Rettungseinsatz endet tragisch

Deutsche Urlauberin verschwindet beim Bergsteigen in Italien – Tage später finden Bergretter ihre Leiche

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Bei einer Überquerung der Alpen stürzte eine Wanderin mehrere Meter in die Tiefe und starb dabei. Die Leiche wurde erst nach zehn Tagen aufgefunden.

Ridnaun – Der Romedius-Pilgerweg ist ein 184 Kilometer langer Fernwanderweg, der von der Romediuskirche in Thaur im österreichischen Inntal bei Innsbruck zu der spektakulär auf einem Felsen stehenden Wallfahrtskirche von San Romedio im Nonstal im Trentino (Italien) führt. Die Strecke führt insgesamt 9728 Meter bergauf und 9773 Meter bergab. „Für bestimmte Streckenabschnitte sind Trittsicherheit und Bergerfahrung nötig“, heißt es im Pilgerheft des Wegs. Höchster Punkt ist die 2700 Meter hohe Schneebergscharte im Südtiroler Passeiertal im Norden Italiens.

Die Wanderin war im Südtiroler Ridnauntal verschwunden. Jetzt entdecke man ihre Leiche. Hier ein Bergretter bei der Suche.

Als sich Wanderin nicht mehr zu Hause meldete, schlug die Familie Alarm

Eine 52-jährige Frau aus Leonberg bei Stuttgart brach am 8. September in Thaur zu dieser Alpenüberquerung auf. „Sie sollte am vergangenen Wochenende wie bei ihrer Familie zurück sein“, berichtet Thomas Windisch, Rettungsstellenleiter der Bergrettung Pflersch gegenüber IPPEN.MEDIA. „Sie hatte zuletzt in Pflerschertal übernachtet.“ Das wäre die vierte Etappe von Obernberg in Tirol über die Grenze von nach Südtirol gewesen. Als Nächstes hätte die Wanderin im Ridnauntal ankommen sollen. Doch das geschah nicht.

Am Montag schlug dann die Familie Alarm, da die Frau nicht zum angekündigten Zeitpunkt wieder zu Hause angekommen war. Am Mittwoch wurde dann eine große Suchaktion mit Handyortung, Drohnen und Suchhunden gestartet. Im unwegsamen Gelände wurde der leblose Körper der Wanderin schließlich gegen 11 Uhr etwa 80 Meter unterhalb eines Wanderweges gefunden. Die Leiche wurde vom Rettungshubschrauber Pelikan 2 geborgen. Windisch: „Die Wanderin war 80 Meter in die Tiefe gestürzt.“

Ziel des Pilgerwegs: Die Kirche von San Romedio liegt am Ende einer Schlucht.

Gleich mehrere tödliche Bergunfälle in den vergangenen Tagen

In den vergangenen Tagen hatte es mehrere tödliche Bergunfälle gegeben, die vor allem aber durch Lawinen verursacht wurden. Im Salzburger Land starb eine Deutsche, nachdem sie am Dienstag von einer Lawine verschüttet wurde. In den Dolomiten war eine Touristin aus Kanada erfroren. In Obertauern (Salzburg) starb ein Skitourengeher unter einer Schneewechte.

Im Tiroler Eng-Tal im Karwendel wurde am Samstag ein 71-jähriger Wanderer aus dem Kreis Coburg (Oberfranken) von einer Lawine begraben. Am Donnerstag wurde sein Leichnam geborgen. Eine zehnköpfige Gruppe von Bergwanderern aus Deutschland und den Niederlanden, die sich in einer Berghütte in der Nähe befand, wurde per Polizeihelikopter evakuiert, da sie durch das Lawinengebiet abstiegen wollten.

Zehn weitere Gäste einer weiteren Berghütte in der Nähe wurden per Lastenaufzug ins Tal gebracht, nachdem die vorhergehende Helikopter-Evakuierung österreichweit für Aufruhr gesorgt hatte. Eine ähnliche Aktion sorgte in Österreich kürzlich für einen Rettungseinsatz, da das Seil aus der Rolle sprang. (jw)

Rubriklistenbild: © Bergrettungsdienst im AVS Ridnaun/Ratschings EO/Facebook

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