Stärke 6,2

Heftiges Erdbeben trifft Istanbul: Schlimmes Szenario befürchtet – Menschen flüchten aus Stadt

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  • Kilian Bäuml
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Erdbeben der Stärke 6,2 nahe der Millionenmetropole Istanbul. Türkische Medien sprechen von einem „furchterregenden Ereignis“ in der gefährdeten Region.

Update vom 25. April, 11.45 Uhr: Auch zwei Tage nach dem starken Istanbuler Beben kommt die Erde in der Metropole nicht zur Ruhe. Am frühen Morgen ereigneten sich an einer vor der Stadt gelegenen Plattengrenze weitere Beben mit einer Stärke von bis zu 4,5, wie der Katastrophendienst Afad mitteilte. Menschen verbrachten erneut die Nacht im Freien - aus Sorge vor einem weiteren, heftigeren Beben, wie verschiedene türkische Medien berichteten.

Die Türkei liegt in einer der seismisch aktivsten Gegenden der Welt. Mehr als eine Million Gebäude in Istanbul gelten als nicht erdbebensicher. Laut Experten gilt zudem ein Beben der Stärke 7 als überfällig. Das Beben von Mittwoch habe dies nun noch mal wahrscheinlicher gemacht, sagte Marco Bohnhoff vom GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung in Potsdam. Käme es in der Region zu einem noch schwereren Erdbeben, könnte sogar ein Tsunami mit drei Meter hohen Wellen drohen, warnte nun ein Seismologe.

Istanbul-Erdbeben war viermal so stark, wie das vom September 2019

Update vom 25. April, 5.19 Uhr: Das Erdbeben der Stärke 6,2 setzte eine Energie frei, die über 30.000 Tonnen TNT entspreche, berichtet AFAD jetzt in einer Analyse. Demnach war das Beben etwa viermal so stark, wie das der Stärke 5,8 vom 26. September 2019.

In Istanbul wächst jetzt die ohnehin schon bestehende Angst vor einem noch stärkeren Hauptbeben. Einige Fachleute warnen seit Jahren vor einem Ereignis mit einer Magnitude von über 7. Das könnte für die Millionenmetropole verheerend sein. Aktuell reisen viele Menschen aus der Stadt ab, schlafen in Autos oder in Zelten. Andere bleiben wiederum entspannt, zu ungewiss ist die Lage.

Die Nachbeben (mittlerweile sind es 291) dürften jedenfalls noch Wochen andauern, prognostiziert AFAD. Seit Donnerstagmorgen (24. April) registriert der Katastrophenschutz eine Tendenz zur Abnahme. Insgesamt vier der Nachbeben übertrafen eine Magnitude von 4.

Update vom 24. April, 21.28 Uhr: Nach dem heftigen Erdbeben in Istanbul äußerten sich mehrere türkische Minister. Das türkische Nachrichtenportal hurriyet zitierte sowohl den Minister für Umwelt, Urbanisierung und Klimawandel, Murat Kurum, als auch den Minister für Verkehr und Infrastruktur, Abdulkadir Uraloğlu. In ihrer Erklärung betonten die Minister: „Wir haben insgesamt 1756 Schadensmeldungen erhalten. 80 Prozent der Meldungen in Istanbul befinden sich auf der europäischen Seite.“

Insgesamt wurden 83 Gebäude beschädigt, während die Untersuchung öffentlicher Gebäude noch andauert. Um die Erdbebensicherheit in Istanbul zu erhöhen, wird an einer Umgestaltung gearbeitet. Besonders die Bausubstanz vieler Gebäude erweist sich als unzureichend erdbebensicher. „Das Erdbeben in Istanbul ist eine Frage der nationalen Sicherheit und Unabhängigkeit. Es ist eine Angelegenheit, die sogar die Unabhängigkeit der Türkei beeinträchtigen wird. Wir werden weitermachen, bis es in Istanbul kein einziges riskantes Gebäude mehr gibt.“

Nachbeben in Istanbul haben Folgen: Menschen leben in Notunterkünften

Update vom 24. April, 17.53 Uhr: Mehr als 100.000 Menschen sind nach dem schweren Erdbeben und den zahlreichen Nachbeben in Istanbul mittlerweile in Notunterkünften untergekommen. Andere verlassen die Stadt, übernachten in Autos, campen im Freien – oder aber absolvieren ihren Alltag wie gewohnt. Deutsche Touristen sind von den Beben anscheinend kaum betroffen, hieß es vom Deutschen Reiseverband laut dpa. Es seien nur wenige Gäste vor Ort.

In Istanbul leben die Menschen derzeit in Angst vor weiteren Erdbeben. (Archiv)

Viele Menschen wollen nicht in ihre Häuser zurück, weil Expertinnen und Experten warnen, dass ein noch stärkeres Beben die Millionenmetropole erschüttern könnte. „Bei einem Erdbeben haben wir nirgendwo Zuflucht. Also wir bleiben hier, um wenigstens ein bisschen Schutz zu haben“, sagte ein Mann, der im Freien übernachtet hatte, der türkischen Nachrichtenagentur DHA.

Update vom 24. April, 16.15 Uhr: Nach dem Erdbeben sind die Flugpreise in Istanbul um mehr als 1000 Prozent gestiegen. Turkish Airlines und das Verkehrsministerium griffen daher ein, um die Preise zu regulieren. „Die Preise für einfache Flugtickets von Istanbul nach Ankara stiegen nach dem Erdbeben von 800 Lira auf bis zu 8.859 Lira, was bei vielen Nutzern Empörung auslöste“, berichtete etwa die türkische Zeitung Dünya Gazetesi.

Erdbeben trifft Istanbul: Schlimmeres Szenario befürchtet – Studie nennt mögliche Opferzahlen

Update vom 24. April, 14.35 Uhr: Nach den Erdbeben in der Region um Istanbul mit mehr als 200 Verletzten gibt es Warnungen vor einem weiteren und deutlich gefährlicheren Beben. Laut Marco Bohnhoff vom GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung in Potsdam könnte es mit einer Stärke von 7,4 große Zerstörung anrichten - das stärkste Beben lag bisher bei 6,2.

Eine solche Erschütterung wäre laut Bohnhoff etwa 60-fach stärker als das stärkste der bisherigen Beben - und fände keine 20 Kilometer von der Millionenmetropole entfernt statt. Manche Fachleute, die in türkischen Medien zu Wort kommen, rechnen sogar mit einer Magnitude von 7,7. Obwohl Experten seit Jahrzehnten vor einem großen Erdbeben warnen, gilt die Metropole am Bosporus mit rund 16 Millionen Einwohnern nicht als erdbebensicher.

Einer Studie der Stadtverwaltung zufolge könnten bei einem Beben der Stärke 7,5 etwa 14.500 Menschen sterben, andere Experten gehen von deutlich mehr Toten aus - manche gar von Hunderttausenden. Das Beben von Mittwoch habe ein solches starkes Beben nun noch mal wahrscheinlicher gemacht, denn damit sei ein Übergangsbereich der ohnehin schon kritisch geladenen Verwerfung unterhalb Istanbuls aktiviert worden.

Schweres Erdbeben trifft Istanbul: Schlimmes Szenario befürchtet – Pressekonferenz einberufen

Update vom 24. April, 12.24 Uhr: Nach dem schweren Erdbeben sind rund 101.000 Menschen in Istanbul mittlerweile in Notunterkünften wie Schulen, Moscheen und Logistiklagern aufgenommen worden. Das teilte der türkische Innenminister Ali Yerlikaya auf einer Pressekonferenz mit. Bislang sind laut Städteministerium rund 1400 Schadensmeldungen an Gebäuden registriert worden.

Update vom 24. April, 12 Uhr: Nach dem schweren Erdbeben in Istanbul verlassen zahlreiche Menschen die Metropole. Hotels entlang der türkischen Ägäisküste verzeichnen einen deutlichen Anstieg der Hotelbuchungen. Flugtickets ab Istanbul in andere Städte der Türkei waren am Abend des Bebens und auch am Donnerstag nicht mehr zu erhalten, berichtete eine dpa-Reporterin. Auf den Websites der Fluglinien seien alle Flüge ausgebucht gewesen.

Experten betonen, dass die Sorge vor einem sehr großen Erdbeben aktueller denn je sei. Doch längst nicht alle können oder wollen abreisen. Manche Bekannte seien etwa gebeten worden, auf jeden Fall zur Arbeit zu kommen, berichtete die dpa-Reporterin. Für jene, die nicht zurück in ihre Häuser wollen, hat der Türkische Rote Halbmond damit begonnen, Lebensmittel in Sammelunterkünften bereitzustellen, berichtete der Staatssender TRT Haber.

Lage in Istanbul kommt nicht zur Ruhe: Knapp 300 Nachbeben registriert

Update vom 24. April, 09.59 Uhr: Nach weiteren Erdbeben verzeichnete Afad inzwischen gut 300 Nachbeben nach dem schweren Stoß mit 6,2. Alle Beben ereigneten sich entlang der tektonischen Gräben im Marmarameer.

Seismologen und Geologen, die in türkischen Medien zu Wort kommen, gehen in der Mehrzahl davon aus, dass ein großes Beben noch bevorsteht. Wann das der Fall sein könnte, kann niemand sagen – doch die Stärke könnte 7,4 betragen, manche Fachleute rechnen sogar mit einer Magnitude von 7,7.

Etliche Menschen haben die Stadt aus Angst vor einem großen Beben bereits verlassen, viele jedoch die Nacht auch im Freien oder in ihren Autos verbracht, darunter viele Familien mit Kindern. Über die Frage, was mit Blick auf ein weiter drohendes größeres Erdbeben zu tun sei, sagte Geologe Celal Sengör von der Technischen Universität Istanbul in einem Interview, langfristig gesehen sei nun „der Zeitpunkt erreicht, Istanbul zu verlassen“. Sengör zog mit dieser Aussage umgehend Kritik von der regierenden AKP auf sich. Ein Chefberater von Präsident Recep Tayyip Erdogan nannte Sengör nach dessen Aussage in einem Beitrag auf X einen „Idioten“.

Erdbebenserie in Istanbul reißt nicht ab: Weitere Nachbeben registriert

Update vom 24. April, 07.42 Uhr: Die Erdbebenserie in der türkischen Metropole Istanbul reißt nicht ab. Der Katastrophendienst Afad meldete am Morgen weitere Nachbeben, darunter eines der Stärke 4,6.

Nach Angaben von Gesundheitsminister Kemal Memisoglu auf der Plattform X gab es insgesamt 236 Verletzte - davon 173 in Istanbul, die übrigen in anderen Provinzen. Ihm zufolge wurden 15 Menschen noch in Krankenhäusern behandelt. Manche der Betroffenen hätten sich bei dem Versuch verletzt, sich mit Sprüngen aus Gebäuden in Sicherheit zu bringen. Laut dem Istanbuler Gouverneursamt gab es zunächst keine Berichte über eingestürzte Häuser. „Aufgrund der Nachbeben, die nach dem Hauptbeben anhalten, ist es wahrscheinlich, dass Erdbeben bis zu einer bestimmten Stärke für eine gewisse Zeit auftreten werden“, hieß es.

Update vom 24. April, 05.25 Uhr: Nach den Erdbeben in Istanbul steht die Bevölkerung weiter unter Schock. Zahlreiche Menschen verbrachten die Nächte im Freien und schlugen etwa in Parks oder auf anderen Grünflächen Zelte auf, wie türkische Medien berichteten. Das Beben hat keinen größeren Schaden angerichtet – aber die Angst vor einer laut Experten unabwendbaren Katastrophe befeuert. Bis zum Abend meldete der Katastrophendienst Afad 184 Nachbeben. 

Präsident Recep Tayyip Erdogan erklärte: „Unsere Bürger können beruhigt sein. Als Staat werden wir weiterhin rund um die Uhr mit allen unseren Einheiten in Alarmbereitschaft bleiben und für unsere Nation arbeiten, die Situation unter Kontrolle zu haben.“ Beruhigt sind aber wohl die wenigsten der Bewohner. Mehr als eine Million Gebäude gelten als nicht sicher. Experten gehen davon aus, dass das befürchtete Großbeben mit einer Stärke von 7 Zehntausende Menschen töten könnte. Als Grund wird etwa die schlechte Bausubstanz genannt. Laut dem Istanbuler Gouverneursamt gab es zunächst aber keine Berichte über eingestürzte Gebäude. Die Bürger wurden gebeten, sich beschädigten Gebäuden nicht zu nähern. Laut Städtebauminister Murat Kurum (AKP) wurden zwölf Gebäude vorsorglich evakuiert.

Update vom 23. April, 22.33 Uhr: Das Erdbeben am Mittwoch sei das Schwerste in der Region seit über 25 Jahren gewesen. Laut dem GFZ hatte das erste eine Stärke von 6,2 in einer Tiefe von rund zehn Kilometern, etwa 60 Kilometer westlich von Istanbul im Marmarameer. Nur 13 Minuten später bebte die Erde erneut, diesmal mit einer Stärke von 5,3 - südlich in etwa 40 Kilometern Entfernung.

Erdbebenserie erschüttert Istanbul – Angst vor Hauptbeben wächst

Update vom 23. April, 20.17 Uhr: Mehr als 120 teils starke Erdbeben erschütterten die Metropole bis zum Mittwochabend. Auf den Straßen bildeten sich lange Staus jener, die die Stadt verließen, um im Umland zur übernachten. Indes wächst die Angst vor einem noch größeren Hauptbeben: Nicht nur der Geologe Okan Tüysüz prophezeit ein solches, auch Erdbebenforscher Naci Görür schreibt auf der Plattform X, dass er fest mit einem rechne. Die aktuellen Erschütterungen erhöhten die Spannungen an der tektonischen Plattengrenze im Marmarameer zusätzlich, so Görür. Wann das noch stärkere Beben Istanbul treffen könnte, ist allerdings unklar. 

Die Stadt gilt jedoch als schlecht vorbereitet. Sie ist laut Social-Media-Posts von Kritikern verbaut. Selbst Freiflächen, die eigentlich für solche Notfälle gedacht sind, seien nicht zugänglich – manche sogar mit Zäunen abgeriegelt. Darüber hinaus hätten viele eine Warn-SMS nicht erhalten, obwohl es ein solches System gibt. Aus diesem Grund ist die Angst der Einwohner besonders groß.

Update vom 23. April, 18.35 Uhr: Die Lage für Urlauberinnen und Urlauber ist nach der Erdbebenserie in Istanbul mit Erschütterungen von einer Stärke von bis zu 6,2 kompliziert. Wer geplant hat, nach Istanbul zu reisen, sei reiserechtlich nun in einer schwierigen Situation. Das betonte die Reiserechtsexpertin Karolina Wojtal vom Europäischen Verbraucherzentrum (EVZ). Angst oder Unbehagen allein würden keine kostenfreie Stornierung rechtfertigen.

Formelle Warnungen des Auswärtigen Amtes vor Reisen in die Region seien zum Beispiel ein wichtiges Indiz, aber auch das reicht nicht als alleinige Voraussetzung für das Rücktrittsrecht, so die Expertin. Es komme immer auf die konkrete Lage vor Ort an, und nicht auf die persönliche Einschätzung der Reisenden.

Wissenschaftler nennt zwei Szenarien nach Erdbeben in Istanbul

Update vom 23. April, 17.30 Uhr: Wissenschaftler halten weitere Erdbeben für möglich. „Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es zwei Szenarien: Entweder ist die unmittelbare Region nun vorerst entspannt und die Seismizität klingt langsam ab, oder die durch das Beben erzeugten Spannungsumlagerungen erhöhen die Wahrscheinlichkeit für ein größeres Erdbeben in der Region“, sagte Marco Bohnhoff vom Potsdamer Helmholtz-Zentrum für Geoforschung (GFZ). Man beobachte die Vorgänge sehr genau. 

13 Minuten nach dem ersten Beben wurde die Erde erneut erschüttert. Diesmal mit einer Stärke von 5,3 südlich der türkischen Hauptstadt in etwa 40 Kilometern Entfernung. Das zweite Beben deute den Wissenschaftlern zufolge daraufhin, dass die Spannungen sich verlagert haben. Dadurch seien weitere Erdstöße wahrscheinlich.

Istanbul erschütterte ein schweres Erdbeben.

Update vom 23. April, 17 Uhr: Istanbul ist aufgrund der Nordanatolischen Verwerfung insgesamt einem hohen Risiko für Erdbeben ausgesetzt. Das schreibt das GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel. Dort heißt es weiter: „Die Arabische Erdplatte drückt Anatolien nach Norden gegen die Eurasische Erdplatte. Anatolien weicht dabei aus und schiebt sich an der Eurasischen Platte entlang nach Westen. Die Störungszone erstreckt sich über 900 Kilometer von der Osttürkei bis in die Ägäis.“

Auf den Straßen der Stadt mit ihren 16 Millionen Einwohnern spielten sich am Mittag nach dem rund 13 Sekunden andauernden stärksten Erdstoß dramatische Szenen ab. Viele Menschen stürzten in Angst aus den Häusern, viele verletzten sich, als sie in Panik aus den Fenstern sprangen. Familien eilten zu Krankenhäusern, um ihre kranken Angehörigen von dort abzuholen und in Sicherheit zu bringen, wie Bilder des Staatssenders TRT zeigten. Was folgte, waren mehr als 50 teils starken Nachbeben.

Das Hauptbeben war auch in Teilen Griechenlands und Bulgariens deutlich zu spüren. Genau wie türkische Seismologen befürchten auch griechische Wissenschaftler, dass ein großes Hauptbeben noch ausstehen könnte. Laut Innenministerium sind keine Toten zu beklagen, Wohnhäuser sind nicht eingestürzt.

Erdbeben erschüttert Istanbul – Schulen bleiben vorerst geschlossen

Update vom 23. April, 16.04 Uhr: Am Donnerstag und Freitag bleiben alle Schulen in Istanbul geschlossen. Zwar wurden laut Bildungsminister Yusuf Tekin „keine ernsthaften Auswirkungen“ des Erdbebens an den Gebäuden verzeichnet. Doch in der Millionenmetropole ist die Angst vor einem starken Nachbeben groß.

Viele Menschen suchen aktuell das Freie und brauchen dafür Platz. „Im Einklang mit dem Bedürfnis nach sicheren Aufenthaltsmöglichkeiten, stehen unsere Schulhöfe allen Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung“, schreibt Tekin auf der Plattform X.

Verletzte in Istanbul: 151 Menschen nach Sprüngen während Erdbeben im Krankenhaus

Update vom 23. April, 15.08 Uhr: CNN Türk berichtet von 151 Menschen, die sich bei Sprüngen aus großer Höhe verletzt haben. Sie werden demnach in verschiedenen Krankenhäusern von Istanbul behandelt. Wohl aus Panik sprangen sie beim Erdbeben aus dem Fenster oder vom Balkon.

Nachbeben rücken näher an Istanbul

Update vom 23. April, 14.46 Uhr: Eines der Nachbeben ereignete sich deutlich näher an Istanbul, als die Erschütterungen zuvor. Mit einer Stärke von 4,9 ereignete es sich laut AFAD rund 17 Kilometer vor der Küste der Stadtgemeinde Büyükçekmece.

Update vom 23. April, 14.25 Uhr: Die Erde bei Istanbul kommt nicht zur Ruhe. Mittlerweile hat die AFAD insgesamt 13 weitere Erdbeben seit der starken Erschütterung mit einer Magnitude von 6,2 gemeldet. Das schürt große Sorge.

„Das Hauptbeben wird stärker und über einer Magnitude von 7“, schreibt der türkische Geologe Naci Görür auf der Plattform X. Die kleineren Erschütterungen erhöhen demnach die Spannung, die sich in der Verwerfung angesammelt hat. „Mit anderen Worten: Sie zwingen sie zum Bruch“, so Görür. Wann diese schwere Erschütterung eintreten könnte, sagt der Geologe nicht. Er fordert die Stadtverwaltung auf, Istanbul auf ein Erdbeben dieses Ausmaßes vorzubereiten.

Wichtig zu beachten: Die Richterskala ist eine logarithmische Skala, sie verläuft nicht linear. Ein Erdbeben der Stärke 7 setzt etwa zehn mal so viel Energie frei, wie ein Erdbeben der Stärke 6.

Update vom 23. April, 13.14 Uhr: Beinahe laufend meldet der Erdbebendienst AFAD neue Erschütterungen im Marmarameer. Nach dem starken Erdbeben mit einer Stärke von 6,2 um 11.49 Uhr (Ortszeit 12.49 Uhr) kamen insgesamt fünf weitere Meldungen hinzu. Das stärkste Beben mit einer Magnitude von 5,9 um 11.51 Uhr (Ortszeit 12.51 Uhr).

Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass ein weiteres großes Erdbeben folgt, sagt der Geologe Okan Tüysüz bei NTV. Und Innenminister Yerlikaya mahnt ebenfalls zur Vorsicht mit Hinblick auf Nachbeben.

Bislang keine Berichte über schwere Schäden nach Erdbeben in Istanbul – Behörden starten Kontrollflug

Update vom 23. April, 13.07 Uhr: „Wir prüfen alle eingehenden Benachrichtigungen“, sagt Innenminister Yerlikaya bei CNN Türk. Es gebe keine Berichte über eingestürzte Gebäude, die Behörden stünden jedoch vor einer unbestätigten Situation. „In 20 Minuten werden wir mit unseren Fachleuten das Flugzeug besteigen und weitere Informationen zum Ablauf geben.“

Unweit von Istanbul bebte mehrfach die Erde.

Starkes Erdbeben trifft Istanbul – Erschütterungen bis Ankara zu spüren

Update vom 23. April, 13.00 Uhr: „Alles hat sehr stark gewackelt“, berichtet eine Frau aus dem Istanbuler Stadtteil Üsküdar unserer Redaktion. Im Haus seien Dinge umgefallen. Berichte über größere Schäden oder Verletzte gibt es bislang aber keine.

Sogar bis in die über 400 Kilometer entfernte Hauptstadt Ankara war das Erdbeben von Istanbul zu spüren, wie der dortige Bürgermeister auf der Plattform X berichtet.

Schweres Erdbeben bei Istanbul: Millionenmetropole in der Türkei erschüttert

Erstmeldung vom 23. April, 12.15 Uhr: Istanbul – Drei Erdbeben nahe Istanbul. Mit Stärken von 3,9, 4,4 und 6,2 kam es zu schweren Erschütterungen im Marmarameer, östlich der Millionenmetropole.

Das stärkste Beben ereignete sich nach Informationen des türkischen Erdbebendiensts AFAD in einer Tiefe von sieben Kilometern vor der Küste von Silivri, einer Stadtgemeinde in der Provinz Istanbul, die rund 60 Kilometer vom Stadtkern entfernt ist.

Starkes Erdbeben trifft Istanbul: Menschen stürmen auf die Straßen

TRT Haber berichtet von einem „schrecklichen Erdbeben“ sowie Bürgerinnen und Bürgern, die vor Angst auf die Straßen gestürmt sind. Schon ein das schwächere Beben mit einer Stärke von 3,9 war bis in die Bezirke auf der asiatischen Seite des Bosporus zu spüren gewesen.

Der Erdbebendienst AFAD warnt jetzt davor, keinesfalls beschädigte Gebäude zu betreten und die Informationen offizieller Stellen zu beachten. „Alle Teams der AFAD und unserer zuständigen Istitutionen haben mit der Untersuchung des Erdbebens begonnen“, sagt der türkische Innenminister Ali Yerlikaya im TV. „Ich wünsche den betroffenen Bürgern alles Gute.“

Präsident Recep Tayip Erdogan meldete sich ebenfalls zeitnah zu Wort. Er sagt: „Ich wünsche unseren Bürgern eine baldige Erholung. Wir verfolgen die Entwicklung aufmerksam.“

Bislang keine Berichte über Schäden nach Erdbeben bei Istanbul – aber Stärke ist enorm

„Bei unseren ersten Inspektionen wurden auf unseren Autobahnen, Flughäfen, Zügen und U-Bahnen keine Schäden oder negative Zustände festgestellt“, berichtet Verkehrsminister Abdulkadir Uraloğlu.

Berichte über Schäden gibt es aktuell nicht, dennoch müssen bei einem Erdbeben dieser Stärke Folgen befürchtet werden. „Ab Stärke 5 wird es gefährlich“, informiert die Aktion Deutschland Hilft. Ab einer Magnitude von 6,0 spricht man von einem starken Erdbeben, das zu Zerstörungen in besiedelten Gebieten führen kann.

Vor allem in der Region um Istanbul (rund 16 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner) ist die Angst vor einem verheerenden Erdbeben groß. Etwa 600.000 Gebäude gelten als unmittelbar einsturzgefährdet. Fachleute befürchten bei einem schweren Erdbeben Hunderttausende Tote in Istanbul.

Die Türkei liegt in einer der seismisch aktivsten Gegenden der Welt. Die Region ist Teil des Nordanatolischen Verwerfungssystems, einer großen tektonischen Plattengrenze, die für zerstörerische Erdbeben mit vielen Opfern bekannt ist. Die Verwerfung verläuft nur wenige Kilometer vor der Stadt im Marmarameer. Hinzu kommt, dass die Stadt teilweise auf ungünstigem Untergrund liegt: Der südwestliche Teil etwa liegt nicht auf festem Grund wie Granit, sondern auf einer ausgetrockneten Lagune. (moe)

Rubriklistenbild: ©  Omer Yildiz/Khalil Hamra/picture alliance/dpa/AP/DIA Photo via AP

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