BR-Sternstunden-Tour

Schüler stranden mit Fahrrädern im Schnee – Bergretter holen Mountainbikes ins Tal

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In Brandlberg unterhalb des Zillergrundes war noch alles gut (r.). Doch weiter oben musste ein Tiroler Polizeihubschrauber (l.) die Schüler aus dem Schnee retten.
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Mit dem Mountainbike wollte eine bayerische Schülergruppe über einen 2662 Meter hohen Gebirgspass in Tirol fahren. Sie blieben in einem halben Meter hohen Hartschnee stecken. Die Bergung wird teuer.

Mayrhofen/Landshut – Es sollte ein spannendes Schulprojekt werden: Elf Elftklässler des Gymnasiums in Furth bei Landshut (Niederbayern) wollten innerhalb einer Woche nach Jesolo an der Adria (Italien) radeln. Das Projekt war für den guten Zweck geplant, es sollte Geld für die Hilfsaktion Sternstunden des BR einspielen. Comedian Harry G. übernahm die Schirmherrschaft.

Fahrradfahrergruppe stößt auf einen halben Meter hohen Hartschnee und strandet

Der Alpenhauptkamm sollte am dritten Tag am Heiliggeistjöchl im Tiroler Zillertal (Österreich) überschritten werden. Doch auf dem Weg nach oben stießen die elf Radler und das sie begleitende Kamerateam des BR auf einen halben Meter hohen Hartschnee, die Gruppe musste die Räder tragen. Als sie auf dem 2662 Meter hohen Pass angelangt war, lag auch auf der anderen Seite Hartschnee. Die Radl hätten sie weiter tragen müssen. Die Gruppe wählte den alpinen Notruf, 18 Personen wurden dann mit dem Polizeihubschrauber Libelle Tirol ins Tal geflogen. Die Fahrräder blieben vorerst am Pass.

Am Samstag (6. Juli) holte die Bergrettung Mayrhofen die Mountainbikes ab. Frühmorgens um 6 Uhr brachen 14 Bergretter zu Fuß auf. „Am Joch waren die Bedingungen nicht einfach, denn es war kalt und föhnig“, so der Chef der Bergrettung Mayrhofen, Andreas Eder, zu IPPEN.MEDIA: „Mit 14 Personen die Radl ins Tal zu bringen, war nicht ganz einfach.“

Bergretter holten 18 Mountainbikes ab, die am Pass parkten

Teilweise nahmen die Alpinretter je ein Mountainbike in die rechte und linke Hand und schoben sie rutschend über den hartgefrorenen Schnee. Mittags waren alle Radl im Tal und wurden in Mayrhofen eingelagert.

Über die Tour sagt Eder: „Sie hätte besser geplant werden können, eigentlich fährt man da gar nicht mit dem Rad. Man muss die Räder tragen, da liegen nur große Steine rum, und auf der Südseite geht es steil durch Felsen nach unten.“ Immerhin hätte die Gruppe die Tour rechtzeitig abgebrochen und Hilfe geholt.

Einsatzleiter: „Die Tour hätte besser geplant werden können.“

„Das wäre eine lange, kalte Nacht geworden.“ Die Bergrettung Mayrhofen wird laut Eder jetzt eine Rechnung über 4000 Euro stellen. Dazu kommen die Kosten für den Polizeihubschrauber – 85 Euro pro Minute. Der Tourenleiter war zunächst nicht erreichbar.

Comedian Harry G. ist Schirmherr der Tour. Er begleitete die Schüler auf einer Etappe. Unten: Bergretter Andreas Eder.

Im ebenfalls in Tirol liegenden Sölden war Ende Juni ein Wanderer in den Tod gestürzt. Nahe des Großglockners stürzte im Juni ein junger deutscher Wanderer in den Tod. Für Aufsehen sorgte ein Skitourengeher, der bei einem Sturz andere Gipfelstürmer mit ins Tal gerissen hatte.

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