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Die Unwetter über den Alpen sorgen in Norditalien für Chaos: Die Brennerbahn wurde zwischen Trient und Verona unterspült. In Manutua warf ein Tornado Güterwaggons um.
Trient/Mantua – Seit Tagen sorgen Wolkenbrüche, Hagel und Stürme im Norden von Italien für ein riesiges Chaos. Am Dienstag (21. Mai) unterspülte ein Hochwasser führenden Bach zwischen den Ortschaften Ala und Peri die zweigleisige Brennerbahnstrecke im Abschnitt Trient-Verona.
Reißender Gebirgsbach unterspült die Gleise der Brennerbahn
Zeitweise war die Strecke komplett gesperrt, später wurde eines der beiden Gleise wieder freigegeben. „Die Feuerwehrleute und Techniker arbeiten daran, kritische Probleme auf der Brennerstrecke zu beheben und den Bahnverkehr wiederherzustellen“, heißt es auf ildolomiti.it. „Hochgeschwindigkeitszüge können eine erhöhte Fahrzeit von bis zu 80 Minuten verzeichnen“, wird die Bahngesellschaft Trenitialia zitiert.
„Regionalzüge können eine erhöhte Fahrzeit von bis zu 80 Minuten verzeichnen und es kann zu Ausfällen oder Streckeneinschränkungen kommen.“ Betroffen waren auch die Railjet- und Eurocityzüge, die zwischen München und Bologna sowie Venedig pendeln. Reisende berichten, am Brenner über eine Stunde lang aufgehalten worden zu sein.
Drei Männer gehen in Kanal in Verona unter – einer tot, einer vermisst
In Verona gingen am Montag drei Menschen in einem Kanal unter, der Hochwasser führt. Die Feuerwehr konnte zwei von ihnen war bergen, für einen von ihnen, ein aus dem Benin (Afrika) stammender 18-Jähriger, kam jedoch jede Hilfe zu spät. Trotz Rettungsmaßnahmen vom Sanitätspersonal musste er für tot erklärt werden. Ein junger Mann wird noch vermisst. Feuerwehrleute überwachen einen Rost in der Annahme, dass der Körper dort nach oben getrieben wird. Viele Straßen sind wegen Überschwemmung gesperrt.
Bei Mantua 40 Kilometer südlich von Verona laufen die Aufräumarbeiten auf Hochtouren, nachdem ein Tornado die Gegend verwüstet hatte. Der Sturm war so stark, dass er mehrere Güterwaggons im Bahnhof wie Spielzeug umwarf. Auch mehrere Masten knickten bei dem Wirbelsturm am Donnerstag wie Streichhölzer ein.
Tornado bläst Güterzüge um – Rentner wird bei Brückeneinsturz von Fluss mitgerissen
Der Bürgermeister des Ortes Borgo Matovano, Alberto Borsari, schreibt bei Facebook: „In all meinen Jahren als Bürgermeister habe ich nie gesehen, dass der Sturm Züge umwirft.“ Er spricht von „unglaublichen Szenen, sogar in den Häusern in der Nähe des Bahnhofs“. Abgedeckte Dächern und Zerstörung überall, viele überflutete Straßen und Keller. Eine sehr schwere Situation. Zum Glück wurde niemand verletzt.“
In Malo in der Provinz Vicenza (Veneto) sowie unweit der Stadt Cantu in der lombardischen Provinz Como stürzten Brücken ein. Im zweiten Fall kam ein Pensionist bei dem Brückeneinsturz ums Leben. Die Gewitter und Regenfälle sollen in Norditalien noch bis zum Donnerstag anhalten.
Vorige Woche hatte bereits der Großraum Mailand mit schweren Unwettern zu kämpfen. Auf den Bergen liegt noch enorm viel Schnee, weshalb der Giro d‘Italia nicht über das Stillfser Joch fahren kann. Nördlich der Alpen hatte es über Pfingsten vor allem im Saarland schwere Überschwemmungen gegeben.

