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Julia Hanigk
Kilian Bäuml
Alina Schröder
Nach Ex-RAF-Mitglied Daniela Klette wird die Identität einer weiteren Festnahme geprüft. Bei einer Hausdurchsuchung von Klette wurde unter anderem eine Granate gefunden.
Update vom 29. Februar, 16.55 Uhr: Nach der Festnahme der früheren RAF-Terroristin Daniela Klette vermuten die Ermittler, dass sich ihre Komplizen Ernst-Volker Staub und Burkhard Garweg in Berlin aufhalten könnten, wie das Landeskriminalamt Niedersachsen und die Staatsanwaltschaft Verden mitteilen. In den Wohnungen der beiden Gesuchten könnten sich Waffen- und Sprengmittel befinden, warnten die Ermittler. Es könne davon eine Gefahr für die Bevölkerung ausgehen. Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, die Polizei bei der Fahndung zu unterstützen.
Ermittler hatten zuvor im Wohnhaus der früheren RAF-Terroristin Klette in Berlin unter anderem Sprengmittel, mehrere Waffen und eine Panzerfaustgranate gefunden. Darunter seien eine Kalaschnikow, eine Maschinenpistole und eine Kurzwaffe samt Munition.
Update vom 29. Februar, 15.26 Uhr: Bei der Durchsuchung der früheren RAF-Terroristin Daniela Klette wurden laut einem Sprecher der Staatsanwaltschaft werden „schwere Kriegswaffen“ sichergestellt, wie aus einer Anfrage von t-online an die Staatsanwaltschaft hervorgeht. Sogar eine Maschinenpistole soll gefunden worden sein, sowie Pistolenmagazine und Munition. Bereits am Mittwochabend wurde von Kriminaltechnikern eine Granate entdeckt und abtransportiert. Zwei weitere potenziell gefährliche Gegenstände wurden nach Informationen der dpa ebenfalls in der Wohnung von Klette gefunden, die inzwischen verhaftete Daniela Klette schweigt bisher zu den Vorwürfen. Die Polizei suchte seit mehr als 30 Jahren nach verbliebenen RAF-Terroristen, bevor Klette am Montag verhaftet wurde.
Update vom 29. Februar, 9.54 Uhr: Wer es nicht wusste, der hätte es wohl nur schwer erahnen können, dass es sich bei Daniela Klette um eine gesuchte ehemalige RAF-Terroristin handelt. Zumindest, wenn man Aussagen ihrer Nachbarn glaubt. Der Bild-Zeitung sagte eine Frau aus demselben Wohnhaus: „Wir haben in der gleichen Etage gewohnt, sie heißt Claudia und war Nachhilfe-Lehrerin, ist abends nach Hause gekommen. Sie hat nicht viel verdient, eher ärmlich gelebt. Sie hat meinem Sohn und mir beim Deutschlernen geholfen. Und auch, mal einen Brief zu schreiben.“ Und weiter: „Sie war oft bei mir zum Kaffeetrinken zu Besuch. Und wir haben gemeinsam ehrenamtlich die Straße gesäubert. Sie war meine Freundin. Sie ist keine Terroristin. Daran glaube ich nicht.“
Aber auch in den Nachbarhäusern ist die Aufregung groß. Ein Nachbar sagte gegenüber dem Tagesspiegel: „Da habe ich jahrelang neben der Genossin gewohnt, das gibt’s ja nicht“ – und verabschiedete sich dann mit der Parole „Rotfront“.
Polizeieinsatz beendet: Anwohner wieder zurück in ihren Wohnungen
Update vom 29. Februar, 7.27 Uhr: Wie die Polizei auf X/Twitter mitteilte, sei der Einsatz in Klettes Haus inzwischen beendet. „Die Maßnahmen unserer Einsatzkräfte in der Sebastianstr. in Kreuzberg sind abgeschlossen“, schrieb die Polizei. Und weiter: „Die Anwohnerinnen und Anwohner können wieder zurück in ihre Wohnungen.“ Nach der Festnahme der früheren RAF-Terroristin Daniela Klette holte die Polizei eine Granate und weitere möglicherweise gefährliche Gegenstände aus ihrer Wohnung in Berlin-Kreuzberg geholt. Für den Einsatz wurde das siebenstöckige Mietshaus und anliegende Häuser geräumt. Der Einsatz dauerte mehrere Stunden von Nachmittag des 28. bis zum frühen Morgen des 29. Februar.
Festnahme von RAF-Terroristin Daniela Klette: Granate bei Hausdurchsuchung gefunden
Update vom 29. Februar, 6.18 Uhr: Bei der Hausdurchsuchung der RAF-Terroristin Daniela Klette wurden mehrere gefährliche Gegenstände gefunden, berichtet die dpa. Am Abend des 28. Februar hatten Kriminaltechniker noch eine Granate aus dem Haus gebracht, die später unschädlich gemacht wurde. Am frühen Morgen des 29. Februar wurden dann zwei weitere Funde in ein Spezialfahrzeug verladen. Nähere Angaben, worum es sich dabei handelt, machten weder die Berliner Polizei noch die Ermittler in Niedersachsen. Die ganze Straße sei weiterhin abgesperrt, sagte ein Polizeisprecher am Morgen. Die Anwohner durften inzwischen aber wieder zurück in ihre Wohnungen.
Klette hatte wohl „Unterstützung aus dem linksextremistischen Spektrum“
Nach der Festnahme der RAF-Terroristin geht der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) davon aus, dass die 65-Jährige Unterstützung durch Linksextreme hatte. Er halte es für „sehr wahrscheinlich“, dass Klette während ihrer mehr als 30 Jahre Flucht „Unterstützung aus dem linksextremistischen Spektrum bekommen“ habe, sagte der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, Dirk Peglow, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland am Donnerstag.
Ohne Unterstützung wäre Klette „vermutlich eher festgenommen worden“, mutmaßte Peglow. Dies gelte auch für die früheren RAF-Mitglieder Burkhard Garweg und Ernst-Volker Staub, die weiter von den Behörden gesucht werden. Aus Sicht des BDK-Chefs ist eine logistische Unterstützung der drei ehemaligen RAF-Mitglieder wahrscheinlich. Diese könne in Form von Fahrzeugen, Waffen, Wohnungen und auch Geld geleistet worden sein, erklärte Peglow. „Das gilt es zu klären.“ Dass die Strafverfolgungsbehörden „nicht locker“ gelassen hätten, wertete der BDK-Chef als „Erfolg“ und „gutes Zeichen“.
Dritte Person festgenommen – Identität wird geprüft
Update 14.25 Uhr: Wie die Hannoversche Allgemeine Zeitung berichtet, haben Zielfahnder des niedersächsischen Landeskriminalamts (LKA) in Berlin nun eine dritte Person festgenommen. Derzeit werde die Identität geprüft, um festzustellen, ob es sich dabei vielleicht um Burkhard Garweg oder Ernst-Volker Staub handelt.
Zweite festgenommen Person wieder entlassen: „Handelt sich nicht um einen der beiden flüchtigen Straftäter“
Update 10.04 Uhr: Bei der weiteren in Berlin festgenommenen Person handelt es sich nicht um einen der beiden gesuchten früheren RAF-Terroristen Burkhard Garweg oder Ernst-Volker Staub. Der Mann wurde aus den polizeilichen Maßnahmen entlassen, wie das Landeskriminalamt Niedersachsen am Mittwoch in Hannover mitteilte. „Zweifelsfrei handelt es sich nicht um einen der beiden noch flüchtigen Straftäter“, teilte das LKA mit.
Vor kurzem war am Wuppertaler Hauptbahnhof ein Mann aus einem Zug geholt und festgenommen worden, weil ein Augenzeuge ihn für Staub gehalten hatte. Dieser Verdacht hatte sich jedoch nicht bestätigt. Die Fahndungsmaßnahmen nach den beiden noch flüchtigen Straftätern dauern an.
Hausdurchsuchung bei RAF-Terroristin Daniela Klette
Update vom 28. Februar, 6.32 Uhr: Die Suche nach den ehemaligen RAF-Mitgliedern Ernst-Volker Staub und Burkhard Garweg geht weiter. „Wir werden weiter fahnden“, sagte der Präsident des Landeskriminalamts (LKA) Niedersachsen, Friedo de Vries. Nach der Festnahme der früheren RAF-Terroristin Daniela Klette wurde eine weitere Person in Berlin festgenommen. Die Identität des Mannes ist allerdings noch unklar. Angaben dazu werden voraussichtlich am Mittwoch erwartet.
Klette war am Montagabend in Berlin gefasst worden. Sie leistete keinen Widerstand, erklärte de Vries. Die 65-Jährige sitzt wegen mehrerer Raubtaten in Untersuchungshaft. Zuvor soll sie unter falscher Identität in der Hauptstadt gelebt haben. Bei der Durchsuchung stellte die Polizei unter anderem Magazine einer Waffe und Patronen sicher. Wie ein dpa-Reporter berichtete, waren noch am Dienstagabend Ermittler in ihrer Wohnung und trugen Tüten aus dem Haus.
Nach Verhaftung der früheren RAF-Terroristin Daniela Klette: Weitere Person verhaftet
Erstmeldung vom 27. Februar: Berlin – Kurz nach der Verhaftung der früheren RAF-Terroristin Daniela Klette konnte die Polizei möglicherweise ein weiteres früheres Mitglied der Gruppe verhaften. Es handele sich um einen Mann im „gesuchten Alterssegment“, sagte der Präsident des Landeskriminalamts Niedersachsen, Friedo de Vries, am Dienstag (27. Februar) bei einer Pressekonferenz in Hannover. Die Identität des Mannes sei jedoch noch nicht geklärt. Man könne nicht sicher sein, ob seine Ausweisdokumente echt sind. Innerhalb der nächsten Stunden soll die Identifizierung des Mannes abgeschlossen sein.
Die Staatsanwaltschaft Verden und das Landeskriminalamt fahnden seit rund 30 Jahren nach den früheren RAF-Terroristen Burkhard Garweg (55) und Ernst-Volker Staub (69). Sie werden der sogenannten dritten RAF-Generation zugeordnet. Laut De Vries brauche man noch etwas Geduld und verwies auf einen Fall, der sich vor kürzlich in Wuppertal ereignete. Dort war in einem Regionalzug ein Mann fälschlich unter dem Verdacht festgenommen worden, Staub zu sein.
Die seit über 30 Jahren untergetauchte Klette war am Montag (26. Februar) festgenommen worden und kam am Dienstag in Untersuchungshaft. Die Ermittler werfen ihr versuchten Mord und weitere Taten im Zusammenhang mit Überfällen vor, die sie zusammen mit Staub und Garweg begangen haben soll. (jh/kiba/dpa/AFP)
Rubriklistenbild: © Paul Zinken/picture alliance/dpa




