VonRobin Dittrichschließen
Die Strände auf Mallorca, der Lieblingsinsel der Deutschen, werden immer kleiner, das „Strandsterben“ beschleunigt sich – auch in anderen Teilen der Welt.
Palma – Fast 18 Millionen Touristen kamen im vergangenen Jahr auf die Balearen, so viele wie noch nie. Für sie soll es zukünftig aber weniger Sonnenliegen und -schirme zur Miete geben. Die Planungen der Gemeinde Palma könnten Urlauber verschrecken.
Strandsterben auf Mallorca – geplante Reduzierung an fünf Stränden
An Stränden auf Mallorca gibt es immer weniger Sandflächen, die Zahl der Touristen steigt allerdings weiter an. Das hat zu einer Überbelegung der Strände geführt, die von Anwohnern und Urlaubern gleichermaßen missbilligt wird, gab die Stadträtin Mercedes Celeste gegenüber lokaler Medien an. „Wir haben heute eine völlig andere Küstenlinie als vor 10, 20 oder 30 Jahren“, gab sie an. Es wäre schlichtweg „weniger Sand als früher“ da.
Die Lizenzen für die Vermieter von Sonnenliegen und Sonnenschirmen seien hingegen bereits vor Jahrzehnten ausgearbeitet worden. Zu jener Zeit waren die Strände in ganz Palma größer, die Verträge seien laut der Politikerin also schlichtweg nicht mehr zeitgemäß. Mit ihren Kollegen im Rathaus, arbeite Celeste nach eigener Aussage bereits an einem neuen Konzept für die Verteilungen an den Stränden „auf Grundlage der aktuellen Küstenlinie.“ In diesem Jahr kam es bereits zu einigen Bauarbeiten auf Mallorca.
Strandsterben betrifft nicht nur Mallorca – Gründe sind vielseitig
Nicht nur die spanischen Inseln wie Mallorca haben mit dem Strandsterben zu kämpfen, es handelt sich dabei um ein weltweites Phänomen. Küsten in Kalifornien, Florida, der Türkei, in Brasilien sowie der Goldküste in Australien schwinden ebenfalls nach und nach. Experten vermuten dahinter unter anderem ein Problem der Bebauung. Küsten seien direkt bis zum Strand bebaut worden, vor Erosion schützende Dünen gebe es dementsprechend nicht mehr.
Auch der menschengemachte Klimawandel spielt eine Rolle beim weltweiten Strandsterben. Der Meeresspiegel steigt langsam an, unter anderem die Strände leiden darunter. Diese Bedingungen könnten dafür sorgen, dass „die Hälfte der weltweiten Sandstrände bis zum Ende des Jahrhunderts verschwunden sein werden“, meldete die Fachzeitschrift Nature Climate Change in einer Studie.
Um dem entgegenzuwirken, müssen Regionen reagieren und Strandpromenaden wohl zurückbauen. „Natürlich gebliebene Strände können sich selbst an den Klimawandel anpassen“, zitiert das ZDF Francesca Ribas von der Uni in Barcelona. Drastische Maßnahmen mussten auch aufgrund von sogenannten Handtuchkriegen erfolgen. (rd/dpa)
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