VonNadja Orthschließen
Auch Norditalien kämpft seit einigen Tagen mit den Folgen von Starkregen. In der Region Brescia sorgten mehrere Erdrutsche für zahlreiche Einsätze.
Vobarno – In der norditalienischen Region Brescia hat ein schweres Unwetter zu mehreren Katastrophen und Schäden geführt. Wie lokale Medien berichteten, war am Dienstagnachmittag (4. Juni) ein Bach in der Gemeinde Vobarno durch massiven Regenfall übers Ufer getreten. Infolge wurden mehrere Einwohner und Urlauber auf einem Campingplatz von den Überschwemmungen eingeschlossen. Seit einigen Tagen sorgen Unwetter in mehreren Urlaubsregionen Norditaliens für Chaos.
In der gesamten Region seien Autos, Häuser und Geschäfte überflutet worden, wie das Nachrichtenportal GardaPost unter Berufung auf die Feuerwehr berichtete. „Die Teams [seien] weiterhin unermüdlich im Einsatz, um den von der Katastrophe betroffenen Menschen in der Region Brescia zu helfen“, hieß es demnach in einer Mitteilung. Zahlreiche Straßen seien von Schlamm bedeckt und müssten freigeräumt werden. In der Gemeinde Valsabbia sei der Strom ausgefallen.
Erdrutsche und Unwetter treffen Norditalien: Einwohner und Urlauber von Außenwelt abgeschnitten
Informationen über Verletzte oder Vermisste gebe es bislang nicht. Jedoch sei der Weiler Degagna mit rund fünfhundert Einwohnern aufgrund eines Erdrutschs isoliert worden. Insgesamt 30 Personen seien in der kleinen Ortschaft vorübergehend von der Außenwelt abgeschnitten, hieß es weiter. Unter den Betroffenen seien sechs Familien und einige Urlauber eines Campingplatzes gewesen. Rund 70 Einsatzkräfte der Feuerwehr mussten den Berichten zufolge anrücken, um die eingeschlossenen Menschen zu befreien. Zur Unterstützung seien außerdem Spezialisten der G.O.S. (Special Operations Group) mit Erdbewegungsfahrzeugen entsandt worden, die die Zufahrtsstraßen zu dem betroffenen Gebiet räumten.
Alluvione in Val Sabbia, il Chiese esonda e l’acqua invade le strade di Collio di Vobarno https://t.co/9CuUi14Fg1
— Il Giorno (@qn_giorno) June 4, 2024
Neben Vobarno trugen weitere Gemeinden in Brescia Schäden von dem schweren Unwetter am Dienstag davon. Zu Erdrutschen sei es demnach auch in den Gemeinden Salò und Vobarno gekommen. In Vobarno habe ein Erdrutsch einen Fluss verstopft, sodass er übers Ufer trat und das Stadtzentrum überschwemmte. Alle Einsätze in der Region seien in der Nacht erfolgreich beendet worden.
Chaos in den Alpenländern: So geht es nach dem Starkregen in den letzten Tagen weiter
Starkregen und Unwetter sorgen seit einigen Tagen für Ausnahmezustände in Italien, vor allem im Norden des Landes. Ungewöhnlich große Wassermengen des Flusses Natisone in der Provinz Udine rissen am Freitag zwei Frauen und einen Mann mit. Die Suche blieb bis Sonntag ergebnislos. Dann wurden weiter flussabwärts die Leichen der beiden Frauen gefunden.
Unterdessen ist die Hochwasserlage in Bayern trotz erster Entspannungssignale weiter angespannt. Auch dort wurde inzwischen ein weiterer Hochwasser-Toter gefunden. Laut Vorhersagen des Deutschen Wetterdienst soll keine neue Unwetterfront auf Deutschland zukommen. Im Süden könne es weiter Starkregen geben, der große Regen sei aber vorbei, sagte ein DWD-Meteorologe. (nz)
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