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Die „Insel aus Feuer und Eis“ bebt: Ein Magmafluss unter Island hat unlängst Teile der Erde angehoben. Ein klarer Vorbote für eine baldige Eruption, glauben Experten.
Reykjavik – In Island brodelt es. Geologische Aktivitäten unter der Erde des nordischen Inselstaates sind nicht ungewöhnlich – das Land gilt als eines der vulkanisch aktivsten Gebiete der Welt. Alle vier Jahre erlebt Island statistisch gesehen einen Vulkanausbruch. Grund dafür ist seine einmalige tektonische Beschaffenheit. Der nächste Ausbruch steht wohl unmittelbar bevor.
Seit fast zwei Wochen verursachen die unterirdischen Bewegungen auf der Halbinsel Reykjanes unweit der Hauptstadt Reykjavik etliche Erdstöße. Die isländische Wetteragentur Vedurstofa gab am Montag (6. November) bekannt, innerhalb von 24 Stunden insgesamt 1300 Erdbeben registriert zu haben. Die Wahrscheinlichkeit eines Vulkanausbruchs steigt stetig. Bereits im Sommer deuteten tausende Erdbeben auf einen bevorstehenden Ausbruch in Island hin.
Riesiger Magmafluss im Untergrund von Island hebt Erde an
Drei der zuletzt aufgezeichneten Erdbeben im „Land der Vulkane“ überstiegen die Stärke 3 – das stärkste erreichte eine Stärke von 3,6. Laut der isländischen Wetteragentur ereignete sich dieses etwa drei Kilometer nordöstlich des Berges Thorbjörn. Dort sei der Boden bisher um sieben Zentimeter angehoben worden, was auf einen bevorstehenden Ausbruch hinweise, so die Agentur. Unterirdisch fließe dort ein Magmafluss, der deutlich umfangreicher sei als bei vorangegangenen Vulkanaktivitäten.
| Richter Magnitude | Stärke | Auswirkungen |
|---|---|---|
| Unter 2 | Mikro | Nicht spürbar |
| 2 bis 3 | Extrem leicht | Kaum spür-, aber messbar |
| 3 bis 4 | Sehr leicht | Spürbar, selten Schäden |
| 4 bis 5 | Leicht | Sicht- und hörbar, Möbel bewegen sich |
| 5 bis 6 | Mittel | Leichte Schäden an Gebäuden |
| 6 bis 7 | Stark | Zerstörung im Umkreis bis zu 70 km |
| 7 bis 8 | Groß | Zerstörung über weite Gebiete |
| 8 bis 9 | Sehr groß | Hunderte Kilometer betroffen |
| 9 bis 10 | Extrem groß | Tausend Kilometer betroffen |
| Größer 10 | Globale Katastrophe | Noch nicht vorgekommen |
| Quelle: Bundesverband Geothermie |
Der öffentlich-rechtliche Rundfunksender RÚV in Island überwacht die Situation am Thorbjörn per Livestream. Laut dem Sender gebe es jedoch bisher keine Anzeichen dafür, dass das unterirdische Magma näher an die Erdoberfläche gelange und aus dem Boden austrete.
Reykjanes-Halbinsel
Die Halbinsel Reykjanes befindet sich in Island südwestlich der Hauptstadt Reykjavik. In den vergangenen drei Jahren haben Erdbebenschwärme in dieser Region dreimal auf vulkanische Ausbrüche hingewiesen: Zuletzt fand dort im Juli 2023 eine Eruption statt, die mehrere Wochen andauerte, jedoch keine größere Bedrohung für bewohnte Gebiete darstellte.
Möglicher Vulkanausbruch in Island: Behörden hauptsächlich wegen Geothermiekraftwerk besorgt
Sollte das Magma in den nächsten Tagen den Weg zur Oberfläche finden, würde dies einen Vulkanausbruch bedeuten. Wie das Nachrichtenportal vulkane.net erläutert, ist es derzeit nicht möglich, einen genauen Ausbruchsort zu bestimmen. Dennoch ist ein Ausbruch auf der Halbinsel bei Island zwischen Thorsbjörn und Eldvörp aufgrund der signifikanten Bodenhebung am wahrscheinlichsten.
Besorgt sind die isländischen Behörden vor allem wegen eines Geothermiekraftwerks in der Region. Direkt nebenan ist die sogenannte Blaue Lagune; das Thermalfreibad zählt unter Touristen zu den Hauptattraktionen Islands. Unvorbereitet sind die möglicherweise betroffenen Gemeinden jedoch nicht: Für den Fall eines Vulkanausbruchs gibt es bereits einen Evakuierungsplan für die Gemeinde Grindavík. Eine Evakuierung wird jedoch nur dann durchgeführt, wenn Menschenleben gefährdet sind. Dies erklärte Vídir Reynisson, der Direktor des isländischen Zivilschutzes, am Montag (6. November) auf einer Pressekonferenz.
Erst im Juli 2023 spuckte ein Vulkan auf Island Feuer und Lava, Fotografen fingen das eindrucksvolle, doch nicht ungefährliche Naturspektakel ein. Auch in Italien kündigt sich ein Ausbruch an: Ein Supervulkan an der süditalienischen Küste wird derzeit genau überwacht, Expertinnen und Experten befürchten einen heftigen Ausbruch, der einer Explosion gleichkäme. In der Region gab es bereits mehrere, teils starke Erdbeben.
Dieser Artikel wurde mithilfe maschineller Unterstützung erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redakteurin Romina Kunze sorgfältig überprüft.
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