Gewaltiger Felssturz kracht auf Wanderer in Südtirol – etliche schauen zu
VonMoritz Bletzinger
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Felsen prasseln über zwei Wanderer auf einem Klettersteig am Langkofel in Südtirol. Einer übersteht die Mure unbeschadet, der andere muss per Heli ins Krankenhaus.
Bozen – Zahlreiche Menschen stehen am Fuß des Langkofel in Südtirol, fast alle zücken ihre Handys. Am Berg geht eine gewaltige Gerölllawine ab. Steine poltern, Staub wirbelt durch die Luft. Die Gruppe im Video von stol.it könnte eine Hochzeitsgesellschaft sein, steht zwischen weißen Schirmen und aufgestellten Lautsprecherboxen.
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Gewaltiger Felssturz am Langkofel in Südtirol: Steinmassen gehen über zwei Wanderern ab
Auch andere haben den Felssturz am Samstag (20. Juli) gegen 17 Uhr beobachtet, groß genug war die Mure. In Sozialen Medien kursieren dutzende Videos.
Was die meisten Beobachter vermutlich nicht wissen konnten: Die Steinmassen gingen über zwei Wanderern ab, die auf einem Klettersteig an der Nordwand des Langkofel unterwegs waren.
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Einer von ihnen kam mit dem Schrecken davon, der andere wurde vom Geröll getroffen. Wie italienische Medien berichten, zog er sich mittelschwere Verletzungen an der Schulter zu und wurde von einem Notarzthubschrauber ins Bozner Krankenhaus geflogen. Im Einsatz waren auch die Carabinieri und die Finanzpolizei. Andere Wanderer waren nach aktuellen Informationen nicht betroffen.
In den Tagen zuvor hatte eine Gewitterfront in Südtirol und Österreich gewütet. Die starken Niederschläge haben das Risiko für Erdrutsche und Steinschläge massiv erhöht. Am Freitagnachmittag (19. Juli) gingen beispielsweise gleich vier Muren auf den Gallo-Pass an der Grenze zwischen Italien und der Schweiz ab. Die Felsen prasselten auf einen Lawinenschutztunnel, neun Touristen wurden darin gefangen. (moe)