VonNadja Orthschließen
Das Ende des Skigebiets Kasberg in Oberösterreich schien besiegelt. Doch ein letzter Rettungsversuch könnte dies verhindern. Es gibt schon ein Angebot.
Grünau – Nachdem im Juli das überraschende Ende des Skigebiets Kasberg in Oberösterreich mitgeteilt wurde, gibt es für Wintersport-Fans nun neuen Grund zur Hoffnung: Ein Pachtvertrag für die kommende Saison könnte das Skigebiet vor dem endgültigen Aus retten. Doch dieser birgt neue finanzielle Risiken.
Skigebiet Kasberg vor dem Aus – doch jetzt gibt es neuen Grund zur Hoffnung
Laut Informationen der Kronen-Zeitung hat sich die betroffene Region in Österreich zusammengesetzt und ein Angebot abgegeben, den „operativen Betrieb des Skibetriebes Kasberg samt Maschinen, Seilbahn- und Schleppliftanlage inklusive Beschneiungsanlage für die Wintersaison 2023/2024“ zu pachten. Eine finale Unterschrift stehe aber noch aus.
Aktuell soll der Vertrag beim zuständigen Anwalt Klaus Schiller in Schwanenstadt liegen. Er muss das Pachtangebot laut Gesetz zunächst in der Ediktsdatei der Justiz bekannt geben. Darunter versteht man in Österreich unter anderem alle Bekanntmachungen aus dem Insolvenzverfahren, in dem sich das Skigebiet aktuell befindet.
Interessenten an dem Skigebiet Kasberg können sich bis zum 21. September melden, wie die Kronen-Zeitung weiter berichtet. Mit welcher Summe bei einer Pacht gerechnet werden muss, ist dabei nicht öffentlich bekannt. „Da gibt es vom Gläubigerausschuss sehr genaue Vorgaben. Es kommt schon was zusammen“, zitiert die Zeitung Klaus Schiller. Ein Vorteil: Wer das Gebiet pachtet, muss nicht zusätzlich für die Schneekanonen und anderen Pistengeräte zahlen, da diese für den Betrieb „essenziell“ seien.
Skigebiet Kasberg in Oberösterreich – Pachtvertrag geht mit Risiken einher
Durch den möglichen Pachtvertrag besteht neue Hoffnung für das Skigebiet, dessen scheinbare Schließung zunächst nicht nur bei vielen Wintersport-Fans eine Überraschung dargestellt haben dürfte. Grünaus Bürgermeister Klaus Kramersberger sprach gegenüber dem Radio ORF Oberösterreich damals zur bevorstehenden Schließung gar von einer „Schocknachricht“. Denn auch die Zukunft der Mitarbeiter vor Ort sowie der Gastronomie-Betriebe hängen am seidenen Faden.
Zuvor hatte man monatelang versucht, das Skigebiet Kasberg in Oberösterreich vor dem finanziellen Aus zu retten - jedoch ohne Erfolg. Im vergangenen Betriebsjahr habe der Verlust 1,3 Millionen Euro betragen, die Landespolitik wollte die Summe jedoch nicht vollumfänglich bezuschussen. Daraufhin erklärte der Landesrechnungshof das Gebiet ohne weitere Steuergelder als „nicht überlebensfähig“. Auch die neuen Pächter müssen das Risiko eines finanziellen Verlusts in der kommenden Saison 2023/2024 selbstständig tragen. (nz)
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