Auf Ohrring-Suche

Sensationeller Fund im Garten: Familie findet Schätze – Behörden schalten sich ein

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In ihrem Garten machte Familie Aasvik eine sensationelle Entdeckung. Und das rein zufällig.
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Auf der Suche nach einem verlorenen Ohrring macht eine norwegische Familie in ihrem Garten eine unglaubliche Entdeckung. Nun wird der Fall immer größer.

Jomfruland – Eigentlich war Familie Aasvik nur auf der Suche nach einem Ohrring, den ihre Oma in ihrem Garten verloren hat. Dabei machte die norwegische Familie aber eine unglaubliche Entdeckung. Wie das Magazin Smithsonian berichtet, durchleuchtete Papa Jan Erik Aasvik mit einem Metalldetektor den Boden vor dem Haus auf der eher dünn besiedelten Insel Jomfruland im Südosten des Landes nach dem vermissten Schmuckstück. Unter einem großen Baum, direkt vor der Terrasse, begann das Gerät plötzlich laut zu piepsen.

Von dem Ohrring der Oma gab es allerdings keine Spur. „Ich nahm den Spaten und begann zu graben“, erzählt Jan Erik Aasvik später der norwegischen Zeitung Kragerø Vestmar.  Weit musste der selbst ernannte Schatzjäger jedenfalls nicht buddeln, schon nach wenigen Zentimetern stieß er auf zwei Bronzeornamente. „Ich wusste nicht, was es war, aber es sah alt aus“, berichtet der Familienvater. Er bat in einer Facebook-Gruppe um Hilfe. Die Community dort konnte schnell weiterhelfen. Denn nicht selten werden in dem skandinavischen Land, das für seine Naturspektakel bekannt ist, Schätze gefunden.

Nach sensationellem Fund: Archäologin aus Norwegen meldet sich bei Familienvater

Schon kurz darauf meldete sich die norwegische Archäologin Vibeke Lia, die den Post gesehen hat, bei dem Familienvater. „Ich war mir sicher, dass es eine Entdeckung aus der Wikingerzeit war“, sagt sie dem Portal Dagbladet. Und sie hat recht. Bei dem Schatz der Familie Aasvik handelt es sich um Bronzebroschen aus dem achten Jahrhundert. Die größere der beiden Broschen hat laut Kulturamt der norwegischen Provinz Fylkeskommune eine ovale Form und diente höchstwahrscheinlich als Schulterträger eines Damenkleides. „Es sieht toll aus und hat eine Funktion wie eine Art Sicherheitsnadel“, erklärt Lia. Die kleinere Brosche sei hingegen kreisförmig, was eine Identifizierung von Experten zunächst noch schwierig gestaltet.

Die Objekte seien zudem mit aufwendigen Gravuren von Tieren und geometrischen Mustern verziert und zeigen Spuren von Gold auf. Die Archäologin glaubt daher, dass die Broschen einst mit dem wertvollen Edelmetall überzogen waren. Beim Fundort handelt es sich nach ersten Erkenntnissen der Wissenschaftler um das Grab einer aristokratischen Wikingerfrau. „Wir wissen nicht, ob es eine Siedlung gibt, die mit dem Ort verbunden ist, aber die Menschen begruben ihre Toten oft in der Nähe von Straßen oder in der Nähe ihrer Häuser in ihrem Garten“, sagt Lia. Auch in Deutschland kommt es regelmäßig zu spektakulären Funden.

Mit diesem Fund hat Familie Aasvik aus dem norwegischen Jomfruland nicht gerechnet: In ihrem Garten fanden sie zwei Bronzeornamente aus der Wikingerzeit.

Trotz des hohen Alters der Broschen seien diese immer noch in einem „ziemlich guten Zustand“, betont Viebke Lia. Grund dafür ist wohl der Garten der Familie Aasvik. Denn der Standort sei für die Erhaltung der Relikte ausschlaggebend. „An dieser Stelle wurde noch nie gepflügt“, sagt die Archäologin zu Live Science.

Familie findet Wikingerschatz im Garten - Relikte liegen im Büro des Bezirksrats

Bereits zuvor hatten Archäologen im südwestlichen Teil von Jomfruland Pfähle entdeckt, mit denen Wikinger womöglich ihren Anspruch auf das eroberte Land geltend machten. Die Vermutung liegt daher nahe, dass die kriegerischen Seefahrer auch auf der Insel beheimatet waren.

Darüber, wie es nun mit dem Fundort weitergeht, sind sich die Behörden noch nicht einig. „Der nächste Schritt besteht wohl darin, zu beurteilen, ob für diesen Standort die Gefahr einer Verschlechterung besteht“, merkt die Archäologin an. „Wenn es dort sicher ist, wird es wahrscheinlich nicht ausgegraben, sondern dort aufbewahrt, wo es ist.“ Die Relikte befinden sich der derzeit noch auf dem Schreibtisch des Bezirksrats, sollen aber schon bald an das Kunsthistorische Museum nach Oslo geschickt werden. Ob zu Land oder zu Wasser. Historische Schätze werden immer öfter mithilfe von Metalldetektoren aufgefunden. Erst vor kurzem entdeckte ein Mann in Polen wertvolle Münzen auf einem Feld.

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