VonMartina Lipplschließen
Fensterscheiben sind zersplittert, eine Straße verwüstet. Bei einer Kugelbomben-Explosion in Berlin werden Menschen schwer verletzt.
Berlin – Es muss eine heftige Detonation an Silvester in Berlin gewesen sein. Häuserfassaden sind beschädigt, Fenster über mehrere Stockwerke zerstört, Wände in den Wohnungen gerissen. 36 Wohnungen sind nach Angaben der Feuerwehr in der Belziger Straße im Stadtteil Schöneberg vorerst unbewohnbar. Insgesamt seien mindestens sieben Gebäude und mehrere Fahrzeuge betroffen. Fünf Personen wurden leicht verletzt, zwei mussten in ein Krankenhaus gebracht werden.
Kugelbomben-Explosion in Berlin verwüstet Straße in Schöneberg
Von einem „Schlachtfeld“ spricht ein Sprecher der Berliner Feuerwehr, das der wohl nicht zugelassene Sprengkörper hinterlassen habe. Experten zufolge soll wahrscheinlich eine sogenannte Kugelbombe gezündet worden sein. Wegen ihrer hohen Explosionskraft sind große Kugelbomben generell in Deutschland verboten. Kugelbomben enthalten oft eine gefährlich große Menge an explosivem Schwarzpulver, dürfen nur mit behördlicher Erlaubnis gekauft werden. Allerdings werden solche Feuerwerkskörper selbst gebastelt oder aus dem Ausland importiert.
Gefährliche Kugelbomben sind verboten
Vor Silvester wird regelmäßig vor illegaler Pyrotechnik und Sprengkörpern der Marke Eigenbau gewarnt. Verstoße gegen das Sprengstoffgesetz sind kein Kavaliersdelikt. „Der Umgang mit nicht zugelassenem Feuerwerk ist als Straftat mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bedroht“, schreibt das Bundesinnenministerium auf seiner Internetseite. „Bei wissentlicher Gefährdung von Personen oder Sachen von bedeutendem Wert kann auf Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren erkannt werden.“ Zudem kann eine Geldbuße von bis zu 50.000 Euro verhängt werden.
Der schwere Vorfall in Schöneberg ist offenbar kein Einzelfall. Laut Feuerwehr explodierte ein illegaler Böller dieser Bauart im Stadtteil Tegel mitten in einer Menschenmenge. Acht Menschen wurden der Feuerwehr zufolge verletzt, zwei davon lebensbedrohlich. Unter den Schwerverletzten soll auch ein Kleinkind sein.
Das Berliner Unfallkrankenhaus (ukb) berichtet an Neujahr von 15 schweren Böller-Verletzungen an Händen, Gesicht und Augen. Darunter seien auch alleine fünf durch sogenannte Kugelbomben gewesen.
Tödliche Explosionen in der Silvesternacht
In der Silvesternacht sind mindestens fünf Menschen in Deutschland bei Unfällen mit Feuerwerk ums Leben gekommen. In Sachsen starben zwei Männer. In Ostschatz starb nach Polizeiangaben ein 45 Jahre alter Mann. Er hatte eine Großfeuerwerksbombe der nicht für den Privatgebrauch zugelassenen Kategorie F4 gezündet. Bei der Explosion erlitt er den Angaben zufolge schwere Kopfverletzungen und starb später im Krankenhaus. Beim Zünden einer Kugelbombe in einem Rohr kam ein 50-Jähriger in Hartha bei Döblen ums Leben.
In Hamburg starb kurz nach Mitternacht ein 20-Jähriger, als er laut Polizei einen nicht zugelassenen Feuerwerkskörper zündete. In Brandenburg starb ein Mann bei einer Pyrotechnik-Detonation. Der Unfall ereignete sich laut Polizei durch „unsachgemäßen Umgang“. In der Stadt Geseke bei Paderborn starb ein 24-Jähriger beim Zünden eines Böllers. Aufgrund der schweren Explosion sei davon auszugehen, dass es sich um einen selbst gebauten Feuerwerkskörper gehandelt habe, teilte die Polizei mit. (ml mit Material der dpa)
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