Sauftouristen sind auf Mallorca nicht willkommen. Deshalb wurden die Regeln zu Alkoholkonsum nun deutlich verschärft. Es drohen vierstellige Strafen.
Palma de Mallorca – Jedes Jahr zieht Mallorca Millionen von Touristen an. Die Insel lockt mit fantastischen Stränden, aber auch wunderschönen Berglandschaften im Landesinneren. Groß und Klein kommen hier voll auf ihre Kosten. Eine Besuchergruppe ist den Einheimischen wie auch den anderen Urlaubern schon lange ein Dorn im Auge: Sauftouristen. Denn der Ballermann ist nach wie vor ein Mekka für Partywütige. Das geht dann auch schon mal mit Trinkgelagen mitten am Tag einher. Damit ist jetzt jedoch Schluss. Künftig darf in Teilen der Insel im öffentlichen Raum überhaupt kein Alkohol mehr konsumiert werden. In den vergangenen Jahren wurden einige Gesetze zur Eindämmung des Massentourismus erlassen – mit knallharten Strafen.
Mallorca setzt Hammer-Verbot am Ballermann durch – Alkohol am Strand und auf offener Straße ist jetzt tabu
Gänzlich neu ist das Verbot allerdings nicht. Die Regionalregierung hat lediglich bei einer bereits seit 2020 geltenden Regelung nachgeschärft. Das neue Verbot wird mit der Veröffentlichung im Amtsblatt in Kraft treten. Dies könnte schon in den kommenden Tagen der Fall sein.
Bisher waren lediglich Trinkgelage verboten, bei denen ganze Gruppen öffentlich Alkohol tranken. Künftig dürfen auch Einzelpersonen nicht mehr öffentlich trinken. Bei Verstößen werden saftige Geldbußen fällig. Laut der Deutschen Presse-Agentur sollen hier zwischen 500 und 1500 Euro fällig werden. Alles andere als ein Bagatellbetrag.
Knallhart-Verbot für Alkohol zielt bewusst auf deutsche und englische Party-Hochburgen ab
Die Reglung betrifft jedoch nicht die gesamte Insel, sondern zielt nur auf bestimmte Problem-Gebiete ab. Konkret geht es um Teile der Gemeinden Palma und Llucmajor. Hier befinden sich die Party-Hochburgen Playa de Palma und Magaluf. Auch für die Gemeinde Sant Antoni de Portmany auf Ibiza gelten diese Regeln.
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Der Schritt findet großen Anklang – auch beim mallorquinische Hotelierverband FEHM. Der Verband erhofft sich von der Maßnahme „die Beendigung des unzivilisierten Tourismus in den vier Gebieten, die unter seinen Auswirkungen leiden“, zitiert der Spiegel. Und damit auch wirklich durchgegriffen werden kann, sollen jedem der Gebiete pro Jahr vier Millionen Euro aus den Einnahmen der Touristensteuer zur Verfügung gestellt werden, so der Spiegel weiter.
Bis 2027 soll das harte Alkoholverbot gelten. Die Balearen-Regierung geht davon aus, im Anschluss wieder mit lockereren Regeln auszukommen. Aktuell hat die Insel noch mit einem weiteren Problem zu kämpfen: Eine gefährliche Insektenart bereitet sich auf Mallorca aus. (sp)