Dramatische Lage

Italien-Dürre: Stausee im Trentino fehlen 30 Millionen Kubikmeter Wasser – Gardasee zu Fuß überquerbar

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Extreme Dürre am Gardasee: Bei Sirmione ist die berühmte Insel Isola di San Biagio zu Fuß erreichbar.
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Italien leidet erneut unter einer dramatischen Dürre, Seen und Flüsse haben teils historische Tiefststände erreicht. Sogar in der Lagunenstadt Venedig müssen einzelne Kanäle gesperrt werden.

Trient - Italiens Meteorologen schlagen Alarm: Infolge der trockenen Winter und Sommer der vergangenen Jahre sinken die Pegel in immer mehr Seen. Dem Santa-Giustina-Stausee im Nonstal im Trentino fehlen derzeit 30 Millionen Kubikmeter Wasser, was etwas weniger als der Hälfte des normalen Pegels zu dieser Jahreszeit entspricht. Der Trentiner Umweltlandesrat Marion Tonina spricht gegenüber dem Portal Südtirol News von einer kritischen Phase.

In der gesamten Region Trentino liegen sämtliche Stauseen weit unterhalb des normalen Wasserpegels, sollte in den kommenden Wochen nicht genug Niederschlag fallen, geraden Stromproduktion und Bewässerung der Felder in der Po-Ebene in Gefahr. Der Region wird allerdings ein weiterer Dürre-Sommer prognostiziert - mit möglicherweise verheerenden Folgen.

Dürre in Italien: Gardasee und Stauseen in Trentino fehlt das Wasser

Auch der bei Urlaubern beliebte Gardasee weist derzeit einen Tiefstand auf, die umliegenden Gemeinden haben Sparmaßnahmen veranlasst, so früh wie niemals zuvor. In den vergangenen 30 Jahren ist im Winter noch nie so wenig Wasser im Gardasee gewesen wie jetzt, der Wasserstand liegt mehr als einen halben Meter unter dem Durchschnitt.

So ist es nun möglich, zu Fuß zu einer Insel zu laufen. Ein Kiesweg führt vom Festland zur Insel San Biagio. Der Umweltverband Legambiente warnt vor weiteren schweren Dürren. Italien leidet jetzt schon unter Wassermangel, normalerweise gibt es im Februar noch reichlich Vorräte. Das liegt auch am Schneemangel in den italienischen Alpen, die Schneelage habe sich gegenüber dem Durchschnitt der vergangenen Jahre halbiert, erklärte Legambiente in einer Mitteilung.

Italien-Dürre immer dramatischer: Auch Fluss Po leidet unter Niedrigwasser

„Das Jahr 2023 hat gerade erst begonnen, aber es zeigt besorgniserregende Anzeichen in Form von extremen Wetterereignissen und Dürreperioden. Wir müssen die Wasserentnahmen in den verschiedenen Wirtschaftssektoren und für die verschiedenen Verwendungszwecke sofort reduzieren, bevor wir den Punkt erreichen, an dem es kein Zurück mehr gibt“, sagte der Generaldirektor des Umweltverbandes, Giorgio Zampetti.

Auch der Fluss Po leidet unter der Dürre, in mehreren Städten, darunter Piacenza und Cremona, erreichte der Pegel ein historisches Tief. In der Region Piemont im Norden Italiens mussten sieben Gemeinden Wassertanker einsetzen, um die Bevölkerung mit Trinkwasser zu versorgen, Dutzende Gemeinden haben eine Vorwarnstufe ausgerufen.

Video: Dürre-Alarm in Italien - Gardasee mit Niedrigwasser

Auch die Lagunenstadt Venedig, sonst häufig von Hochwasser heimgesucht, erlebt aktuell ungewöhnlich tiefe Pegelstände. Auf kleineren Kanälen musste der Verkehr eingestellt werden, zeitweise lagen die Gondeln im Schlamm. Meteorologen führen den Ausnahmezustand in Italien auf eine besondere Wetterlage zurück, wie wetter.at berichtet: Ein Hochdruckgebiet über Italien verbunden mit einer Neumondphase und besonderen Windverhältnissen. Das Hochdruckgebiet bildet derzeit eine Barriere gegen Pertubationen, kalte, feuchte Luft aus Nordeuropa kann so nicht nach Italien ziehen, Niederschläge bleiben aus. (fmü)

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