Italien nur noch im Winter?

Mittelmeer-Region „wird massiv Touristen verlieren“: Wohin und wann wir in Zukunft reisen werden

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Der Klimawandel wird auch den Tourismus massiv verändern – meint ein Tourismusforscher. Vor allem die aktuellen Touristen-Hotspots in Europa verlieren – andere gewinnen.

Innsbruck – Mit Bayern hat nun auch das letzte Bundesland die Sommerferien erreicht. Doch die seit Generationen beliebten Urlaubsziele Europas leiden in diesem Sommer unter extremen Wetter-Ereignissen: Heftige Brände erschüttern besonders die griechischen Inseln, es brennt aber auch in Kroatien. Extreme Hitze sorgt in Süditalien, Malta und andernorts für Probleme, während in Norditalien brutale Stürme für Verwüstung sorgen. Dennoch zieht es die meisten Urlauber auch in diesem Sommer in diese Länder – doch wie lange noch?

Italien, Kroatien und Griechenland nicht die Sommer-Urlaubsländer der Zukunft?

Nach Meinung des österreichischen Tourismusforschers Andreas Reiter wird es am Mittelmeer in einigen Jahren zu heiß für den gewohnten Strandurlaub sein. Das schlussfolgert der Experte nun gegenüber der Tiroler Tageszeitung. Die Prognose sorgt natürlich vor allem in den betroffenen Urlaubsländern für Besorgnis und Aufregung. Die italienische Nachrichtenagentur Ansa etwa titelt zu den Aussagen: „Das Mittelmeer wird massiv Touristen verlieren“.

Strand-Gäste am Banje Beach, in Dubrovnik. (Symbolbild)

Dabei wirken Reiters Ausführungen zunächst wenig überraschend – hat man die aktuellen Krisensituationen im Hinterkopf. Demnach werden Touristen das Mittelmeer in Zukunft eher Ende des Sommers bis Oktober besuchen. „Berge und Seen sind im Vorteil“, sagt Reiter dem Blatt, denn: „Bei 40 Grad ist man nicht an der Adria“. Der Professor an der Uni Krems und Leiter des Zukunftsbüros in Wien sieht aber nicht nur Nachteile für Südeuropa in dieser Entwicklung.

Sommer-Urlaub bald in Schweden?

Schließlich würde das Mittelmeer dann auch zu anderen Jahreszeiten interessant werden. Er selbst etwa werde zwischen Oktober und April nach Italien reisen, so der Experte. Im Sommer würden die Temperaturen „unerträglich“ sein. Seine Zukunftsvision der neuen Urlaubswelt in knapp 20 Jahren denkt Reiter noch einen Schritt weiter.

Ranking: Die 15 schönsten und beliebtesten Urlaubsorte Italiens

Siena campo
Platz 15 belegt Siena in der Toskana. Mit der schönen Altstadt und unnachahmlichen Bauwerken zieht die Stadt Urlauber immer wieder in ihren Bann.  © Marco Brivio
Roca Vecchia in Apulien: Die Aufnahme der „Höhle der Poesie“ bei Sonnenuntergang
Roca Vecchial in Apulien: Die Aufnahme der „Höhle der Poesie“ bei Sonnenuntergang steht nur symbolisch für die vielen herrlichen Strände und Landschaften im Südosten Italiens. Rang 14 im IPPEN-Ranking. © IMAGO/Manuel Romano
Sizilien Letojanni
Die Strände Siziliens sind einzigartig und bezaubernd. Bei Check24 belegt die Insel daher den zwölften Platz. In diesem Ranking Platz Nummer 13. Auf dem Foto sieht man den Strand von Letojanni.  © Matthias Tödt
Mailänder Dom
Die norditalienische Metropole Mailand ist bekannt für die wunderschöne Altstadt und etliche teure Modemarken. Hier sieht man den Dom im Zentrum der Stadt. Im Ranking belegt Mailand den elften Platz. Bei Check24 sogar Platz 7.  © Oliver Weiken
Lago Maggiore
Auf Platz 11 ist der prachtvolle Lago Maggiore. Ein Teil des Sees ist in der Schweiz. Bei weg.de ist der Lago Maggiore sogar auf dem siebten Platz der beliebtesten Urlaubsorte in Italien.  © Nando Lardi
Bozen, Italien, Südtirol
Auch Südtirol ist unter Italien-Fans besonders beliebt. Hier erhascht man einen Blick über die Alpen auf die Stadt Bozen.  © Micha Korb
Elba sonnenuntergang
Die kleine Insel Elba ist momentan noch ein Geheimtipp. Hier erlebt man bezaubernde Natur und typische italienische Dörfer. Daher ein verdienter Platz neun.  © Karsten Jeltsch
Cinque Terre Italien
Unter Urlaubern ist außerdem die Cinque Terre besonders beliebt. Die meisten der fünf Dörfer erreicht man nur zu Fuß oder mit einer Bahn.  © Augst / Eibner-Pressefoto
Marina Grande capri
Nicht umsonst ist die kleine Insel Capri im Golf von Neapel ein regelrechter Touristenmagnet. Hier vor Ort kann man nicht nur durch wunderschöne Dörfer schlendern, sondern auch das Meer und die Natur genießen.  © Günter Gräfenhain
Colosseum in Rome
Italiens Hauptstadt Rom hat für alle Gäste etwas zu bieten und belegt daher den sechsten Platz. So zum Beispiel das weltberühmte Kolosseum. Im Ranking von Check24 belegt Rom sogar den zweiten Platz.  © Givaga
Venedig platz acht
Venedig ist mit seinen vielen Kanälen und kleinen Gassen einzigartig. Ein Besuch lohnt sich definitiv, allerdings sollte man am besten im Frühling oder Herbst in die Stadt kommen. Venedig belegt daher den fünften Platz der Top 15 Urlaubsziele in Italien, bei Check24 ist die Stadt an der Adria sogar Erster.  © Frank Bienewald
Florenz-skyline
Das bezaubernde Florenz in der Toskana belegt den vierten Platz. Hier kann man sich durch kleine Gassen treiben lassen und ohne Ende Kultur genießen. © alimdi / Michelle Gilders
Amalfiküste Italien
Die Amalfiküste südlich von der Metropole Neapel belegt den dritten Platz im Ranking um die schönsten Urlaubsorte in Italien.  © Günter Gräfenhain
Costa Smeralda
An der Costa Smeralda auf Sardinien gibt es Strände, die teilweise welchen in der Karibik gleichen. Nicht umsonst belegt sie daher den zweiten Platz. Auch auf dem Reiseportal weg.de zählt die Küste auf Sardinien zu den schönsten Reisezielen in Italien. © Emmanuele Contini
Desenzano del Garda
Den ersten Platz der beliebtesten und schönsten Urlaubsorte in Italien belegt laut weg.de ganz klar der Gardasee. Hier sieht man das wunderschöne Städtchen Desenzano del Garda am Abend.  © Imago / Augst / Eibner-Pressefoto

Denn statt den Mittelmeer-Ländern würden dann andere Reiseziele im Sommer einen Boom erleben. Er nennt den Süden Schwedens und die Niederlande. Diese Destinationen könnten dann aber für viele Menschen unerschwinglich teuer werden.

Auch TUI geht davon aus, dass sich das Reisen durch den Klimawandel massiv verändern wird. TUI-Vorstandschef Sebastian Ebel sagte gerade erst der Bild, dass sich die Hauptferienzeit von Juli und August „in die Vor- und Nachsaison“ verschieben könnte. Dies würde sich mit der Prognose von Reiter decken. Und auch TUI erwartet dann letztendlich eine längere Tourismus-Saison, da es mehr Buchungen von Februar bis Mai und dann im Herbst geben werde.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Grgo Jelavic/PIXSELL

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