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Der Wintereinbruch in den Alpen sorgt für ein Verkehrschaos: Am Brenner fielen 40 Zentimeter Neuschnee. Die Autobahn wurde komplett gesperrt.
Update vom 23. Februar, 22.40 Uhr: Laut Verkehrsinfo.it ist die Autobahn auf beiden Seiten wieder für Pkw und Busse geöffnet. Auch die ersten Lastwagen dürften wieder fahren.
Update vom 23. Februar, 22.09 Uhr: 25 Einsatzkräfte des Roten Kreuzes Innsbruck-Land versorgen mit zehn Fahrzeugen, begleitet von Polizei und Feuerwehr, die Eingeschlossenen auf der Tiroler Brennerautobahn. Sie fahren vom Brenner auf der freien Fahrbahn nach Süden und steigen über die Leitplanken, um Tee und Snacks zu verteilen. Auch auf der Südtiroler Seite verteilt das Weiße
Kreuz Hilfsgüter. Bei Brixen ist außerdem ein Lkw in das Stauende gerast, die Feuerwehr musste den eingeklemmten verletzten Lkw-Fahrer mit Rettungsspreizern aus der Führerkabine holen. Die Brennerstaatsstraße (Italien) bzw. die Brennerbundesstraße (Tirol) sind wegen Lawinengefahr gesperrt. Am Grenzübergang stand eine schier endlos lange Autoschlange.
Update vom 23. Februar, 20.04 Uhr: Auf der italienischen Seite wurde der Brenner laut verkehrsinfo.it wieder geöffnet, hier hatte sich der Verkehr zeitweise bis Brixen gestaut, da die Autobahn ab Sterzing gesperrt war. Auf der österreichischen Seite ist die Auffahrt auf die Brennerautobahn nach wie vor ab Innsbruck nicht möglich. Laut tt.com ist das Rote Kreuz im Einsatz, um die Eingeschlossenen zu versorgen. Es dürften Hunderte sein.
Schneechaos in den Alpen: Zahlreiche Bahnreisende gestrandet
Update vom 23. Februar, 18.25 Uhr: Die Lage hat sich noch nicht entspannt, im Gegenteil: Im Südtiroler Pustertal wurden zwei Personenzüge von den Schneemassen eingeschlossen. Grund dürfte laut stol.it wohl ein Schaden an der Oberleitung sein. Bei der Ortschaft Vintl bei Meransen war ein Zug mit über 100 Passagieren gestrandet, bei Ehrenburg nahe Bruneck ein Zug mit knapp 80 Passagieren. Die Evakuierung ist angelaufen.
Die Schnelleinsatzgruppe des Weißen Kreuzes, so etwas wie das deutsche Technische Hilfswerk (THW), wurde alarmiert. Sie steht mit Zelten und anderem Equipment bereit. Auf den Straßen gibt es Dutzende Rutschpartien, die bislang glimpflich endeten. Dafür warnen die Behörden Wintersportler vor einer enorm gestiegenen Lawinengefahr.
Erstmeldung vom 23. Februar, 15.43 Uhr: Innsbruck – Die Kaltfront, die am Freitag (23. Februar) über die Alpen gezogen ist, hat vor allem am Hauptkamm des Gebirges für kräftigen Schneefall gesorgt. Seit den frühen Morgenstunden schneit es etwa am Brenner sowohl auf der italienischen als auch der österreichischen Seite unaufhörlich. Am frühen Nachmittag stapelte sich die Schneedecke 40 Zentimeter hoch. Aufnahmen von Webcams zeigen quer liegende Lkw an der Staatsgrenze und eine geschlossene Schneedecke auf der Autobahn.
Verkehrschaos nach starkem Schneefall am Brenner: Quer liegende Lastwagen blockieren die Räumfahrzeuge
Die wichtige Transitroute wurde auf der italienischen Südseite ab Sterzing (Südtirol) gesperrt, hier bildete sich am frühen Nachmittag ein etwa sechs Kilometer langer Stau. In der Gegenrichtung standen vor allem Lastwagen, aber auch Autos auf 30 Kilometer Länge, schließlich wurde die Brennerautobahn auf der Nordseite in Österreich bzw. Tirol schon an ihrem Anfang bei Innsbruck gesperrt. Erst vor wenigen Tagen war eine Steinlawine in Südtirol auf die Brenner-Straße gedonnert und Stau verursacht.
„Aktuell sorgen an einigen Stellen der A13 hängengebliebene Lkw für Verkehrsbehinderungen, die Schneefälle sind weiterhin anhaltend stark. Wir setzen neben mehr als 20 Räumfahrzeugen auch Spezial-Abschleppunternehmen entlang der Strecke ein, um diese Lkw wieder flottzumachen“, schreibt der österreichische Autobahnbetreiber Asfinag bei Facebook.
Asfinag-Sprecher Alexander Holzedl berichtet: „Ein großes Problem sind jene Lkw, die trotz Fahr- und Überholverbots den zweiten und dritten Fahrstreifen nutzen und so bei einem Hängenbleiben den Weg für Pkw, vor allem aber für die Räumstaffeln der Asfinag versperren.“ Neben den Räumfahrzeugen würden auch Spezial-Abschleppunternehmen entlang der Strecke eingesetzt, um diese Lkw wieder flottzumachen. Eine Entspannung der Lage war nicht in Sicht. Die Schneefälle sollten bis Mitternacht anhalten, für die Nacht wurden am Brenner Temperaturen von minus 13 Grad erwartet.
Auch viele andere Straßen wegen Schneefalls gesperrt
Auch auf anderen Passstraßen gab es Behinderungen. So musste laut ORF die Reschen-Straße zwischen Nauders und der Kajetansbrücke gesperrt werden. Ein Baum blockierte die Fahrbahn. Auf der Gerlosstraße zwischen Zillertal (Tirol) und Pinzgau (Salzburg) bildete sich ab Hainzenberg (Tirol) ein kilometerlanger Stau wegen der verschneiten Fahrbahn. Für den Gerlospass besteht Kettenpflicht für alle Fahrzeuge.
Auf der Arlberg-Passstraße galt ab St. Anton Schneekettenpflicht, ebenso für die Tuxer Straße ab Finkenberg und für die Sellraintalstraße. Auch im Salzburger Land gab es Behinderungen, etwa an der Pass-Thurn-Straße bei Mittersill (Pinzgau) und auf der Katschbergstraße über den Radstädter Tauernpass. Für viele Pässe galt Schneekettenpflicht.
In Südtirol rücken die Einsatzkräfte pausenlos aus, um verunglückte Fahrzeuge zu bergen. Hier hat es bis auf 600 Meter herab geschneit. Am Wochenende hatte es noch Föhntemperaturen von bis zu 20 Grad gegeben. Derweil ist in Österreich die Diskussion um ein ganzjähriges Fahrverbot für Lkw an gefährlichen Straßen wegen eines heftigen Unfalls erneut entbrannt.
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