VonRobin Dittrichschließen
Bei Routine-Arbeiten ist es in der Ostsee zu einer spannenden Entdeckung gekommen. Ist der Fund rund 100 Jahre alt? Forscher haben einen spektakulären Verdacht.
Tallinn – Der deutsche Frachtdampfer „Kronos“ wurde bereits im Jahr 1897 erbaut. Nur wenige Jahre nach der Titanic im Jahr 1912 sank allerdings auch die Kronos – jetzt wurde sie offenbar in der Ostsee vor Estland wiedergefunden.
Meeresforscher finden Wrack von deutschem Schiff in der Ostsee
Frachtschiffe sind auch heute noch eine beliebte Methode, um Güter von einem Hafen zu einem anderen zu transportieren. Ob Autos, Container oder Gas, Frachtschiffe transportieren eine Vielzahl an Gütern. Bereits seit über 200 Jahren fahren Dampfschiffe über die Meere und Ozeane dieser Welt. Eines davon war der deutsche Frachtdampfer „Kronos“, der 1897 erbaut wurde und vor 100 Jahren sank.
Am 16. November 1923 befanden sich 21 Mann Besatzung an Bord, als der Frachtdampfer auf Grund gelaufen war. Bislang war der genaue Standort des Wracks unbekannt gewesen, jetzt wurde es laut einer Mitteilung der staatlichen Verkehrsbehörde vom Freitag rund 7,5 Kilometer westlich der Insel Saaremaa gefunden. Wie diese weiter angab, liegt das Wrack lediglich in einer Tiefe von 20 Metern. Erst vor zwei Monaten sorgte der Unfall der „Titan“ für großes Aufsehen. Das U-Boot war auf einem Tauchgang zur Titanic implodiert.
Überreste des Schiffes bei routinemäßigen Arbeiten entdeckt
Ivar Treffner vom Esthnischen Schiffahrtsmuseum gab an, dass es sich um den gesunkenen deutschen Frachtdampfer handeln könnte. Zunächst wurde davon ausgegangen, dass es sich bei dem Wrack um ein Kriegsschiff aus dem Ersten Weltkrieg handelte. Gefunden wurden die 60 mal zehn Meter große Überreste bei routinemäßigen Vermessungsarbeiten bereits in der Vorwoche.
Während eines Tauchgangs des ehemaligen Minensuchers Veikko Horm stellte sich dann heraus, dass es sich bei den Überresten um das Frachtschiff handeln könnte. Kürzlich wurde in einer Tiefe von 62 Metern bereits das Wrack eines Kriegsschiffes aus dem Ersten Weltkrieg nahe der Wasserstraße Tallinn-Helsinki entdeckt. Auf dem Meeresboden in Estland sollen laut Peeter Välingu, Leiter der hydrografischen Abteilung der Verkehrsbehörde, rund 684 Wracks liegen. „Zwölf wurden allein in diesem Jahr gefunden, die meisten davon klein und stark verwest“, sagte Väling. (rd mit dpa)
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