Gesundheitsgefahr

Ist Aperol Spritz krebserregend? Forscher nehmen beliebtes Getränk unter die Lupe

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Aperol Spritz ist das Lieblingsgetränk vieler Deutschen. Vor allem im Sommer. Doch das könnte ungeahnte Folgen haben. Das Getränk soll krebserregend sein.

München — Auf Social Media macht ein Gerücht die Runde, dass viele Deutsche schockieren könnte: Aperol Spritz soll krebserregend sein. Die Behauptung wird auf Facebook, Instagram und TikTok derzeit vielfach geteilt wird. Wegen
angeblich krebserregenden Stoffe sollte Aperol Spritz erst gar nicht getrunken werden, heißt es. Aber stimmt das?

Faktencheck: Ist Aperol Spritz wirklich krebserregend?

Beim genauen Hinschauen muss man das mit einem klaren „Jein“ beantworten. Zur Erklärung: Aperol ist ein Alkoholgetränk, das vor allem im Sommer gerne konsumiert wird. Der italienische Likör gehört zur Marke der Campari-Gruppe. Meist wird er mit Prosecco und Mineralwasser gemischt, und als sogenannten „Aperol Spritz“ konsumiert. Das Getränk ist leicht an seiner orange-roten Signalfarbe erkennbar. Die ist das Ergebnis zugesetzter künstlicher Farbstoffen E 110 (Orange-Gelb S) und E 124 (Cochenille-Rot A), deren Basis Öl ist.

Auf Social Media kursiert derzeit das Gerücht, dass Aperol Spritz krebserregend ist. (Symboldbild)

Es stimmt zwar, dass diese Azofarbstoffe „umstritten“ sind. Laut der Verbraucherzentrale Berlin können sie bei Menschen, die gegen Aspirin allergisch sind oder zu Allergien neigen, pseudoallergische Reaktionen auslösen. Dabei handelt es sich um nicht immunologisch bedingte Auswirkungen auf den Körper. Das Krebsrisiko erhöhen sie allerdings nicht. Die geringen Mengen des Farbstoffs, die in Aperol verwendet werden, gelten als unbedenklich. Beide Farbstoffe sind als Lebensmittelzusatzstoffe zugelassen.

Allerdings hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) für die Farbstoffe E 110 und E 124 Höchstmengen für die tägliche Aufnahme festgelegt: In Spirituosen wie Aperol dürfen beide Farbstoffe und andere der gleichen Kategorie in einer Gesamtkonzentration von bis zu 200 Gramm pro Liter verwendet werden. Das heißt, dass eine Person, die 70 Kilogramm wiegt, täglich bis zu 490 ml Aperol konsumieren kann.

Aber Vorsicht: Aperol ist nicht krebserregend, Alkohol aber schon

Trotzdem sollte eine Sache nicht vergessen werden: Aperol enthält Alkohol, einen Stoff, der laut Experten tatsächlich das Krebsrisiko erhöht. Das gilt schon lange als gesichert. Laut dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) erhöht Alkohol unter anderem das Risiko für Speiseröhrenkrebs und Leberkrebs.

Die Dosis macht jedoch das Gift, wie die Deutsche Krebsgesellschaft schreibt. „Je mehr Alkohol getrunken wird, desto höher ist das Erkrankungsrisiko“, heißt es auf deren Homepage. Demnach verkürzten bereits rund 200 Gramm Alkohol in der Woche die Lebenserwartung um zwei Jahre. Umgerechnet wären das das tägliche 0,5er-Feierabendbier oder zwei Flaschen Wein. Wobei schon kleinere Mengen das Risiko steigen lassen.

Knapp vier Prozent der jährlichen Krebsfälle in Deutschland lassen sich demnach direkt auf Alkohol zurückzuführen. Laut der Weltgesundheitsorganisation gibt es gerade in Deutschland Handlungsbedarf. Hierzulande ist der Alkoholkonsum im weltweiten Vergleich sehr hoch. Mit Folgen. Denn Alkohol erhöht auch das Risiko für andere potenzielle gesundheitliche Folgen, wie beispielsweise Herzinfarkte oder Schlaganfälle. Exklusiv für Aperol Spritz gilt das aber freilich nicht. (jus/dpa)

Rubriklistenbild: © Daniel Vogl/dpa

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