„Barbarischer und idiotischer Angriff“

Italien-Tourist zerstört historische Mauer in Pompeji – jetzt muss er die teure Restaurierung bezahlen

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Ein Pompeji-Besucher verunstaltet die Wand eines antiken Hauses. Der Vandalismus löst Empörung bei den italienischen Behörden aus.

Rom – Italien geht rigoros gegen einen Touristen aus Kasachstan vor. Der Urlauber wurde erwischt, als er – ausgerechnet in Pompeji – die Buchstaben „ALI“ in den hellen Putz einer Wand ritzte. Der italienische Kulturminister zeigte sich entsetzt über diesen Vorfall in der weltberühmten Ausgrabungsstätte.

„Barbarischer und idiotischer Angriff“ – Italien-Tourist zerstört Mauer in Pompeji

„Leider müssen wir auch heute wieder einen barbarischen und idiotischen Angriff auf unser künstlerisches und kulturelles Erbe kommentieren“, erklärte Gennaro Sangiuliano in einer Mitteilung. Der italienische Minister zieht Parallelen zu einem früheren Vorfall in Herculaneum, bei dem ein Tourist eine römische Wand mit einem permanenten Marker beschmiert hatte.

„Es handelt sich um eine sehr schwere Tat, die streng strafrechtlich verfolgt werden muss“, heißt es in der Erklärung. Dank eines neuen Gesetzes werde der Täter gezwungen sein, „die Kosten für die vollständige Wiederherstellung des verursachten Schadens zu erstatten.“

Italien-Tourist zerstört Mauer in Pompeji: Die Buchstaben „ALI“ sind im hellen Putz zu sehen.

Italien-Tourist hinterlässt Kritzeleien auf tausende Jahre alter Mauer – neues Gesetz fordert Restaurierung

Mitarbeiter und Sicherheitspersonal des Parks hätten den für „diese abscheuliche Geste“ verantwortlichen Touristen gestoppt. Restauratoren und Kuratoren überlegen laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa, wie die Mauer am besten wiederhergestellt werden kann. Über die Höhe des Schadens gibt es zunächst keine Angaben.

„Dank des von Minister Gennaro Sangiuliano angestrebten neuen Gesetzes wird der Täter für die Wiederherstellung der Mauer aufkommen müssen“, zitiert Ansa Parkdirektor Gabriel Zuchtriegel. 

Ranking: Die 15 schönsten und beliebtesten Urlaubsorte Italiens

Siena campo
Platz 15 belegt Siena in der Toskana. Mit der schönen Altstadt und unnachahmlichen Bauwerken zieht die Stadt Urlauber immer wieder in ihren Bann.  © Marco Brivio
Roca Vecchia in Apulien: Die Aufnahme der „Höhle der Poesie“ bei Sonnenuntergang
Roca Vecchial in Apulien: Die Aufnahme der „Höhle der Poesie“ bei Sonnenuntergang steht nur symbolisch für die vielen herrlichen Strände und Landschaften im Südosten Italiens. Rang 14 im IPPEN-Ranking. © IMAGO/Manuel Romano
Sizilien Letojanni
Die Strände Siziliens sind einzigartig und bezaubernd. Bei Check24 belegt die Insel daher den zwölften Platz. In diesem Ranking Platz Nummer 13. Auf dem Foto sieht man den Strand von Letojanni.  © Matthias Tödt
Mailänder Dom
Die norditalienische Metropole Mailand ist bekannt für die wunderschöne Altstadt und etliche teure Modemarken. Hier sieht man den Dom im Zentrum der Stadt. Im Ranking belegt Mailand den elften Platz. Bei Check24 sogar Platz 7.  © Oliver Weiken
Lago Maggiore
Auf Platz 11 ist der prachtvolle Lago Maggiore. Ein Teil des Sees ist in der Schweiz. Bei weg.de ist der Lago Maggiore sogar auf dem siebten Platz der beliebtesten Urlaubsorte in Italien.  © Nando Lardi
Bozen, Italien, Südtirol
Auch Südtirol ist unter Italien-Fans besonders beliebt. Hier erhascht man einen Blick über die Alpen auf die Stadt Bozen.  © Micha Korb
Elba sonnenuntergang
Die kleine Insel Elba ist momentan noch ein Geheimtipp. Hier erlebt man bezaubernde Natur und typische italienische Dörfer. Daher ein verdienter Platz neun.  © Karsten Jeltsch
Cinque Terre Italien
Unter Urlaubern ist außerdem die Cinque Terre besonders beliebt. Die meisten der fünf Dörfer erreicht man nur zu Fuß oder mit einer Bahn.  © Augst / Eibner-Pressefoto
Marina Grande capri
Nicht umsonst ist die kleine Insel Capri im Golf von Neapel ein regelrechter Touristenmagnet. Hier vor Ort kann man nicht nur durch wunderschöne Dörfer schlendern, sondern auch das Meer und die Natur genießen.  © Günter Gräfenhain
Colosseum in Rome
Italiens Hauptstadt Rom hat für alle Gäste etwas zu bieten und belegt daher den sechsten Platz. So zum Beispiel das weltberühmte Kolosseum. Im Ranking von Check24 belegt Rom sogar den zweiten Platz.  © Givaga
Venedig platz acht
Venedig ist mit seinen vielen Kanälen und kleinen Gassen einzigartig. Ein Besuch lohnt sich definitiv, allerdings sollte man am besten im Frühling oder Herbst in die Stadt kommen. Venedig belegt daher den fünften Platz der Top 15 Urlaubsziele in Italien, bei Check24 ist die Stadt an der Adria sogar Erster.  © Frank Bienewald
Florenz-skyline
Das bezaubernde Florenz in der Toskana belegt den vierten Platz. Hier kann man sich durch kleine Gassen treiben lassen und ohne Ende Kultur genießen. © alimdi / Michelle Gilders
Amalfiküste Italien
Die Amalfiküste südlich von der Metropole Neapel belegt den dritten Platz im Ranking um die schönsten Urlaubsorte in Italien.  © Günter Gräfenhain
Costa Smeralda
An der Costa Smeralda auf Sardinien gibt es Strände, die teilweise welchen in der Karibik gleichen. Nicht umsonst belegt sie daher den zweiten Platz. Auch auf dem Reiseportal weg.de zählt die Küste auf Sardinien zu den schönsten Reisezielen in Italien. © Emmanuele Contini
Desenzano del Garda
Den ersten Platz der beliebtesten und schönsten Urlaubsorte in Italien belegt laut weg.de ganz klar der Gardasee. Hier sieht man das wunderschöne Städtchen Desenzano del Garda am Abend.  © Imago / Augst / Eibner-Pressefoto

Italien: Drastische Strafen schrecken skrupellose Urlauber bisher nicht ab

In den letzten Jahren hat die italienische Regierung verstärkt Maßnahmen ergriffen, um Vandalismus an historischen Stätten zu bekämpfen. Bereits 2014 wurde ein Tourist zu einer Geldstrafe von 20.000 Euro und einer vierjährigen Bewährungsstrafe verurteilt, weil er das Kolosseum beschmiert hatte. Schon seit Jahren ärgert sich Italien über Reisende, die Altertümer verschandeln.

Besucher und Besucherinnen von Pompeji neigen jedoch dazu, öfter etwas mitzunehmen. Manche Reisende lassen sich von der Jahrtausende alten Aura nicht einschüchtern. Bis der Pompeji-Fluch – schon der Untergang der Stadt durch den Ausbruch des Vesuvs 79 nach Christus war als Strafe der Götter gesehen worden – sie zum Zurückschicken der geklauten Artefakte bewegt.

Archäologen und Archäologinnen sind in Pompeji auf ein kurioses Fresko gestoßen. Das Wandbild ist über 2000 Jahre alt und erinnert an eine Pizza – doch zwei Details fehlen. (ml)

Rubriklistenbild: © MiC

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