Tunis, die Hauptstadt Tunesiens, ist die größte Stadt des Landes und liegt am Golf von Tunis. Die Altstadt von Tunis gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Tunis – die bevölkerungsreichste Stadt und Hauptstadt Tunesiens liegt im Norden des Landes am See von Tunis in Nordafrika. Tunis zählt 1.056.247 Einwohner (Stand 2014) und erstreckt sich über die Küstenebene und die umliegenden Hügel. Die Medina, das historische Herz der Stadt, gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Tunis reicht von seinem niedrigsten Punkt, 4 Meter über dem Meeresspiegel, bis zu seinem höchsten Punkt, 41 Meter über dem Meeresspiegel. Als einfaches Dorf im Schatten von Karthago, Kairouan und Mahdia wurde Tunis schließlich am 20. September 1159 unter den Almohaden zur Hauptstadt ernannt. Unter der Hafsiden-Dynastie im Jahr 1228 und bei der Unabhängigkeit des Landes von Frankreich am 20. März 1956 wurde sie in ihrem Status bestätigt.
Es gibt verschiedene Thesen für den Ursprung des Namens Tunis. Einige Gelehrte beziehen ihn auf die phönizische Göttin Tanith, da viele antike Städte nach Schutzgottheiten benannt wurden. Angesichts der zeitlichen und räumlichen Variationen der genauen Bedeutung kann der Begriff Tunis möglicherweise „Nachtlager“, „Lager“ oder „Halt“ bedeuten.
Tunis ist die Wirtschafts- und Handelshauptstadt Tunesiens. Die Dichte seines Straßen- und Autobahnnetzes und seine Flughafenstruktur machen die Stadt zu einem Knotenpunkt für den nationalen Verkehr. Das Klima in Tunesien gehört zum Mittelmeerklima, das durch eine kühle, regnerische und eine heiße, trockene Jahreszeit gekennzeichnet ist.
Interessanten Fakten über die Hauptstadt Tunis:
- Die Überreste des alten Karthagos liegen verstreut in der Bucht von Tunis.
- Die Al-Zaytuna-Moschee ist eine der wichtigsten und ältesten Moscheen in Tunis.
- Mehr als ein Viertel der Bevölkerung Tunesiens lebt in der Hauptstadt
- Tunis ist auch bekannt als Stadt der Mode, jedes Jahr findet die Tunis Fashion Week statt.
- Das Bardo-Nationalmuseum in Tunis ist eines der wichtigsten Museen im Mittelmeerraum.
Die Geschichte der Hauptstadt Tunis
Die Geschichte der Stadt geht bereits in 4. Jahrhundert v. Chr. zurück. Die Berber gründeten die Stadt, deren ursprünglicher Name Tunes war. Auf einem Hügel gelegen, diente Tunis als hervorragender Punkt, von dem aus der Schiffsverkehr und der Karawanenverkehr von und nach Karthago überwacht werden konnte. Tunis war eine der ersten Städte in der Region, die unter karthagische Kontrolle geriet.
310 v. Chr. wurde die Stadt von dem Griechen Agathokles erobert, der sie drei Jahre lang als afrikanischen Stützpunkt für die Kampagnen in Syrakus nutzte; 256 v. Chr. wurde sie von Atilius Regulus besetzt; später, 238 v. Chr., fiel sie in die Hände rebellischer Söldner. Dem griechischen Historiker Strabo zufolge wurden sowohl Tunis als auch Karthago zerstört, aber beide wurden später unter Augustus wieder aufgebaut, wodurch Tunis zu einer wichtigen Stadt unter römischer Kontrolle und zum Zentrum einer blühenden Agrarindustrie wurde. Mit der zunehmenden Romanisierung wurde Tunis auch christianisiert und wurde schließlich zum Bischofssitz der katholischen Kirche in Afrika.
Tunis löst Karthago ab
Die endgültige Zerstörung Karthagos durch Amir Hassan ibn al-Numan markierte den Beginn der Renaissance von Tunis. Zunächst unter den Aghlabiden, Fatimiden und Ziriden (800-48), dann unter den Chorasaniden (1059-1160), die dort ein kleines unabhängiges Königreich schufen. Die Almohaden machten Tunis 1160 schließlich zur Hauptstadt.
Tunis wurde allmählich zum wichtigsten Handelszentrum des Maghreb, das von Kaufleuten aus dem gesamten Mittelmeerraum besucht wurde. Ab 1270 erlaubte ein Vertrag mit Frankreich den in Tunis ansässigen Christen, in der Stadt zu leben, eigene Kirchen zu bauen und Handel zu treiben. Im Jahr 1534 wurde Tunis von den türkisch-algerischen Piraten von Jair ad Din Barbarossa angegriffen und eingenommen.
Der damalige Sultan von Tunis, Mulay Hassan, suchte Zuflucht am Hof von Karl V. und bat ihn um die Rückgabe seiner Stadt. Infolgedessen marschierten die kaiserlichen Truppen 1535 erfolgreich in Tunis ein. Bis zur Rückeroberung durch die Osmanen im Jahr 1574 unterstand Tunis dem spanischen Protektorat.
Tunis im Zweiten Weltkrieg
Während des Zweiten Weltkriegs wurde Tunis zu einem der wichtigsten Kriegsschauplätze in Afrika, da es im November 1942 von den Achsenmächten besetzt wurde. Nach mehreren Monaten unter deutsch-italienischer Kontrolle fiel Tunis am 7. Mai 1943 um 15.30 Uhr in die Hände der Alliierten.
Nachdem die Alliierten die Achsenmächte erfolgreich aus Tunis verdrängt hatten, nutzten sie die Stadt als Operationsbasis für die Einnahme und Versorgung der Insel Pantelleria, dann Siziliens und schließlich Italiens. Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchsen die Vorstädte um Tunis herum schnell, um die rasche Industrialisierung zu erleichtern.
Nach der Unabhängigkeit Tunesiens im Jahr 1956 wurde Tunis die Hauptstadt. Es dauerte nicht lange, bis sich die koloniale Stadt zu wandeln begann und die einheimischen Bewohner die Europäer allmählich ablösten. Der Konflikt zwischen der arabischen und der europäischen Stadt nahm mit der Arabisierung der Bevölkerung allmählich ab.
Aufgrund des Bevölkerungsdrucks und der Zuwanderung wuchs die Stadt durch die Schaffung neuer Stadtteile. Im Laufe der Zeit wurden alte Gebäude renoviert und neue Gebäude haben das Stadtbild verändert. Nach der Unterzeichnung des Friedensvertrags zwischen Ägypten und Israel verlegte die Arabische Liga 1979 ihren Sitz von Kairo in die Stadt.
1990 kehrte der Sitz in die ägyptische Hauptstadt zurück. Zwischen 1982 und 1993 befand sich in Tunis das Hauptquartier der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO). Das Hauptquartier der PLO wurde 1985 von der israelischen Luftwaffe als Vergeltung für den Angriff der palästinensischen Force 17 auf israelische Bürger bombardiert. Bei dem Angriff verloren über 60 Menschen ihr Leben.
Die Sehenswürdigkeiten Tunis und die von der UNESCO gekürte Medina
Die Hauptstadt Tunis ist der perfekte Ausgangspunkt für eine Reise nach Nordafrika und bietet Besuchern zahlreiche Attraktionen. In der von der UNESCO gekürten Medina (Altstadt) befinden sich die meisten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Zahlreiche Baudenkmäler, darunter Paläste wie Dar Ben Abdallah und Dar Hussein, das Mausoleum des Beyliks Tourbet El Bey und viele Moscheen, darunter die große Zitouna-Moschee können in der Medina besucht werden. Die einst von ihren heute größtenteils verschwundenen Festungsanlagen umschlossene Stadt wird von den beiden beliebten Vororten Bab Souika im Norden und Bab El Jazira im Süden eingerahmt.
Laut TripAdvisor und nach Beliebtheit bei den Reisenden sind das die 10 Top-Sehenswürdigkeiten in Tunis:
- 1. Medina von Tunis
- 2. Zitouna Moschee
- 3. Die Türen von Medina
- 4. Kathedrale Hl. Vinzenz von Paul
- 5. Avenue Habib Bourguiba
- 6. Der Markt Fondouk El Ghala
- 7. Bab El Bhar
- 8. Berber Dorf
- 9. Stadttheater
- 10. Kasbah Platz
Die Bevölkerung der Hauptstadt Tunis
In den Jahren nach der Unabhängigkeit Tunesien wuchs die Bevölkerung des Ballungsraums von 1956 bis 1966 um 21,1 %. In den Jahren von 1966 bis 1975 stieg sie noch weiter um 28,5 %. Dieses stetige Wachstum der Bevölkerungszahl ging mit Veränderungen einher, die die Bevölkerungsstruktur der Hauptstadt grundlegend veränderten.
Zu Beginn des 21. Jahrhunderts hat die Metropole Tunis mehr als 2.000.000 Einwohner. Die Zunahme der Bevölkerung seit Beginn des 20. Jahrhunderts ist in erster Linie das Ergebnis der Migration von außen. Ab 1975 erfolgte das Bevölkerungswachstum aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung und der Attraktivität der Hauptstadt. In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg erreichte die Wachstumsrate der Bevölkerung von Tunis ihren Höhepunkt.
Zwischen 1994 und 2004 wuchs die Bevölkerung Tunis nur noch um 1,03 % pro Jahr. Bei der Volkszählung 2004 machte sie 9,9 % der tunesischen Gesamtbevölkerung aus. Im Jahr 2014 erreichte die Bevölkerung der Stadtgemeinde Tunis laut der Volkszählung des Nationalen Instituts für Statistik 638.845 Einwohner.
Die Bevölkerungsentwicklung der Agglomeration Tunis in Zahlen:
- 1921: 192.994 Einwohner
- 1931: 210.240 Einwohner
- 1936: 258.113 Einwohner
- 1950: 472.000 Einwohner
- 1960: 588.000 Einwohner
- 1970: 761.000 Einwohner
- 1980: 1.047.000 Einwohner
- 1990: 1.472.000 Einwohner
- 2000: 1.769.000 Einwohner
- 2010: 2.014.000 Einwohner
- 2020: 2.365.000 Einwohner