War es einst eine Flasche?

Hund macht Entdeckung an Ostsee-Strand: „Jackpot“-Fund versetzt Frauchen in Freudentaumel

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Der Hund einer Strandspaziergängerin fand ein besonderes Stück Seeglas.
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Ein aufmerksamer Hund entdeckte etwas ganz Besonderes am Strand: Ein Stück Seeglas. Für das Frauchen „ein Lottogewinn“ bei der Schatzsuche.

Rostock – Am Strand findet der aufmerksame Spaziergänger allerlei Schätze: Von Muscheln bis hin zu Treibgut. Viele Kleinode erzählen ihre eigene Geschichte. Eine Spaziergängerin aus Rostock fand am Ostseestrand dank ihres Hundes Oskar etwas sehr Spezielles: Ein Stück Seeglas. Dieses hat eine ungewöhnliche Form und die Finderin fragt sich, was dieses einmal war.

Seeglas, auch als Strandglas, Meerglas oder Strandscherben bekannt, verändert über die Zeit nämlich seine Form: So wird ein Stück Glas durch den längeren aufscheuernden Kontakt mit dem Meeresboden am Strand über einen langen Zeitraum glatt, rund und satiniert. Damit ein Stück Seeglas für Sammler interessant wird, muss dieser Prozess aber 20 bis 30, im Idealfall 50 Jahre lang andauern, wie der bekannte Sammler und Buchautor Richard LaMotte im Sea Glass Journal erklärt.

Das Stück Seeglas aus der Ostsee hat ein auffälliges Loch in der Mitte, was zu Spekulationen führt. Nicht überall gibt es für Strandbesucher indes nur Idylle und Glücksmomente: Auf Norderney gab es jüngst Ärger wegen Strandkörben.

„Mein Lottogewinn von der gestrigen Schatzsuche“

Die Finderin jedenfalls freut sich ganz außerordentlich über das Seeglas: „Mein Lottogewinn von der gestrigen Schatzsuche“, schreibt sie in einem Reel bei Facebook. Ihr Hund Oskar ist wohl besonders seeglasaffin, denn „erstaunlicherweise“ sei es bereits „der zweite Fund in dieser Farbe in diesem Jahr“. Weiter schreibt sie: „Seid euch gewiss, ich habe ein Freudentänzchen aufgeführt.“

Nun geht das große Rätselraten aber los: „Jetzt bleibt nur noch die Frage, was es mal war? Ein Kopf einer Flasche?“, mutmaßt sie. Das würde zumindest das Loch in dem Seeglas erklären. Und was ist mit der Farbe des Fundstücks? Der Sammler LaMotte erklärte, dass viele Farben für einen bestimmten historischen Zeitraum einzigartig seien.

Kreuzfahrt-Urlaub: Unschöne Wahrheiten, die alle kennen sollten

Es ist der Qualm eines Kreuzfahrtschiffs zu sehen.
Auf den Meeren gelten andere Schadstoff-Regelungen als an Land. Doch warum ist das so? Bisher gibt es keine gesetzlichen Vorschriften für Rußpartikelfilter im Schiffsbetrieb. Kreuz- und Frachtschiffe können daher ohne Einschränkungen auf den Meeren umherfahren. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) fordert die Kreuzfahrtreedereien daher auf, auf Schiffsdiesel für Kreuzfahrten umzusteigen sowie flächendeckend Rußpartikelfilter und Stickoxidkatalysatoren an Bord einzusetzen. © Frank Bienewald/Imago
Kreusfahrtschiff „Mein Schiff 2“ von Tui Cruises.
Der Energieverbrauch eines Kreuzfahrtschiffes ist nicht auf die Fahrten auf dem Meer begrenzt. Auch bei Landgängen sowie dem Ein- und Auschecken müssen wird Energie benötigt. Gastronomie, Klimaanlagen und Licht laufen in dieser Zeit weiter, obwohl keine Passagiere an Bord sind.  © imago
Umweltverschmutzung in Form von Qualm am Himmel verursacht durch ein Kreuzfahrtschiff.
Kreuzfahrtschiffe schaden der Umwelt auch durch enormen Ausstoß von Treibhausgasen. Bei jeder Fahrt fallen Umwengen CO2- Feinstaub- und Stickoxid-Emissionen an. Dem Umweltbundesamt (UBA) zu Folge verbraucht eine Person bei einer einwöchigen Mittelmeerkreuzfahrt rund 1,9 Tonnen CO2-Äquivalent – An- und Abreise sind dabei nicht mit einberechnet. Zum Vergleich: Ein Mensch in Deutschland verbraucht jährlich 1,5 Tonnen CO2-Äquivalent.  © Katrin May/Imago
Abstrakte Deckansicht eines luxuriösen Passagierkreuzfahrtschiffs und Reling.
Die meisten Kreuzfahrtschiffe werden immer größer. Sie können mehr Touristen aufnehmen, und sind länger auf den Meeren unterwegs – davon profitieren vor allem die Reedereien. Denn je mehr Menschen verpflegt werden können, umso mehr Geld wird an Bord verdient.  © Andy Dean/Imago
Rialto Brücke in Venedig.
Angefahrene Urlaubsorte profitieren kaum von Landgängen. Die Urlaubsströme belasten dagegen vielmehr beliebte Reiseziele wie Barcelona und Venedig. Denn wenn sich plötzlich bis zu 6.000 Kreuzfahrer durch die engen Gassen der Städte zwängen, bleibt von der entspannten Urlaubs-Athmosphäre nicht mehr viel übrig. Die gute Nachricht: Venedig verbannt die Schiffsriesen in Zukunft vor die Stadt, um die einzigartigen Gebäude und Grachten zu schützen.  © Frank Bienewald/Imago
Ein rotes Schiff auf schwarzem Hintergrund.
Schlechte Arbeitsverhältnisse auf dem Schiff: Viele Beschäftigte, die auf einem Kreuzfahrtschiff arbeiten, verdienen lediglich 450 bis 700 Euro pro Monat - und das bei einem Arbeitspensum von bis zu 70 Stunden pro Woche.  © maxkabakov/Imago
Vendig riesiges Kreuzfahrtschiff
Schiffsabgase belasten nicht nur die Meere. Auch die angefahrenen Hafenstädte leiden unter der von den Schiffen verursachten Luftverschmutzung. Die ultrafeinen Partikel sorgen insbesondere an den Kreuzfahrt- und Fährterminals für eine Überschreitung der empfohlenen Grenzwerte. Dies stellt eine Gefährdung für die dort arbeitenden Menschen dar, denn Feinstaub kann im schlimmsten Fall zu Herz-Kreislauf-Beschwerden und Atemwegserkrankungen führen.  © viennaslide/Imago
Es ist Wasser hinter einem Kreuzfahrtschiff zu sehen.
Die meisten Kreuzfahrtschiffe werden immer noch mit Schweröl betrieben. Der Kraftstoff muss nicht nur energieintensiv aufbereitet werden. Das umwelt- und gesundheitsschädliche Schweröl ist zudem mit besonders vielen Schadstoffen belastet. Das durch die Destillation von Erdöl entstehende Schweröl ist auf dem Land verboten. Auf See hat es jedoch gravierende Auswirkungen: Kommt es zu einem Unfall, verteilt sich das Öl im Meer und schadet so Tieren und dem Ökosystem nachhaltig.  © Roshchyn/Imago
Eine Malteser Flagge auf einem Kreuzfahrtschiff.
Um Steuern zu sparen, fahren viele Kreuzfahrtschiffe unter „fremden“ Flaggen. Kreuzfahrtschiffe werden nicht selten „ausgeflaggt“ in Steuerparadiese wie Malta, Bahamas oder Liberia. Unter „Ausflaggung“ versteht man dabei die Registrierung des Schiffs in einem vom Land des Schiffseigentümers abweichenden Land.  © xhansennx/Imago
Korallen die während des El Niño 2015 auf Hawaii, USA durch warme Meerestemperaturen gebleicht wurden.
Obwohl Umweltzonen helfen, die Auswirkungen des Schweröls einzudämmen, gibt es immer noch zu wenige schadstofffreie Zonen in den Weltmeeren. In sogenannten Emissionskontrollgebieten ist der Einsatz von Schweröl verboten. Es darf also nur der schwefelarmer Schiffsdiesel verwendet werden. Dazu zählen in Europa der Ärmelkanal, Nord- und Ostsee. Saubere Kraftstoffe sowie Kraftstoffe auf Basis erneuerbarer Energien könnten die Verschmutzungen verringern.  © Nature Picture Library/IMAGO

Seeglas liegt wohl über Jahrzehnte am Ostsee-Strand

Wie lange es dauere, bis Seeglas mit Sammlerwert entstehen, hänge laut dem Experten „stark von der Beschaffenheit der Küstenlinie und dem Ausmaß der Wellenbewegung ab. Natürlich trägt Wasser mit hohem pH-Wert dazu bei, das Glas zu entsteinen, indem es die Soda- und Kalkbestandteile von der Oberfläche entfernt, aber die Taumelwirkung ist entscheidend für den Rundungsprozess, der den Glanz einer frisch gebrochenen Kante heilt.“

Die Oberfläche werde „über viele Jahre hinweg hydratisiert und dehydriert, um eine schöne mattierte Patina zu entwickeln.“ Da das Fundstück aus der Ostsee bereits diese Merkmale aufweist, ist es durchaus denkbar, dass es mehrere Jahrzehnte darauf wartete, entdeckt zu werden - und bis Hund Oskar schließlich ganz genau hinsah.

Ein verspielter Delfin sorgt in Travemünde für Begeisterung. Mit seinen Sprüngen lockt er zahlreiche Schaulustige an die Ostsee. (cgsc)

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