Die Philippinen sind ein Staat und Archipel im westlichen Pazifischen Ozean. Das Land umfasst etwa 7.641 Inseln, die vulkanischen Ursprungs sind. Den Namen erhielten sie von einem Seefahrer, der sie nach dem spanischen Infanten Philipp II. benannte.
- Die Philippinen unterstanden ab dem 16. Jahrhundert der spanischen Kolonialmacht.
- Im Land werden 171 Sprachen gesprochen.
- Das Land ist der einzige asiatische Staat, in welchem die Bevölkerungsmehrheit katholisch ist.
Manila – Mit einer Fläche von 343.000 Quadratkilometern und einer Bevölkerungszahl von knapp 110 Millionen Einwohnern gelten die Philippinen als der fünftgrößte Inselstaat der Welt. Das Land blickt auf eine wechselvolle Kolonialgeschichte und Zeiten der Diktatur zurück. Selbst heute hat der Staat noch mit politischer Instabilität zu kämpfen.
Philippinen: Frühzeit und europäische Entdeckung
Die Besiedlungsgeschichte der Philippinen ist nicht eindeutig geklärt. Die ältesten Artefakte wurden auf ein Alter von 709.000 Jahren datiert. Vermutlich wurde der Inselarchipel um 70.000 vor Christus über eine Landbrücke besiedelt. Die Ureinwohner zählen zu den austronesischen Völkern. Artefakte aus der jüngeren Zeit belegen eine Verbindung zum malaiischen Kulturraum.
1521 landete der portugiesische Seefahrer Ferdinand Magellan als erster Europäer auf den Inseln. Er stand im Dienst des spanischen Königs, weshalb sich auch Spanien die Vorherrschaft sicherte. 1543 erreichte auch der spanische Entdecker Ruy López de Villalobos die Inseln und taufte sie auf den Namen „Las Islas Filipinas“ – zu Ehren des Infanten Philipp II. von Spanien. Trotz heftiger Widerstände der Einheimischen wurden die Philippinen 1565 in die Kolonie Neuspanien eingegliedert. Bald setzte auch eine Christianisierung der Inseln ein. Die spanischen Mönche und Priester stellten einen wichtigen Machtfaktor dar.
Philippinen: Der lange Weg in die Unabhängigkeit
1762 sorgte die britische Invasion für einen ersten Hoffnungsschimmer der Filipinos, die spanische Vorherrschaft zu überwinden. Doch erst im 19. Jahrhundert steigerten sich die Chancen, die Abhängigkeit von der Kolonialmacht zu beenden. Dabei war auch die Säkularisierungsbewegung in den 1850er Jahren ausschlaggebend, welche die Macht der Mönche und Priester schwächen sollte und liberale Ideen vorwärtsbrachte. Die Widerstandsbewegungen wurden lauter.
Von 1896 bis 1898 kam es schließlich zur Philippinischen Revolution, in welcher eine provisorische Republik ausgerufen wurde. Doch der Spanisch-Amerikanische Krieg machte der Unabhängigkeit noch einen Strich durch die Rechnung, nachdem die Vereinigten Staaten die Philippinen besetzt hatten. Nach dem Philippinisch-Amerikanischen Krieg (1899-1902) verloren zahlreiche Filipinos ihr Leben. Der Inselstaat wurde amerikanische Kolonie. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg, nachdem die Philippinen von Japan besetzt worden waren, gelang es dem südostasiatischen Land am 4. Juli 1946 seine Unabhängigkeit auszurufen.
Philippinen: Die Nachwehen der Marcos-Diktatur
1965 kam der Politiker Ferdinand E. Marcos an die Macht. Schon bei seiner ersten Wiederwahl gab es Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Wahl. Nach einem Bombenanschlag rief er 1972 das Kriegsrecht aus und errichtete eine Diktatur. Er kontrollierte die Medien und ließ Vertreter der Opposition verhaften. In der Bevölkerung wuchs die Unzufriedenheit in der Regierung. Nachdem ein Kritiker des Präsidenten 1983 erschossen worden war, setzte eine Demonstrationswelle ein, die Marcos 1986 schließlich zum Rücktritt bewegen konnte. Corazon Aquino, die Frau des ermordeten Kritikers, wurde so neue Präsidentin der Philippinen.
Allerdings ist aufgrund der Marcos-Diktatur bis heute das Vertrauen in die Regierung nur sehr gering. Vielen führenden Politikern wurde Wahlbetrug und Korruption vorgeworfen. Seit 2016 ist Rodrigo Duterte an der Macht. Er fährt einen harten Kurs gegen die Drogenkriminalität im Lande, teilweise auch unter Verletzung von Menschenrechten. So wurde unter ihm die Todesstrafe wieder eingeführt.
Philippinen: Das politische System
Nach der Marcos-Diktatur trat am 11. Februar 1987 eine neue Verfassung in Kraft, welche die Philippinen zur Präsidialrepublik machte. Der Präsident beruft das Kabinett ein und hat auch weitreichend exekutive Befugnisse. Der Kongress der Regierung besteht aus einem Repräsentantenhaus und dem Senat.
Allerdings ist das Land weit von einer stabilen Demokratie entfernt. Vor allem nachgewiesener Wahlbetrug und die Fälschung von Wahlergebnissen sorgten immer wieder für Unruhen im Land und führten auch zu Putschversuchen. Auch die Menschenrechte und die Pressefreiheit des Landes sind stark eingeschränkt.
Philippinen: Fakten im Überblick
- Hauptstadt: Manila
- Amtssprache: Filipino (National- und Amtssprache), Englisch (Amtssprache)
- Fläche: 343.000 Quadratkilometer
- Einwohnerzahl: 109.035.343 (Stand 2020)
- Währung: Philippinischer Peso (PHP)
- Verwaltungsgliederung: 81 Provinzen, 17 Regionen
- Religion: Katholiken (81,04 %), Muslime (5,06 %), Lutheraner (2,82 %), Iglesia ni Cristo (2,31 %), Unabhängige Philippinische Kirche (1.98 %)
Philippinen: Sprachen und Bevölkerung
Im Jahr 2015 haben die Philippinen die 100-Millionen-Marke der Bevölkerungszahl geknackt. Einige der Inseln zählen sogar zu den am dichtesten besiedelten Gebieten der Welt. Grund für das hohe Wachstum ist die hohe Geburtenrate, da die katholische Kirche auf dem Inselstaat sich gegen die Geburtenkontrolle ausspricht. Die Bevölkerung wächst somit weiter – um etwa zwei Millionen Einwohner jährlich.
Auf den Philippinen werden etwa 171 Sprachen gesprochen, sodass so ziemlich jede Region des Landes ihre eigene Sprache aufweist. Die meisten davon sind malayo-polynesische Sprachen, die einen Zweig der austronesischen Sprachen darstellen. Amtssprache ist Filipino, das auf dem Tagalog – ein der weit verbreitetsten Sprachen auf den Philippinen – basiert. Bis vor einigen Jahrzehnten war Spanisch noch Amtssprache. Es hatte aber bereits nach der amerikanischen Kolonisation an Bedeutung verloren. Stattdessen gewann Englisch immer mehr als Einfluss, das heute auch zweite Amtssprache des Landes ist und von mehr als der Hälfte der Filipinos auch als wichtige Zweitsprache genutzt wird.
Philippinen: Geografie und Städte
Die Philippinen werden im Westen durch das Südchinesische Meer von Vietnam und im Südwesten durch die Sulusee von Malaysia getrennt. Die Celebsee im Süden trennt das Land von Indonesien und im Osten erstreckt sich die Philippinensee. Der Inselstaat besteht aus insgesamt 7.641 Inseln, von denen 3.144 einen Namen tragen und gerade mal 880 bewohnt sind. Der Archipel wird wiederum in drei Großregionen unterteilt: Dazu zählen die Inselgruppe Luzon (im Norden und Westen), die Inselgruppe der Visayas (in der Mitte) und die Inselgruppe Mindanao (im Süden).
Der Inselstaat befindet sich an der Grenze zweier Kontinentalplatten (der Philippinischen und der Eurasischen). Sie sind im Grunde genommen die Spitzen von über den Meeresspiegel aufragenden submarinen Gebirgsketten. Sie bilden auch einen Teil des Pazifischen Feuerrings, der an der Plattengrenze entlang verläuft. Erd- und Seebeben sind daher keine Seltenheit in der Region. Das Land wird auch immer wieder von Tsunamis und Taifunen heimgesucht.
Im Jahr 2020 lebte knapp die Hälfte der Bevölkerung in Städten. Die Metropolregion Manila ist mit einer Einwohnerzahl von 23 Millionen Menschen sogar einer der größten Ballungsräume weltweit. Die Agglomeration gehört zu den am dichtesten besiedelten Flächen der Erde.
Die größten Städte auf den Philippinen im Überblick
- 1 Quezon City: 2.936.116 Einwohner, Bezirk Metro Manila
- 2 Manila City: 1.780.148 Einwohner, Bezirk Metro Manila
- 3 Davao City: 1.632.991 Einwohner, Bezirk Davao
- 4 Caloocan City: 1.583.978 Einwohner, Bezirk Metro Manila
- 5 Cebu City: 922.611 Einwohner, Bezirk Central Visayas
- 6 Zamboanga City: 861.799 Einwohner, Bezirk Zamboanga Peninsula
- 7 Taguig City: 804.915 Einwohner, Bezirk Metro Manila
- 8 Antipolo City: 776.386 Einwohner, Bezirk CALABARZON
- 9 Pasig City: 755.300 Einwohner, Bezirk Metro Manila
- 10 Valenzuela City: 659.019 Einwohner, Bezirk CALABARZON
Philippinen: Wissenswertes zum Land
Die Artenvielfalt des Landes ist enorm. Die Philippinen zählen mit etwa 5.000 Tierarten und 14.000 Pflanzenarten sogar zu den 17 artenreichsten Regionen der Welt. Allerdings ist die Flora und Fauna durch das enorme Bevölkerungswachstum bedroht. Inzwischen wurden von der Regierung scharfe Umweltgesetze verabschiedet und etwa 35.000 Quadratkilometer Fläche zu Naturschutzgebieten erklärt. Dabei sollen nicht nur der Regenwaldbestand geschützt werden, sondern auch die Meeresgebiete und Korallenriffe.
Einer der wichtigsten Industrie-Zweige des Landes ist die Elektro-Industrie. Zu den großen Exportprodukten zählen Elektrobauteile oder Halbleiter. Viele Firmen aus Europa oder Amerika haben aber auch ihre Bürotätigkeiten hierher ausgelagert. Da viele Einwohner der Philippinen gut Englisch sprechen, arbeiten sie großen in Call-Centern. Auch der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor; allerdings herrscht jenseits der malerischen Luxus-Hotels auch hohe Armut.
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