Mure pflügt Berg hinab

Gewaltiger Felssturz kracht auf Wanderer in Südtirol – etliche schauen zu

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Felsen prasseln über zwei Wanderer auf einem Klettersteig am Langkofel in Südtirol. Einer übersteht die Mure unbeschadet, der andere muss per Heli ins Krankenhaus.

Bozen – Zahlreiche Menschen stehen am Fuß des Langkofel in Südtirol, fast alle zücken ihre Handys. Am Berg geht eine gewaltige Gerölllawine ab. Steine poltern, Staub wirbelt durch die Luft. Die Gruppe im Video von stol.it könnte eine Hochzeitsgesellschaft sein, steht zwischen weißen Schirmen und aufgestellten Lautsprecherboxen.

Erdrutsche und Überschwemmungen verwüsten Südtirol und Österreich – Bilder zeigen Ausmaß der Unwetter

Enorme Wassermassen konnte der „Kanal nicht mehr schlucken“, berichtet die Feuerwehr Gerlos. Der Mitterhofbach war am Freitag gegen 15.30 Uhr im Ortszentrum über die Ufer getreten.
Enorme Wassermassen konnte der „Kanal nicht mehr schlucken“, berichtet die Feuerwehr Gerlos. Der Mitterhofbach war am Freitag gegen 15.30 Uhr im Ortszentrum über die Ufer getreten.  © FW Gerlos
Geröll und Schlamm – starke Regenfälle hinterließen deutliche Spuren an einem Bach in Axamer Lizum in Tirol (Österreich).
Geröll und Schlamm – starke Regenfälle hinterließen deutliche Spuren an einem Bach in Axamer Lizum in Tirol (Österreich).  © FW Axams
Murenabgänge verschütteten nach den starken Regenfällen in Axamer Lizum (Tirol) Zufahrten. Verletzt wurde niemand.
Murenabgänge verschütteten nach den starken Regenfällen in Axamer Lizum (Tirol) Zufahrten. Verletzt wurde niemand.  © FW Axam
Die Einsatzkräfte der Feuerwehr waren in Tirol gefordert. Ein Bach verlegte die Zufahrtsstraße zu einem Hotel-Parkplatz in Axamer Lizum.
Die Einsatzkräfte der Feuerwehr waren in Tirol gefordert. Ein Bach verlegte die Zufahrtsstraße zu einem Hotel-Parkplatz in Axamer Lizum.  © FF Axam
Murenabgänge und Erdrutsche in Tirol: Die Schäden nach dem Unwetter in der Gemeinde Sellrain sind groß.
Murenabgänge und Erdrutsche in Tirol: Die Schäden nach dem Unwetter in der Gemeinde Sellrain nahe Innsbruck sind groß. Sellrain in der Nacht auf Samstag nur über das Ötztal erreichbar.  © Gemeinde Sellrain/dpa
Enormen Wassermassen rissen eine Straße in Pöls Kärnten einfach weg.
Enormen Wassermassen rissen eine Straße in Pöls Kärnten einfach weg.  © BFV Judenburg
In Österreich wurden in Kärnten Straßen überschwemmt oder wie im Bezirk Feldkirchen einfach weggerissen.
In Kärnten wurden Straßen überschwemmt oder wie im Bezirk Feldkirchen einfach weggerissen.  © Screenshot Facebook/BFW Judenburg
Steine begraben die Via della Vall am Gallo-Pass: Neun Touristen wurden gerettet, um einen Motorradfahrer herrscht Sorge.
Vier Muren gingen auf den Gallo-Pass nach Livigno am 19. Juli ab. Eine Felslawine begräbt die Via della Vall. Neun Touristen wurden gerettet, ein Motorradfahrer gilt als vermisst.  © Vigili del Fuoco
Heftige Unwetter mit Sturmböen forderten die Feuerwehren in Südtirol. Besonders betroffen das Gadertal am 17. Juli.
Heftige Unwetter mit Sturmböen forderten die Feuerwehren in Südtirol. Besonders betroffen das Gadertal am 17. Juli.  © Screenshot Facebook LFVB Südtirol
Viele Gebäude wurden von Muren getroffen.
In Südtirol rissen Wassermassen Geröll, Schlamm und Steine mit. Viele Gebäude wurden schon am 12. Juli von Muren getroffen.  © Landesfeuerwehrverband Südtirol

Gewaltiger Felssturz am Langkofel in Südtirol: Steinmassen gehen über zwei Wanderern ab

Auch andere haben den Felssturz am Samstag (20. Juli) gegen 17 Uhr beobachtet, groß genug war die Mure. In Sozialen Medien kursieren dutzende Videos.

Was die meisten Beobachter vermutlich nicht wissen konnten: Die Steinmassen gingen über zwei Wanderern ab, die auf einem Klettersteig an der Nordwand des Langkofel unterwegs waren.

Felssturz in Südtirol: Die Mure ging am Langkofel in der Nähe der Comici-Hütte ab.

Bergsteiger von Mure in Südtirol verletzt – zuletzt zahlreiche Erdrutsche in den Alpen

Einer von ihnen kam mit dem Schrecken davon, der andere wurde vom Geröll getroffen. Wie italienische Medien berichten, zog er sich mittelschwere Verletzungen an der Schulter zu und wurde von einem Notarzthubschrauber ins Bozner Krankenhaus geflogen. Im Einsatz waren auch die Carabinieri und die Finanzpolizei. Andere Wanderer waren nach aktuellen Informationen nicht betroffen.

In den Tagen zuvor hatte eine Gewitterfront in Südtirol und Österreich gewütet. Die starken Niederschläge haben das Risiko für Erdrutsche und Steinschläge massiv erhöht. Am Freitagnachmittag (19. Juli) gingen beispielsweise gleich vier Muren auf den Gallo-Pass an der Grenze zwischen Italien und der Schweiz ab. Die Felsen prasselten auf einen Lawinenschutztunnel, neun Touristen wurden darin gefangen. (moe)

Rubriklistenbild: © Screenshot/Facebook/Antonio Carbone

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