Löcher verraten Heldbock

Förster vermutete Sensation: DNA-Analyse bestätigt seltenen Fund – fast ausgestorbener Riesenkäfer entdeckt

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Den hierzulande größten Käfer werden wohl nur wenige bestimmen können. Doch ein Förster erkannte ihn schnell an markanten Bohrungen und spürte damit eine Sensation auf.

Schweinfurt – „Mordslöcher“ hat Förster Reiner Seufert an einem Baum in seinem Wald entdeckt. Damit war ihm klar, wer der Verursacher sein musste. Nämlich der Heldbock (Cerambyx cerdo), der hierzulande größte Käfer. Seufert bohrte nach und entdeckte im Holz eine abgestorbene Larve. Ohne Hilfe kam er an dieser Stelle nicht mehr weiter.

Wald-Sensation wird durch DNA-Analyse bestätigt

Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) veranlasste eine DNA-Anaylse. Diese brachte Klarheit und bestätigte Seuferts Verdacht. Der Fund ist eine große Besonderheit. Die Käferart ist nämlich vom Aussterben bedroht. Die Bayerische Landesanstalt gab eigens zu dieser Sensation eine Pressemitteilung heraus.

Die Kopf-Rumpf-Länge beträgt bei den Insekten zwischen 24 und 52 Millimeter. Die Fühler messen rund 110 Millimeter bei den Mänchen. Er ist braunschwarz. Größere Käfer gibt es in Deutschland nicht.

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Asiatische Hornisse
„Im Gegensatz zu unserer heimischen Hornisse sind sie in der Lage, wie ein Hubschrauber in der Luft stehen zu bleiben“, sagt Expertin Loeper. Auffällig sei auch, dass sie rückwärts fliegen könnten.  © Axel Heimken/ dpa
Frühlingshafte Temperaturen in Südbrandenburg
Ölkäfer sollte man besser nicht anfassen, sondern lieber aus etwas Entfernung beobachten, sagt Lilith Stelzner, Naturschutzreferentin beim Landesverband des BUND. Denn das Gift der Käfer sei schon in einer geringen Konzentration tödlich.  © Frank Hammerschmidt/ dpa
Tigermücke
Die Asiatische Tigermücke ist aggressiver als heimische Mücken und kann exotische Krankheiten übertragen. © Uwe Anspach/ dpa
Schnake auf Fensterscheibe
Die Schnake zählt zu den typischen Stechmücken. Übrigens hat es nichts mit besonders süßem Blut zu tun, ob sie dich stechen oder deine Freund:in. Viel eher liegt es nach neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen an deiner Hautflora (also körpereigenen Pilzen und Bakterien).  © Julian Stratenschulte/ dpa
Zeckensaison in Oregon
Wenn du durchs Gras rund um den Badesee läufst, könnte dich eine Zecke stechen. Bei steigenden Temperaturen und feuchtem Wetter werden die blutsaugenden Parasiten laut Niedersächsischem Landesgesundheitsamt (NLGA) aktiver.  © Robin Loznak/ dpa
Wespe am Fenster
Wespen können beliebig oft stechen, Bienen nur einmal in ihrem Leben (sie sterben, wenn der Stachel abbricht). Beide tun das eigentlich nur, wenn sie sich bedroht fühlen. Trotzdem kann ein Stich lebensgefährlich sein: Im Mund- und Rachen­bereich kann er die Atmung behindern. Bei Allergiker:innen kann der Kreislauf zusammenbrechen.  © Arne Dedert/ dpa
Badespaß im Stadtpark
Eine unsichichtbare Gefahr sind Zekarien: Die winzigen Larven von Saugwürmern können sich am Ufer von Seen sammeln. Sie können Hautentzündungen verursachen, etwa gerötete Flecken, Juckreiz oder Quaddeln.  © Axel Heimken/ dpa

Der Heldbock legt seine Eier in Rindenspalten ab. Die Larven dringen von dort aus unter die Rinde bis zum Kernholz. Das dauert meistens vier Jahre. Wenn die Larven ausgewachsen sind, nagen sie einen Hakengang. Zudem legen sie eine Puppenwiege an, also eine Höhle, in die sie sich einnisten. Dort überwintern sie als ausgewachsener Käfer. Im darauffolgenden Jahr frisst sich der Käfer dann ins Freie. Die Entwicklungszeit beträgt somit bis zu fünf Jahre.

Sensationsfund unterstreicht Bedeutung der heimischen Eichenwälder

In Deutschland ist der Heldbock Käfer streng geschützt. In fast allen Bundesländern können zwar derzeit Exemplare nachgewiesen werden. Doch es handelt sich um wenige und sehr kleinflächige Vorkommen. In Bayern wurden sogar mehrere Ansiedlungsversuche unternommen. Doch obwohl diese in verschiedenen Gebieten waren, konnten sie nicht erfolgreich abgeschlossen werden.

Ein Heldbock krabbelt über einen Ast.

Für Dr. Peter Pröbstle, Präsident der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft, steht fest: „Der geglückte Nachweis zeigt einmal mehr, welchen hohen Wert gerade unsere heimischen Eichenwälder für die Biodiversität besitzen.“ Stephan Thierfelder, der Bereichsleiter Forsten am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Schweinfurt, ergänzt: „Ein Erhalt dieser Lebensräume im Rahmen einer integrativen Waldbewirtschaftung ist besonders wichtig, um die Habitatkontinuität für naturschutzfachlich wertvolle Arten wie den Heldbock auch künftig sicherzustellen“.

Doch nicht alle Insektenfunde sind eine erfreuliche Sensation. Im Frühjahr vermehrten sich die Warnungen vor dem giftigen Ölkäfer. Die Gefahr war jedoch nicht so groß, der Naturschutzbund warnte vor Panikmache.

Rubriklistenbild: © Ludwig Straßer/LWF/dpa

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