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Ein Bergausflug in Südtirol endete für eine Urlauberin tödlich. Sie stürzte bei Sterzing von einem Grat 150 Meter in die Tiefe. Die Stelle gilt als gefährlich.
Sterzing – Fast jeder Urlauber, der über den Brenner Richtung Süden fährt, hat schon mal die Gondeln der Rosskopfbahn gesehen. Sie schweben kurz vor Sterzing (Südtirol) über der Autobahn auf den 2189 Meter hohen Aussichtsberg, der ein südlicher Ausläufer der Stubaier Alpen ist. Hier oben im äußersten Norden Italiens erwartet Urlauber ein wahres Höhenwegeparadies. Für eine Urlauberin und ihre Begleiter endete ein Ausflug nun jedoch tragisch.
Wanderausflug endet in Italien tödlich – Frau stürzt etwa 150 Meter ab
Hier war in der vorigen Woche auch eine Wandergruppe aus Kärnten unterwegs, darunter eine 68-Jährige. Die Reisegruppe war am Mittwoch (18. September) nach Sterzing gekommen und hatte einige Wanderungen in der Gegend geplant. Am Freitag stand eine Tour am Rosskopf auf dem Programm. Die Wanderer fuhren laut stol.it am Vormittag mit der Gondel auf den Rosskopf und stiegen erst mal zum Köpfl (2189 Meter) auf. Ein Teil der Gruppe wollte dann den Grat vom Köpfl zur Ochsenscharte (2189 Meter) weitergehen. Am Beginn des Weges weist ein Schild mit der Aufschrift „Nur für Geübte“ auf die Schwierigkeit des Weges hin.
Nach etwa 100 Metern ereignete sich kurz nach 11 Uhr dann der tragische Unfall: Die 68-Jährige, die als letzte der Gruppe auf dem Weg ging, stürzte aus noch ungeklärter Ursache über das felsige Gelände etwa 150 Meter in Richtung Telfer Berg (2045 Meter) ab. Ihre Begleiter schlugen sofort Alarm. Die Bergrettung Sterzing und der Notarzthubschrauber Pelikan 2 eilten sofort zur Unfallstelle.
Schild warnte in Südtirol vor Gefahr – Österreicherin geht weiter und stürzt in den Tod
Der Notarzt konnte aber nichts mehr für die Verunglückte tun, sie hatte sich bei dem Sturz tödliche Verletzungen zugezogen. Nach Freigabe durch die Staatsanwaltschaft wurde die Frau mit dem Hubschrauber der Finanzwache mittels Seil geborgen und nach Sterzing geflogen. Ihre Wanderfreunde wurden von der Bergrettung ins Tal gebracht und von der Notfallseelsorge betreut.
Mit schweren Kopfverletzungen überlebte am Sonntag (22. September) eine 73-jährige Frau aus Bozen (Südtirol) einen 30-Meter-Sturz unterhalb der Birnlückenhütte (2441 Meter), der nördlichsten Schutzhütte Italiens westlich des Großvenedigers. Die Frau war mit einer 27-köpfigen Wandergruppe des italienischen Alpenvereins CAI unterwegs, als sie am frühen Nachmittag abrutschte und durch ein Bachbett abstürzte.
Frau (73) stürzt an Italiens nördlichster Berghütte 30 Meter in die Tiefe
Ihre Begleiter eilten der Frau zur Hilfe und verständigten die Bergrettung, die aus dem Ahrntal anrückte. Auch der Notarzthubschrauber Pelikan 2 flog zum Unglücksort. Nach der Erstversorgung vor Ort wurde die Verletzte mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus nach Bozen geflogen. Sie hatte schwere Kopfverletzungen erlitten. Ein Bergretter begleitete die restliche Wandergruppe ins Tal.
Vor einer Woche wurde in der Nähe eine Solo-Wanderin tot gefunden, die auf einem Pilgerweg zu einer Alpenüberquerung aufgebrochen und abgestürzt war. An diesem Wochenende musste die Bergrettung in Österreich achtmal ausrücken, da sich Wanderer im Schnee verirrt hatten. Nahe Hüttschlag (Salzburg) wurde eine Frau von einer Lawine getötet. In den Dolomiten war eine Frau im Schneesturm erfroren. Für Aufregung sorgte in Tirol die Abschaffung des Einheimischen-Rabatts für Saisonkarten für Skilifte und andere Attraktionen. (jw)
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