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Ein brennendes Handy löst eine Massenpanik in einem Flugzeug aus. Die Crew reagiert geistesgegewärtig und wird gelobt.
Denver – Ein Handybrand hat am Freitag (15. November 2024) auf einem Southwest-Airlines-Flug für Chaos und Panik gesorgt. Während die Boeing 737-700 mit 108 Passagieren am Denver International Airport auf den Start wartete, fing der Akku eines Smartphones – das ein Mädchen in der Hand hielt – plötzlich Feuer. Rauch breitete sich in der Kabine aus, weil der Sitz anfing zu brennen, wie CNN berichtet.
„Ich hörte jemanden im hinteren Bereich rufen: ‚Feuer! Feuer!‘, und plötzlich war alles in Aufruhr“, schilderte eine Passagierin gegenüber US-Medien. Die Crew reagierte sofort: Passagiere am Heck evakuierten über die Notrutschen, während andere über die Fluggastbrücke das Flugzeug verließen.
Zwei Verletzte bei Feuer in Boeing: Brandursache ist ein Samsung-Smartphone
Nach ersten Berichten zog sich ein Passagier während der Evakuierung leichte Verletzungen zu. Das Mädchen, dessen Samsung-Smartphone Feuer fing, erlitt Verbrennungen an den Händen. Crewmitglieder konnten den brennenden Sitz löschen, bevor das Feuer außer Kontrolle geriet. Laut einer weiteren Passagierin hatte das Flugzeug 30 Minuten Verspätung. „Das war unser Glück“, sagte sie im Gespräch mit CNN. „Wären wir schon in der Luft gewesen, hätte das katastrophale Folgen haben können.“
Der Brand wurde offenbar durch einen Defekt im Lithium-Ionen-Akku des Smartphones ausgelöst – ein Phänomen, das als „Thermal Runaway“ bekannt ist. Wie Jos Kools gegenüber BatteryGuard erklärt, handelt es sich dabei um eine chemische Kettenreaktion, die durch Überhitzung entsteht. Der Akku wird dabei so heiß, dass er Feuer fangen oder sogar explodieren kann. Die Schäden eines defekten Akkus sind oft nicht sichtbar und können durch unsachgemäße Handhabung, Stöße oder extreme Temperaturen entstehen. Experten raten, Lithium-Ionen-Akkus vorsichtig zu behandeln, um Schäden zu vermeiden.
Kools empfiehlt folgende Maßnahmen:
- Vermeiden Sie physische Schäden: Akkus sollten nicht fallen gelassen oder eingeklemmt werden, zum Beispiel zwischen Flugzeugsitzen.
- Auf Warnzeichen achten: Geräte, die ungewöhnlich heiß werden oder sich verformen, sollten nicht weiter verwendet werden.
- Laden unter Aufsicht: Akkus sollten nie unbeaufsichtigt geladen werden, insbesondere nicht über Nacht.
Sicherheitsmaßnahmen in der Luftfahrt: Smartphone-Akkus bergen Risiken für Flugzeuge
Lithium-Ionen-Akkus unterliegen in der Luftfahrt strengen Vorschriften, da sie immer wieder Auslöser für Brände sind. Deswegen ist es auch wichtig, Elektronikgeräte fachgerecht zu entsorgen. Passagiere werden vor dem Flug darauf hingewiesen, ihre Geräte nicht einzuquetschen oder zwischen den Sitzen zu verstauen. Dennoch bleibt ein Restrisiko, wie der aktuelle Vorfall zeigt.
Southwest Airlines lobte in einem Statement die Crew für ihr schnelles Eingreifen, wie CNN berichtet. In einer Stellungnahme erklärte die Fluggesellschaft: „Die Sicherheit unserer Passagiere und Mitarbeiter hat oberste Priorität.“ Der Flug erreichte sein Ziel in Houston mit dreistündiger Verspätung, und die Untersuchung der FAA läuft. Im Juni 2024 machte eine ähnliche Meldung über einen Brand in einer Boeing Schlagzeilen. (ls)
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