VonCarolin Gehrmannschließen
Eine potenziell schädliche Substanz wurde an Stränden im niederländischen Friesland entdeckt. Worum es sich dabei gehandelt hat und worauf Urlauber achten sollten.
Ameland/Schiermonnikoog – Urlauber, die an den Stränden der niederländischen Inseln Ameland und Schiermonnikoog das sommmerliche Wetter genießen wollten, mussten zuletzt aufpassen. Die Ferien wurden an einigen Orten durch eine unbekannte Umweltverschmutzung getrübt. Mysteriöse Klumpen einer undefinierbaren Substanz waren an den friesischen Stränden gesichtet worden.
Die für die Wasserwege in Holland zuständige Behörde Rijkswaterstaat hatte gewarnt: Die beliebten Strandbäder der friesischen Inseln waren mit der unbekannten, potenziell schädlichen Substanz verunreinigt gewesen. Die gelben, wachsartigen Klumpen gaben der Behörde ein Rätsel auf. Ruhr24 hatte über den mysteriösen Fund auf den Inseln berichtet und sich dabei auf Informationen von Rijkswaterstaat berufen.
Mysteriöse Substanz an Stränden in Friesland aufgetaucht – Behörden warnten
Wie genau der bis dahin unbekannte Stoff an die Strände gelangt war, ist unklar. Nach ausgiebigen Begutachtungen kam die Behörde zu dem Schluss, dass es sich bei der Substanz um Parrafin handelt. Da die Quelle, von der die Verschmutzungen stammen, nicht klar erkennbar war, liegt die Vermutung nahe, dass die wachsartigen Klumpen von einem Schiff stammten und an die Strände gespült wurden. Waren Strandbesucher durch die mysteriösen Klumpen einer Gefahr ausgesetzt?
Paraffin:
Bei Paraffin handelt es sich um einen aus Erdöl gewonnenen Stoff, der zur Herstellung vieler Produkte, vor allem von Kerzen, Kosmetik, Salben oder Schmiermittel, verwendet wird. In der Elektrotechnik dient es auch als Isoliermaterial-
Hartparaffin stellt eine wachsähnliche Masse dar, die geruch- und geschmacklos ist und nicht klebt. In der Regel ist diese Masse ungiftig.
Nicht klar, ob durch angespülte Substanz auf friesischen Inseln eine Gefahr bestand
Diese Frage lässt sich noch nicht eindeutig beantworten. Grundsätzlich ist der Stoff Paraffin in seiner Reinform nicht schädlich. Es handelt sich um einen erdölbasierten Stoff, der viel in der Kosmetikproduktion eingesetzt wird. Er ist ein häufig anzutreffender Bestandteil vieler Cremes und Hautpflegeprodukte.
Jedoch ist derzeit noch nicht geklärt, woher das in Friesland angespülte Paraffin stammt. Daher kann man auch noch nicht abschließend sagen, ob die Klumpen zuvor möglicherweise Kontakt mit anderen, schädlichen Substanzen gehabt haben, ehe sie an den niederländischen Stränden angeschwemmt wurden.
Weiterhin Vorsicht bei verdächtigen Klumpen am Strand – Tiere fernhalten und auf keinen Fall berühren
Daher ist Vorsicht geboten: Wer einen verdächtigen Klumpen am Strand entdeckt, sollte ihn auf keinen Fall anfassen. Urlauber, die mit Hund unterwegs sind, sollten besonders aufpassen und ihre geliebten Vierbeiner von den wachsartigen Brocken fernhalten. Denn es besteht die Gefahr, dass die Tiere die für sie unverdauliche Substanz fressen und sie krank werden.
Doch auch Wildtiere sind gefährdet, vor allem Wasservögel, deren Federn durch den Kontakt mit Paraffin verkleben können. Dadurch kann die Schwimm- und Flugfähigkeit der Tiere beeinträchtigt werden. Im schlimmsten Fall verenden sie sogar aus Hunger oder Erschöpfung. Der größte Teil der Insel Schiermonnikoog ist Naturschutzgebiet und verfügt über eine vielfältige Flora und Fauna. Das besondere Naturangebot lockt jedes Jahr viele Besucher auf die Insel. Auch Ameland ist sehr beliebt bei Naturfreunden. Doch auch andere Orte in den Niederlanden lohnen unbedingt einen Besuch. Von Bremen oder Niedersachsen aus ist es ja ein relativ kurzer Abstecher ins Nachbarland.
Verschmutzungen auf Ameland und Schiermonnikoog inzwischen beseitigt
Die zuständige Gewässermanagement-Behörde hat die Strände auf Ameland und Schiermonnikoog inzwischen gesäubert. Zur Beseitigung der Verunreinigungen hat sie Traktoren eingesetzt. Teilweise wurden die Klumpen auch mit der Hand eingesammelt, berichtet Ruhr24. Urlauber sollten ihre Ferien in Friesland also wieder ohne Beeinträchtigungen und in vollen Zügen genießen können. Da jedoch noch weitere Paraffinklumpen angespült werden könnten, ist auch weiterhin Wachsamkeit geboten.
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