VonRichard Stroblschließen
Eine Wasser-Notlage sorgt in Italien für Probleme. Die bei Urlaubern beliebte Insel Capri zieht die Reißleine und verhängt kurzfristig einen Touristen-Stopp.
Update vom 23. Juni, 12.17 Uhr: Touristen dürfen seit Sonntag wieder auf die italienische Mittelmeerinsel Capri. Nach Problemen mit der Trinkwasserversorgung der bei Urlaubern beliebten Insel konnte die zentrale Leitung vom Festland repariert werden - in der Nacht zum Sonntag floss wieder Wasser regulär durch die Leitung nach Capri. Insel-Bürgermeister Paolo Falco hob deswegen ein zuvor in einer offiziellen Verordnung verhängtes Einreiseverbot für Touristen auf.
Update vom 23. Juni, 08.04 Uhr: Noch immer ist die Wasserversorgung für die Italien-Insel Capri vom Festland gestört. Somit gilt weiterhin der vom Bürgermeister angeordnete Touristen-Stopp für die Insel. So soll verhindert werden, dass die Wasser-Reserven auch für die Anwohner zur Neige gehen. Insel-Bewohner beklagen nun die „unerträgliche Langsamkeit“, mit der das heikle Problem versucht wird zu lösen, berichtet Napoli Today. Die Lage für Anwohner und Touristen, die auf der Insel schlafen, sei „sehr ernst“.
Am Samstagnachmittag versicherte das Betreiberunternehmen Gori, dass man das Problem bis zum Abend gelöst haben werde. Doch dem Bericht nach gelang dies offenbar nicht komplett. Auch Teile auf dem Festland haben große Probleme. Bewohner von Piano di Sorrento beklagen zudem eine „Ungleichbehandlung“ zwischen Wohngebieten und Touristengebieten. Ein Anwohner sagte dem Blatt, dass das Gebiet, in dem er wohne, komplett ohne Wasser sei: „Im Gegensatz zu dem Gebiet, in dem es jetzt Restaurants und Hotels gibt“. Man lebe von Flaschenwasser, berichtet er und spricht von einer „Extremsituation“.
Auf Capri wurde unterdessen eine zweite Verordnung erlassen. Demnach dürfen Urlauber, die auf der Insel Unterkünfte gebucht haben, wieder einreisen.
Der Präfekt von Neapel hatte am Samstag Tanker von Neapel nach Capri geschickt, um die Wassernotlage überbrücken zu können. Erstes Ziel sei es gewesen, die Versorgung des Krankenhauses sicherzustellen.
„Explosive Lage“ auf Capri: Italien-Insel verhängt plötzlich Touristen-Stopp
Erstmeldung vom 22. Juni: „Es ist unmöglich, grundlegende Dienstleistungen für Tausende von Menschen zu gewährleisten“. Mit diesen Worten meldete sich Capris Bürgermeister Paolo Falco am Samstag zu Wort. Damit begründete er einen temporären Touristen-Stopp für die Insel in Italien. Hintergrund sind Probleme bei der Wasserversorgung, die sich schon seit Donnerstag (20. Juni) hinziehen.
Seit Samstagmorgen (22. Juni) können laut der Bürgermeisterverordnung keine Touristen mehr mit den Fähren nach Capri reisen. Anwohner können aber nach einem Aufenthalt auf dem Festland zu ihren Häusern zurückkehren, berichtet die Nachrichtenagentur Ansa. Die Insel benötige größere Wasservorräte, um die Besucherzahlen zu bewältigen.
Italien-Insel Capri verhängt Touristen-Stopp: „Wassernotlage“
Schon am Donnerstag hatte es eine plötzliche Störung bei der Versorgungsleitung in Castellammare di Stabia gegeben. Diese verursachte auf der Halbinsel Sorrent und auf Capri anschließend große Probleme und ist offenbar weiter nicht komplett gelöst. In einer Pressemitteilung informierte das Unternehmen Gori laut Napoli Today, dass die Reparaturarbeiten auf der Staatsstraße 145, wo offenbar der Auslöser des Problems lag, abgeschlossen worden seien. Allerdings sei es zu „technischen Problemen“ gekommen, als man das Wasser wieder aufgedreht habe. Dies führe weiterhin zu einer Wasserknappheit an vielen Orten der Region – und eben der Insel Capri. Das Unternehmen versichert, dass man alles unternehme, um „die kritischen Probleme zu beheben und den Dienst wiederherzustellen“. Man wolle sich zeitnah wieder bei der Bevölkerung melden.
Die Tageszeitung Il Messaggero spricht schon von einem „Albtraumtag für Capri“. „Die Gesundheits- und Hygienelage ist explosiv, wir haben unsere Gegenmaßnahmen ergriffen und den Krisenstab aktiviert und eine restriktive Anordnung erlassen“, sagte Bürgermeister Falco bei LaPresse. Diese gelte, „bis der Wassernotstand aufhört“.
„Albtraumtag für Capri“: Sorge um Wasserversorgung in Italien – „explosive Lage“
Aktuell gibt es aber offenbar auf den meisten Teilen der Insel noch eine Wasserversorgung. Nur einige abgelegene Gebiete der Gemeinde Anacapri säßen auf dem Trockenen, heißt es vom Messaggero. Hintergrund sei aber, dass örtliche Stauseen aktuell das Netz speisen würden. Ohne eine Versorgung vom Festland könnten diese Reservoirs schnell zur Neige gehen. Deshalb der Touristen-Stopp.
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Dieser sorgt in den Häfen auf dem Festland bereits für lange Schlangen, berichtet der Messaggero weiter. Direkt nachdem die Verordnung veröffentlicht worden war, wurde der Ticketverkauf gestoppt. Schiffe und Boote, die bereits auf dem Weg nach Capri waren, wurden per Funk angewiesen umzukehren. Viele Unternehmen erstatteten Tickets oder boten den Urlaubern alternative Touren, etwa nach Ischia, Sorrent oder an die Amalfiküste, an.
Unterdessen freut sich eine kleine Gemeinde in Südtirol über die Auszeichnung „schönster See Italiens“. (rjs)
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