- VonBettina Menzelschließen
Die Tiefsee ist weniger erforscht als der Mond. Der Tauchroboter eines Forscherteams fand nun ein nicht identifizierbares goldenes Objekt auf dem Meeresboden.
Alaska – Erst am (23. August) begann die Alaska-Expedition der US-Wetter- und Ozeanografiebehörde (NOAA), doch schon bescherte ein Tauchgang den Forschern den ersten mysteriösen Fund: Am Meeresgrund des Pazifik fanden die Wissenschaftler ein Objekt, das einem goldenen Ei ähnelte – von dem sie aber nicht wussten, was es ist.
Forscher finden mysteriöses Ei am Meeresgrund: „Etwas hat versucht, herauszukommen“
Die Menschheit weiß mehr über die Oberfläche des Mondes als über die Tiefen des Meeres: Nur rund fünf Prozent der Tiefsee sind bislang erforscht. Die Wissenschaftler der Seascape Alaska 5 Expedition hatten es sich auf die Fahnen geschrieben, dieses Wissen zu erweitern – offenbar mit Erfolg. Das Forscherteam von NOAA teilte Ende August auf seinem X-Profil (vormals Twitter) ein Bild von seinem mysteriösen Fund. „Diese goldene Kugel, wahrscheinlich eine Eierschale, hat gestern bei vielen Zuschauern die Fantasie angeregt“, schrieben die Wissenschaftler dazu.
This golden orb, likely an egg casing, struck an imaginative chord for many watching yesterday.
— NOAA Ocean Exploration (@oceanexplorer) August 31, 2023
Today we dive on Denson Seamount. ROVs are launching & will remain on the seafloor until ~ 3:45pm ADKT/7:45pm EDT.
Join us! https://t.co/ScOhpINB18#Okeanos #seascapealaska #explore pic.twitter.com/Eq1sYeVQrr
Ein unbemanntes, ferngesteuertes Unterwasserfahrzeug des Forscherteams entdeckte das mysteriöse Objekt am 30. August in einer Tiefe von rund drei Kilometern. Dort lag es auf einer felsigen Oberfläche. Die Reise des Forschungsroboters unter Wasser lässt sich im Live-Stream der Expedition verfolgen, den die am Forschungsprojekt beteiligten Wissenschaftler kommentieren.
Als plötzlich das „goldene Ei“ ins Bild kam, war sich keiner der Forscher sicher, was es sein könnte. „Wenn unser kollektives Wissen es nicht identifizieren kann, ist es etwas Seltsames“, fasste einer der Wissenschaftler laut US-Medien während der Live-Übertragung zusammen. Ein offensichtliches Loch in dem Objekt kommentierten die Beteiligten indes mit einem Augenzwinkern: „Etwas hat versucht, hineinzukommen oder herauszukommen.“
Forscher entnehmen Proben mit Roboterarm: Diese drei Theorien gibt es über das „goldene Ei“
Zwei Drittel der auf dem Meeresboden lebenden Organismen sind unbekannt. Zu diesem Ergebnis kam eine Untersuchung des Senckenberg Forschungsinstituts von zwei Milliarden DNA-Sequenzen aus mehreren Tiefsee-Expeditionen. Noch zählt das „goldene Ei“ auch zu den unbekannten Organismen. Doch voraussichtlich nicht mehr lange: Mithilfe eines präzisen Roboterarms ließ sich das Objekt genauer untersuchen. Die entnommenen Proben werden nun im Labor untersucht. Derzeit gibt es drei Theorien, was die goldene Kugel sein könnte: entweder ein toter Schwamm, eine Art Koralle oder tatsächlich eine Eihülle.
Die Seascape Alaska 5 Expedition läuft seit 23. August und endet am 16. September. Der ferngesteuerte Unterwasserroboter ist in einer Tiefe von 200 bis 6.000 Metern unterwegs. Es bleibt abzuwarten, welche Erkenntnisse das Unterwasserfahrzeug noch aus der Tiefe ans Licht befördert. Die Wissenschaft meldete unlängst einen weiteren spektakulären Durchbruch in einem anderen Fachgebiet: Forschende züchteten einen menschlichen Embryo ohne Spermien und Eizellen.