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Ein Unternehmen stellt Kampfjet-Flüge über die Dolomiten und Hubschrauber-Taxis zum Skilift zur Verfügung. Umweltschützer sind entrüstet.
Trient – Für Rundflüge über die Alpen mit einem Hubschrauber gibt es zahlreiche Angebote. Ein Anbieter in Italien legt einen drauf: Wer das nötige Kleingeld hat, kann an Bord eines Militärjets über die Dolomiten in Südtirol fliegen. Im Winter bietet Helijoy Touristen einen weiteren exklusiven Service an, der bei Alpinisten allerdings gar nicht gut ankommt.
Im Militärjet über die Dolomiten in Südtirol fliegen
In einer „L-39 Albatros“ an den drei Zinnen vorbeidonnern, sei das „Abenteuer des Lebens“, heißt es bei Helijoy. Das Unternehmen aus Trient bietet für den Kampfjet-Flug verschiedene Pakete je nach Dauer und Leistungen an. Die Auswahl reicht von 3.500 Euro für 20 Minuten bis zu 6.350 Euro bei 45 Minuten Flugzeit.
Während des Flugs über das Unesco-Welterbe Dolomiten vollziehen die Piloten Loopings, Tiefflüge oder Senkrechtstürze, heißt es auf der Seite des Unternehmens. Auch kann man den Kampfjet selber steuern. „Jeder Stunt ist so konzipiert, dass er den Nervenkitzel des Fliegens mit der natürlichen Schönheit der Dolomiten verbindet“, heißt es.
„Haben nichts mit Liebe zu Bergen zu tun“: Alpinisten empört über Touristenservice mit Helikoptern
Dieses Angebot ist eigentlich schon absurd genug, doch Helijoy bietet noch mehr Luxus: Im Winter kann man per Hubschrauber von einem Skigebiet ins nächste fliegen, in einigen Fällen sogar direkt beim Skilift landen. Die beliebtesten Flüge starten in Cortina d‘Ampezzo und Gröden. Ein Paar ließ sich nur für ein Foto in die Dolomiten fliegen.
Alpinisten und Umweltschützern geht dieses Angebot für Reiche allerdings zu weit. „Bestimmte Initiativen haben nichts mit Liebe zu den Bergen zu tun“, kritisierte Carlo Alberto Zanella, Präsident der Südtiroler Sektion des Club Alpino Italiano (CAI), im Corriere del Trentino. Die Entwicklung im vom Massentourismus gekaperten UNESCO-Welterbe mache ihm Sorgen. „Ich möchte nicht, dass aus Hubschraubern Bergtaxis werden“, sagte er weiter. Helikopter sollten ausschließlich für Rettungseinsätze und für den Materialtransport zu Berghütten verwendet werden.
Anbieter verteidigt Hubschrauber-Taxi-Angebot
Helijoy sieht die Kritik gelassen. „Bei Helikoptern haben wir stets alle geltenden Vorschriften eingehalten, auch wir lieben die Berge und versuchen, die Anzahl der Überflüge und die zurückgelegten Distanzen so weit wie möglich zu begrenzen“, sagte Helijoy-Gründungsgesellschafter Salomon Berhane dem Corriere del Trentino. Man versuche, sich immer weiter zu verbessern.
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Berhane zufolge wird der Dolomiten-Überflug im Militärjet seit etwa einem Jahr angeboten. Abgehoben sei die „L-39 Albatros“ bislang nicht. Der Präsident von Mountain Wilderness, Luigi Casanova, warf der Unesco-Stiftung vor, sich nicht ausreichend für den Schutz der Berge einzusetzen. Für Casanova sei es „unglaublich“, dass es nach dem Bergbahn-Unglück in Cavalese mit 20 Toten – ein Militärjet kappte 1998 im Tiefflug ein Gondelseil – solche Angebote überhaupt gemacht werden. (mt)
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