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Romina Kunzeschließen
Das aktuelle Wetter in Kroatien lässt wenig Urlaubsstimmung aufkommen. Zyklon „Boris“ verursacht schwere Unwetter mit Tornados und legt das Land lahm.
Zagreb – Der Zyklon „Boris“ hat abrupt den Sommer an der Adria beendet. Bis vor kurzem ächzte Kroatien noch unter einer für diese Zeit ungewöhnliche Hitze-Periode. Am Donnerstag (12. September) fegte dann eine heftige Sturmfront aus Italien und Slowenien über den Norden und Westen Kroatiens, die noch immer anhält.
In weiten Teilen des Landes fielen die Temperaturen von spätsommerlichen 30-Grad-Plus um mehr als die Hälfte ab. Über der Adriaküste wurden laut wetter.at mehr als 20 Tornados gesichtet. Handy-Aufnahmen dokumentieren das Ausmaß des Unwetters und kursieren rasch im Internet.
Sturm-Gefahr in Kroatien bleibt bestehen: Weitere heftige Unwetter vorausgesagt
In den Videos ist zu erkennen, dass ganze Abschnitte von Landstraßen überschwemmt sind. Besonders betroffen ist der Küstenabschnitt bei Zadar. Der Kroatische Meteorologische Dienst (DHMZ) warnt weiterhin vor Sturmgefahr, insbesondere im Norden und Südwesten des Landes. Für den Freitag sind erneut starker Regen und das Risiko weiterer Überschwemmungen vorhergesagt. Die zweithöchste Unwetter-Alarmstufe wurde ausgelöst.
Aufgrund des Unwetters wurden einige Straßen in Kroatien für bestimmte Fahrzeuge wie Doppeldeckerbusse oder Motorräder gesperrt. Der Sturm hat zudem den Fährverkehr auf der Adria zum Erliegen gebracht, wie Die Presse berichtet.
Die Insel Dugi otok vor der Küste Kroatiens wurde ebenfalls schwer getroffen. Am Freitagmorgen (13. September) gab es heftige Regenfälle. Einheimische berichten, dass in etwa einer Stunde rund 150 Liter Regen pro Quadratmeter fielen. Der Sturm soll zudem Schäden an den Straßen verursacht haben. Anfang des Sommers steuerte bereits ein Zyklon auf das beliebte Urlaubsland zu. Heftige Unwetter schnitten im vergangenen Herbst mehrere Adria-Inseln vom Festland ab.
Tornados vor der Küste Kroatiens – Videos zeigen Ausmaß
Zahlreiche Tornados vor der Küste sind laut dem Meteorologen Zoran Vakula jedoch nichts Ungewöhnliches für den Jahreszeitenwechsel: „Dies ist das Ergebnis der Konvergenz von kalter und warmer Luft. Wirbelstürme sind kleine Tornados, die durch den plötzlichen Zustrom kalter Luft auf warmes Terrain entstehen, und diese Konvergenz von kalter und warmer Luft führt zu einem Wirbel“, erklärte der Meteorologe im Interview mit dem Nachrichtensender hrt. Zumal sich im Sommer eine brütende Hitze im Land festgesetzt hatte.
Das Wetterportal Istramet veröffentlichte auf Facebook ein Video einer Nutzerin, das einen Wirbelsturm über dem Meer zeigt. Auch andere Videos, wie das folgende, erregten große Aufmerksamkeit:
@mizisun Tornado Kroatien #foryou #fyfyfyfy #fyp #foryoupage ♬ Oh No - Kreepa
Ebenso ist für Deutschland derzeit ein Wetterumschwung angekündigt. Experten erwarten am Wochenende Dauerregen. In Österreich hingegen sorgten bereits heftige Unwetter vielerorts für Chaos mit Evakuierungen und Einschränkungen.
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