„Man muss vorsichtig sein“

Unwetter in Kroatien: Zagreb bangt vor Flutwelle aus Slowenien – Behörden reagieren

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Die Gefahr von Überschwemmungen an der Save ist in Kroatien nicht gebannt. Ein bekannter Naturpark südlich von Zagreb schafft Abhilfe - vorerst.

München/Zagreb/Lonjsko Polje – Schwere Regenfälle samt Unwetter haben weiter Teile Österreichs, Sloweniens und Kroatiens im Griff. Während in der österreichischen Steiermark Einwohner an Erdrutschen und Murengängen verzweifeln, wurden an der kroatischen Urlaubsküste Istriens stellenweise Schlammmassen an kleinen Häfen zwischen Rijeka, Opatija und Novigrad angespült.

Unwetter in Kroatien: Zagreb erwartet Flutwelle aus Slowenien

Bislang kam Kroatien mit seinen rund vier Millionen Einwohnern vergleichsweise glimpflich davon, vor allem im Vergleich zum nordwestlichen Nachbarland Slowenien (2,1 Millionen Einwohner).

Und doch ist die Gefahr nicht gebannt: Der Wasserpegel der Save, die auf einer Strecke von rund 940 Kilometern von der österreichisch-slowenischen Grenze aus über Ljubljana, die kroatische Hauptstadt Zagreb bis in das serbische Belgrad fließt und dort in die Donau mündet, steigt bedrohlich an.

Überflutet: Ufergebiete der Save im kroatischen Zagreb.

Mehrere Ufergebiete waren am Montag (7. August) in Zagreb (knapp 800.000 Einwohner) bereits überflutet, jetzt warten alle auf die Flutwelle aus Slowenien. An etlichen gefährdeten Stellen in Reichweite des großen Flusses wurden vom Katastrophenschutz, Feuerwehren und anderen Helfern Reihen an Sandsäcken aufgestapelt.

Unwetter in Kroatien: Zagreb bangt mit Blick auf die Pegelstände der Save

Der Direktor des kroatischen Wasserwirtschaftsamts, Zoran Djurokovic, erklärte laut der österreichischen Tageszeitung Die Presse ferner, dass derzeit große Wassermengen aus der Save in den bekannten Naturpark Lonjsko polje südlich von Zagreb abgeleitet werden. „Man muss vorsichtig sein, denn es gibt viele Kilometer an Ufern, an denen es zu einem Zwischenfall kommen kann“, erzählte Djurokovic nach Angaben der Internet-Zeitung index.hr. In der Gemeinde Brdovec nahe Zagreb habe das Wasser bereits 50 Häuser erreicht, erklärte er.

Für etwas Erleichterung sorgte, dass die Pegelstände einzelner Flüsse in Richtung Westbalkan zumindest leicht sinken - etwa der der Mur in der südostösterreichischen Steiermark. In der Nacht von Freitag auf Samstag (5. August) waren befürchtete Überschwemmungen im bei Touristen beliebten Zagreb ausgeblieben. Zumindest in diesem Landesteil Kroatiens.

Nach dem Unwetter in Kroatien bahnen sich riesige Schlammassen ihren Weg an die Küste Istriens.

Im mondänen Kurort Opatija an der Adria sowie in der benachbarten Großstadt Rijeka (rund 130.000 Einwohner) in der Kvarner Bucht hatten die heftigen Regenfälle am Wochenende Straßen unter Wasser gesetzt. Seit Monaten ringt Kroatien mit örtlichem Extremwetter und stellenweise Überflutungen.

Unwetter in Kroatien: Urlaubsland an der Adria ringt seit Monaten mit Extremwetter

So traten zum Beispiel im Mai in der Hügellandschaft rund um Krapina an der slowenischen Grenze viele Bäche über die Ufer. Am 19. Juli hatten orkanartigen Böen für Bilder der Verwüstung in Zagreb gesorgt, zwei Menschen starben. Unlängst hatte zudem ein schwerer Sturm an der bosnisch-kroatischen Grenze zwischen Orasje und Zupanja für schwere Schäden gesorgt, als ganze Dächer abgedeckt wurden. (pm)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Xinhua

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