VonPatrick Huljinaschließen
Der Tankrabatt endet in der Nacht vom 31. August auf den 1. September. Es droht eine erneute Preisexplosion an den Tankstellen – mit Tipps kann man trotzdem sparen.
Bremen - Anfang März 2022 eilten die Spritpreise in Deutschland von einem Rekord zum anderen. Der Liter Superbenzin kostete rund 2,20 Euro, der Preis für einen Liter Diesel lag sogar bei mehr als 2,30 Euro. Um die Verbraucher zu entlasten, wurde mit dem Entlastungspaket 2022 auch der sogenannte Tankrabatt ab dem 1. Juni auf den Weg gebracht. Dabei wurde die Energiesteuer für Sprit drei Monate lang auf den niedrigstmöglichen Wert gesenkt. Ende August ist damit Schluss – die Preise an der Tankstelle steigen allerdings bereits vor dem Tankrabatt-Ende wieder an. Für Autofahrer gibt es dennoch Tipps, wie man ab September günstig an Benzin und Diesel kommt.
Tankrabatt-Ende ab September: Preise steigen bereits zuvor an
Nach einem wochenlangen Sinkflug und zwischenzeitlicher Stagnation meldete der ADAC zuletzt wieder einen deutlichen Anstieg der Spritpreise. Am Dienstag (24. August) kostete der Liter Superbenzin E10 demnach im Durchschnitt 1,734 Euro – im Vergleich zur Vorwoche ein Anstieg von 2,6 Cent. Der Preis für einen Liter Diesel stieg sogar um 6,3 Cent auf durchschnittlich 1,988 Euro pro Liter. An vielen Tankstellen in Deutschland wurde die 2-Euro-Marke bereits vor Tagen geknackt.
Warum steigen die Preise für Benzin und Diesel bereits vor Ende des Tankrabatts an? Der ADAC vermutet dahinter die Sorge vor einem drohenden Preissprung in der kommenden Woche, wenn der Tankrabatt für Benzin und Diesel ausläuft. Die Preise werden laut einer Einschätzung des Automobilclubs allerdings nicht sofort am 1. September sprunghaft ansteigen. Verbraucher werden das Tankrabatt-Ende dennoch spüren. Mit einigen einfachen Tricks können Autofahrer jedoch bares Geld beim Benzin und Diesel sparen.
Wie Sie ab September günstig an Benzin und Diesel kommen: Tankseiten und Apps
Inzwischen gibt es zahlreiche Internetseiten und Apps, auf denen Verbraucher den Spritpreis vergleichen können. Wenn sich der Tankfüllstand dem Ende neigt, sollte man am besten vorab prüfen, welche Tankstelle in der Nähe aktuell den günstigsten Preis hat. Die Anbieter sind verpflichtet, Preisänderungen für Diesel, Super E5 und E10 innerhalb von fünf Minuten nach der Aktualisierung zu melden. Dadurch wird die staatliche Überwachung des Benzinpreises durch das Bundeskartellamt garantiert.
Günstig tanken: Richtige Tageszeit entscheidend
Um günstig zu tanken, ist auch die richtige Tageszeit entscheidend. Der ADAC hat sämtliche Preisbewegungen an den rund 14.000 Tankstellen in Deutschland im Juli 2022 untersucht. Dabei kam heraus, dass es beim Tanken im Durchschnitt sieben Preiserhöhungen pro Tag gibt. Der Höhepunkt des Benzin- und Dieselpreises ist demnach bereits am Morgen um kurz nach 7 Uhr erreicht. Anschließend fällt der Preis laut ADAC wieder. Weitere Preisspitzen, allerdings auf sinkendem Niveau, gibt es demnach gegen 10 Uhr, 13 Uhr, 16 Uhr, 18 Uhr, 20 Uhr und ab 23 Uhr.
Zu diesen Zeiten sollten Autofahrer die Tankstelle besser meiden, um hohen Spritpreisen aus dem Weg zu gehen. Die günstigsten Preise des Tages gibt es an der Zapfsäule in der Regel zwischen 20 und 22 Uhr, sowie im Zeitraum zwischen 18 und 19 Uhr. Im Frühjahr dieses Jahres gab der ADAC einen weitere Tipp zum Spritsparen: Radfahren und Laufen.
Billiges Tanken: Auswahl des Tages und der Tankstelle beachten
Neben der Auswahl der Tageszeit sollte man auch auf den Tag achten. Laut einer Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) sind die Preise für Benzin und Diesel unter der Woche am billigsten. An Sonn- und Feiertagen sind die Preise hingegen am höchsten – der Anstieg beginnt demnach bereits ab Freitagmittag. An Brückentagen werden die Spritpreise in der Regel ebenfalls erhöht.
Ein weiterer wichtiger Punkt, um Kosten zu sparen: die Auswahl der Tankstelle. Wer günstig tanken will, sollte laut kfz-serviceportal.de auch Supermarkt-Tankstellen und Automaten-Tankstellen in Betracht ziehen. Zudem sollte man beachten, dass die Spritpreise an der Autobahn in der Regel am höchsten sind – in Ferienzeiten teilweise um 15 Prozent höher. Wer sparen will, sollte für seinen Tankstopp daher abfahren, solange der Umweg zur nächsten Tankstelle nicht zu weit ist.
Die Benzinpreise drohen ab September erneut zu explodieren. Mit einigen Tricks sparen Autofahrer bares Geld. Verbraucher sollten darauf achten, dass der Wagen nicht zu schwer beladen ist. Zudem sollte der Reifendruck regelmäßig kontrolliert und gegebenenfalls angepasst werden. Wer außerdem sein Tempo reduziert und vorausschauend fährt, kann so sicherlich den einen oder anderen Liter Benzin oder Diesel einsparen. (ph)
Rubriklistenbild: © Melissa Erichsen/dpa

