VonSandra Sporerschließen
Mit harten Maßnahmen geht Italien künftig gegen Fahrer vor, die unter Alkohol- oder Drogeneinfluss fahren. Auch andere Strafen werden verschärft.
Rom – Viele Deutsche fahren im Urlaub nach Italien. Damit der Urlaub nicht durch ein Knöllchen, oder schlimmer noch, den Führerscheinentzug verhagelt wird, ist es wichtig, die geltenden Verkehrsregeln zu kennen. In Zukunft wird das sogar noch wichtiger, denn der italienische Ministerrat hat nun ein Gesetzesdekret erlassen, dass einige Strafen noch einmal deutlich verschärft. Teils drohen bis zu 30 Jahre Führerscheinentzug. Auch für E-Scooter gelten neue Regeln.
Nach den verschärften Verkehrsregeln drohen Wiederholungstätern in Italien harte Strafen
Im Visier der neuen Gesetzgebung stehen allen voran Fahrer, die alkoholisiert oder unter Drogeneinfluss Auto fahren. Das italienische Nachrichtenmagazin la Repubblica schreibt in seiner Berichterstattung über den Gesetzesentwurf von einer Null-Toleranz-Grenze. Ist der Drogen- oder Alkoholtest positiv, wird der Führerschein eingezogen und es gibt bis zu drei Jahren Fahrverbot. Wohlgemerkt für Ersttäter.
Wer sich wiederholt erwischen lässt, der darf künftig jedes Mal seinen Atemalkohol testen, wenn er sich ans Steuer setzt. In diesem Fall sieht das Gesetz nämlich den Einbau einer Alkohol-Zündschlosssperre im Auto des Täters vor. Ist der Atemalkohol nicht bei 0,0 Promille, springt das Auto gar nicht erst an. Die Geräte kommen bereits in anderen Ländern zum Einsatz, beispielsweise in den USA und Schweden. Wer anschließend noch einmal alkoholisiert am Steuer erwischt wird, dem droht ein Führerscheinentzug von bis zu 30 Jahren.
Wird man als Minderjähriger unter Drogeneinfluss beim Fahren ohne Führerschein erwischt, kann man sich erstmal davon verabschieden, mit 18 die Fahrprüfung zu machen. Einen Führerschein darf man dann erst mit 24 machen.
E-Scooter dürfen laut der neuen Verkehrsregeln künftig nur mit Helm gefahren werden
Auch für E-Scooter gelten in Zukunft andere Regeln, wie unter anderem das Portal stol.it berichtet. Zum einen sieht der Gesetzesentwurf eine generelle Helmpflicht vor. Außerdem müssen die Roller künftig ein Nummernschild haben und versichert sein. Ist das nicht der Fall, gibt es la Repubblica zufolge ein Bußgeld von 100 bis 400 Euro.
Noch teurer wird es für E-Scooter-Fahrer, deren Gefährt ohne Blinker oder Bremsen an Vor- und Hinterrad unterwegs ist. Hier werden bis zu 800 Euro fällig.
Weit mehr als eine reine Geldstrafe sieht das Gesetz beim Telefonieren am Steuer vor. Wer sich mit dem Smartphone am Steuer erwischen lässt, muss seinen Führerschein abgeben und bekommt zwischen sieben und 15 Tage Fahrverbot. Dasselbe gilt unter anderem für das Überfahren einer roten Ampel, Geschwindigkeitsüberschreitungen und nicht angeschnallt sein.
Parlament entscheidet im Herbst über den Gesetzesentwurf
Ziel der neuen Regelungen sei es, die Sicherheit schwächerer Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger und Radfahrer zu erhöhen, ließ das Ministerium für Infrastruktur und Verkehr gegenüber la Repubblica verlauten. Verkehrsminister Matteo Salvini hofft, dass das Parlament im Herbst über das Gesetz abstimmt und grünes Licht gibt. (sp)
* Transparenzhinweis: In der ersten Version dieses Artikels wurde nicht explizit genannt, wofür Autofahrer ihren Führerschein in Italien abgeben müssen. Dies wurde am Freitag, 30. Juni 2023, um 09:47 Uhr angepasst.
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