VonJohannes Welteschließen
Eine Lawine, die am Sonntag eine Galerie im Südtiroler Martelltal verschüttet hat, hätte um ein Haar 200 Nachwuchssportler aus Deutschland getroffen.
Hintermartell – Der Schrecken sitzt noch vielen Müttern und Vätern und den jungen Biathleten des Deutschen Skiverbands DSV in den Knochen. Am Wochenende fand im Biathlonzentrum Martell in Südtirol der Deutschlandpokal des DSV-Biathlon-Nachwuchses statt.
Biathlon-Deutschlandpokal wurde wegen Schneemangels nach Südtirol verlegt
Er wurde wegen Schneemangels von Oberhof (Thüringer Wald) in das Tal im Norden Italiens verlegt. An die 200 Biathleten im Alter zwischen 15 und 20 Jahren nahmen teil, auch Angehörige, Freunde und Trainer und Personal der Arena waren vor Ort. „Am frühen Nachmittag waren die Wettbewerbe beendet“, berichtet ein Vater bei IPPEN.MEDIA. Die Zufahrt zum Biathlonzentrum, das am Ende des Martelltales liegt, erfolgt durch eine Galerie.
„Alle Teilnehmer waren in Hotels unterhalb dieser Galerie untergebracht“, berichtet der Vater weiter, auch seine Tochter. Somit mussten auch alle Teilnehmer und Gäste durch diese Galerie an- und abreisen. Dort ging gegen 15.59 Uhr eine große Lawine nieder, die durch die seitlich geöffnete Galerie eindrang. Die Straße wurde auf drei bis drei Meter Höhe verschüttet. Rettungskräfte suchten nach Verschütteten. Nach gründlicher Kontrolle konnte Entwarnung gegeben werden – es wurde niemand verletzt. „Viel Zeit war da nicht zwischen Fahrt vom Stadion zurück zu den Hotels im Ort oder weiter unten im Tal“, gibt der Vater aber zu bedenken.
Deutschlands ganzer Biathlon-Nachwuchs passierte die Galerie kurz vor dem Unglück
„Ich denke, dass auch deshalb die Sorge um verschüttete Fahrzeuge groß war“, sagt er weiter. Seine Tochter meldete sich am Nachmittag bei ihm per WhatsApp: „Mir geht es gut.“ Erst da bemerkte der Mann aus Oberbayern, dass seine Tochter knapp einer Katastrophe entgangen sein könnte. „Zahlreiche Teilnehmer aus dem Oberland waren da am Start“, so der Vater. Aber auch aus dem Chiemgau, Allgäu, Thüringen, Sachsen oder dem Harz.
In der Schweiz waren am Samstag fünf Mitglieder offenbar wegen einer Lawine ums Leben gekommen. Am Montag wurden vier Bergrettern im Südtiroler Schnalstal von einer Lawine getroffen, als sie nach Opfern einer vorhergegangenen Lawine gesucht hatten. In Platt in Südtirol kam am Sonntag ein 16-Jähriger bei einer Lawine ums Leben.
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