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Auf Deutschland kommt ein ungewöhnlich strenges Winterwochenende zu. Es drohen verbreitet gefährliche Wetterlagen. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Merkur – Ein markantes Kaltluftpaket arktischen Ursprungs sorgt dafür, dass sich das kommende Wetter-Wochenende (22. und 23. November) eher wie der Januar anfühlt. In den Nächten rauschen die Temperaturen regional auf bis zu minus 10 Grad, über Schneedecken in höheren Lagen sogar bis minus 15 Grad. Auch tagsüber bleibt es vielerorts bei leichtem Dauerfrost. Für die Jahreszeit ist dieses Niveau bemerkenswert, denn normalerweise sorgt der November erst für Übergangswetter mit wechselhaften Bedingungen.
Doch diesmal dominieren klare Nächte, sehr kalte Luftmassen und ein insgesamt hochwinterlicher Charakter. Der Samstag (22. November) zeigt sich dabei häufig freundlich mit längeren sonnigen Phasen, wodurch sich ein klassischer Wintertag einstellt, der jedoch aufgrund der niedrigen Temperaturen nur zögerlich erwärmt.
Winter-Wetter am Wochenende in Deutschland: Schneefront aus Westen bringt neue Dynamik
Am Sonntag (23. November) ändert sich die Lage deutlich, denn eine von Westen aufziehende Schneefront greift auf Deutschland über. Beginnend an der Nordseeküste breitet sich der Schneefall rasch Richtung Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen sowie weiter südlich bis nach Baden-Württemberg aus. Selbst tiefe Lagen können sich auf eine geschlossene Schneedecke einstellen. Die Luft bleibt zunächst kalt genug, damit der Niederschlag überall als Schnee fällt. Im Laufe des Tages mischen jedoch mildere Luftmassen aus Südwesten mit, wodurch die Schneefront zunehmend an Komplexität gewinnt. Besonders in der Westhälfte ist dann eine Phase mit gefrierendem Regen möglich, was örtlich zu gefährlicher Glätte führt.
Kaltfront bringt Winter-Gefahren im November: Nacht auf Montag mit Glatteisrisiko im Süden und Osten
Am späten Sonntagabend und in der Nacht auf Montag (24. November) verlagert sich das Hauptgeschehen weiter in den Süden und Osten Deutschlands. Dort trifft der noch bodennahe Frost auf vorderseitig mildere Luft, die in der Höhe einströmt. Dieses klassische Muster begünstigt die Entstehung von Eisregen, der binnen kurzer Zeit Straßen, Wege und Fahrzeuge vereisen kann. Die Kombination aus winterlichem Schnee, aufkommender Milderung und gefrierendem Niederschlag macht die Wetterlage potenziell brisant. Besonders Pendler sollten am Montagmorgen mehr Zeit einplanen und die aktuellen Warnungen im Blick behalten, da regional erhebliches Glatteis auftreten kann.
Rubriklistenbild: © metdesk/ wxcharts.com
