VonMomir Takacschließen
Im Westen Australiens haben Helfer fieberhaft, aber letztlich vergeblich, versucht, gestrandete Grindwale zu retten. Forscher stehen vor einem Rätsel.
Albany – Am Cheynes Beach in Australien haben sich in den letzten Tagen dramatische Szenen abgespielt – unter Tieren und Menschen. Am Dienstag (25. Juli) waren an dem Strand östlich der Stadt Albany im Westen des Kontinents fast 100 Grindwale gestrandet. Nur einen Tag später waren alle Meeressäuger tot.
| Wal-Art | Grindwal |
|---|---|
| Größe | zwischen 3,6 und 6 Meter |
| Herde | normalerweise zwischen 10 und 30 Tiere |
| Quelle: Spektrum.de |
100 Grindwale gestrandet und verendet: Dramatische Szenen spielen sich in Australien ab
Für Meeresforscher ist das Massensterben ein absolutes Rätsel. Nachdem in der Nacht zu Mittwoch bereits 50 Wale verendet waren, versuchten Helfer unermüdlich, die restlichen Tiere zu retten. Es gelang ihnen sogar, sie wieder ins Meer zu schaffen. Doch die Freude währte nur kurz.
Die Grindwale, auch Pilotwale genannt, strandeten erneut, und mussten schließlich eingeschläfert werden. Einer Reporterin des Senders 9News zufolge brachen einige Helfer am Stand weinend zusammen. Die Entscheidung sei sehr schwierig für alle Beteiligten gewesen, jedoch sei es wichtig gewesen, das Leiden der Wale nicht weiter zu verlängern, schrieb die Naturschutzbehörde „Parks and Wildlife Services“ auf Facebook.
Grindwale verenden unter mysteriösen Umständen - Tiere zeigten davor ungewöhnliches Verhalten
Bevor sie strandeten, hatten die bis zu drei Tonnen schweren Wale ein mysteriöses Verhalten gezeigt. Drohnen filmten das extrem ungewöhnliche Schauspiel. Die Tiere scharten sich stundenlang etwa 100 Meter vor der Küste eng zusammen. Später gerieten sie in die hilflose Situation. Sie habe so etwas noch nie zuvor gesehen, sagte die Meeresforscherin Vanessa Pirotta der australischen ABC. Es seien „unglaubliche“ Aufnahmen, die Wissenschaftler nun präzise studieren wollen. Im vergangenen Jahr hatten Forscher bereits im Meer eine ungewöhnliche Entdeckung gemacht: Sie fanden eine mysteriöse Kreatur.
Grindwale gelten als sehr sozial und empathisch. „Ihre emotionalen Bindungen zu ihren Freunden und Verwandten sind viel stärker als das, was wir vielleicht für unsere Familienmitglieder empfinden“, sagte Olaf Meynecke von der Griffith University. Grindwale seien bereit, in einer gefährlichen Situation in der Nähe ihrer Herde auszuharren und ungeachtet der Konsequenzen ihr Leben zu opfern.
Forscher rätseln über sonderbares Verhalten der Grindwale - Tauchten Killerwale auf?
Dennoch blieb das sonderbare Zusammenscharen ein Rätsel. Augenzeugen hatten spekuliert, dass womöglich Killerwale (Orcas) aufgetaucht sein könnten und sich die Grindwale daraufhin zur Verteidigung formierten. Laut Pirotta könnte aber auch Lärmbelästigung durch den Menschen die Tiere gestört haben. Auch Orcas zeigen manchmal ein ungewöhnliches Verhalten. Killerwale attackierten etwa aus dem Nichts ein Segelboot auf offenem Meer. (mt/dpa)
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