufig einen einfachen Silberring mit einem Kreuz. Dieser Ring ist auf vielen Fotos des ehemaligen Papstes zu sehen und auch auf den Bildern seines offenen Sarges .
Der Leichnam des verstorbenen Papstes wird für einige Tage zur öffentlichen Abschiednahme aufgebahrt. Dabei spielt die Symbolik eine wichtige Rolle, und der verstorbene Papst trägt in der Regel einen Ring. Im Fall von Papst Franziskus, der wenige Wochen vor seinem Tod eine frühere Romanze mit einer Frau öffentlich machte , war an seinem Ringfinger der silberne Ring zu sehen. Den trug er bereits als Erzbischof von Buenos Aires. (kh/jh)
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