Regen peitscht durch Norditalien

Unwetter wüten in Italien: Katastrophenschutz mit neuer Warnung – Ferienregion beantragt Notstand

  • schließen

Die Unwetter-Phase in Italien geht weiter. Im Norden sind die Schäden schwerwiegend. Jetzt hat der Zivilschutz für den Süden die Alarmstufe Gelb herausgegeben.

Rom – Heftige Gewitter und sintflutartige Regenfälle haben am Dienstag (2. September) weite Teile Norditaliens heimgesucht. Besonders schwer betroffen waren im Urlaubsland Italien Ligurien, das Veneto, Friaul-Julisch Venetien und die Toskana. Die Feuerwehr musste zu hunderten Noteinsätzen ausrücken. Nun droht Süditalien Regen und Gewitter.

Unwetterfront nimmt den Norden Italiens in die Zange – italienischer Zivilschutz aktiviert Alarmstufe Gelb für Kalabrien und Sizilien (Montage).

In Genua war die Lage in der Unwetter-Nacht besonders dramatisch. Bäume stürzten um, Straßen verwandelten sich in reißende Flüsse und Unterführungen waren komplett überflutet. Zudem war ein Auto in den Fluss Lavagna gestürzt. Glücklicherweise befanden sich nach Untersuchungen keine Menschen darin, berichtet die italienische Feuerwehr. Öffentliche Parks, Villen und Friedhöfe wurden zur Sicherheit vorübergehend geschlossen.

Unwetter-Chaos in Italien – Heftige Gewitter richten massiven Schaden an

Ein Felsbrocken auf der Staatsstraße 45 behinderte den Verkehr in der Nähe von Due Ponti. Die Region in Ligurien werde den nationalen Notstand beantragen, um die Schäden zu bewältigen, erklärte Giacomo Giampedrone vom Zivilschutz der italienischen Nachrichtenagentur Ansa.

„Wie ein Hurrikan“ tobten heftige Unwetter in der Gegend von Verona über San Bonifacio, berichtet der italienische Sender TGcom24. Nach und nach zeigt sich langsam das Ausmaß der Schäden an den Häusern und in der Natur. Über 300 Bäume stürzten um, und auch das Rathaus wurde überschwemmt, schreibt das Wetterportal Tornado in Italia in den sozialen Medien. Der Wind peitschte den Regen durch die Stadt, wie auf Videos zu sehen ist. Wie ein Streichholz knickte ein Strommast in Bovolone um. Das lasse auf starke Windböen von mehr als 100 km/h schließen. Kein Einzelfall. Schon Ende Juli verwüstete eine Sturmfront ein Adria-Juwel.

Schwere Gewitter in Triest

Extreme Niederschlagsmengen stürzten im Friaul-Julisch Venetien vom Himmel, berichtet die italienische Nachrichtenagentur Adnkronos. In Fossalon fiel innerhalb von einer Stunde 72 Liter pro Quadratmeter – eine Niederschlagsmenge, die im Durchschnitt etwa alle 30 Jahre vorkommt. Windböen erreichten bis zu 60 km/h.

Tornados, Superzellen und Schlammlawinen: Die Bilder der zerstörerischen Unwetter in Italien

Windhose Tornado Lombardei in Italien Unwetter Sturm Gewitter Superzelle
In der Lombardei bildete sich am Freitagabend nahe Lecco ein Tornado, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtet.  © Vigili del Fuoco
Unwetter in Italien Verretto Norditalien Lombardei Sturm
Ganze Dächer wurden infolge der Unwetter in Verretto (Provinz Pavia) regelrecht weggefegt.  © Jason Tschepljakow/DPA
Unwetter in Italien Pavia Lombardei Norditalien
Das Ausmaß der Zerstörung nach den Unwettern aus der Vogelperspektive.  © Jason Tschepljakow/DPA
Heftiges Unwetter in Italien Lombardei Superzellen
Superzellen über der norditalienischen Region Lombardei.  © Alexander Wolf/Imago
Hagel Hagelkörner Norditalien Unwetter
Golfballgroßer Hagel fiel in einigen Örtlichkeiten Norditaliens am Freitag vom Himmel.  © meteoscienza/facebook
Feuerwehr entfernt herabgestürzte Bäume.
Bei den Unwettern von Donnerstag (28. August) auf Freitag: Mehr als 1300 Einsätze zählten die Feuerwehren in Norditalien binnen nicht mal 24 Stunden.  © Vigili del Fuoco/telegramm
Baveon Lago di Maggiore Urlaubssee Italien Piemont
In Baveno am Ufer des Lago di Maggiore sorgten die heftigen Regenfälle für eine Schlammlawine.  © Michele Radice/Facebook
Baveno Hangrutsch Schlammlawine Unwetter Italien
Der Hang in Baveno (Piemont) rutsche nach heftigen Unwettern auf eine Straße und ein darunter liegendes Wohnhaus.  © Michele Radice/Facebook
Mure Geröll Schlamm auf Staatstraße SS51 di Alemagna Unwetter
Die bekannte Staatsstraße SS51 di Alemagna wurde von den Unwettern in Norditalien ebenfalls nicht verschont. Eine Nacht blieb die Route wegen einer Mure gesperrt. Am Freitagmorgen konnte der Verkehr wieder rollen.  © Massimo Bortoluzzi/facebook
Desenzano del Garda am Gardasee
Die Strände in Desenzano del Garda blieben am Donnerstag leer. Auch die Region um den beliebten Gardasee war von heftigen Unwettern betroffen.  © Rai News
Strand Viareggio Italien nach Unwetter Sturm Mittelmeer
Am menschenleeren Strand des beliebten Urlaubsortes Viareggio (Toskana) hinterließen stürmische Winde ein Bild der Verwüstung.  © Riccardo dalle Lucche/Ansa/Imago
Strand Ligurien Mittelmeer Italien
Auch in Ligurien waren viele Strände aufgrund der Unwetter und des hohen Wellengangs geschlossen.  © Rai News
Verretto Photovoltaik-Park Solarpark Sturm Unwetter
In Verretto (Lombardei) machten stürmische Winde einen Photovoltaik-Park dem Erdboden gleich.  © Rai News
Hangrutsch GEiselsberg Olang Südtirol Italien
Hangrutsche waren in einigen Orten Norditaliens Grund für Einsätze. Hier im Bild eine Schlammlawine in Geiselsberg oberhalb von Olang in Südtirol.  © FF Geiselsberg/Landesfeuerwehrverband Südtirol
feuer Brand in Südtirol Siebeneich Feuerwehr Einsatz
In Südtirol musste die Feuerwehr am Donnerstag unter anderem zu einem Brand ausrücken, ausgelöst durch einen Blitzeinschlag.  © Jacopo da Col/BFBZ
Feuer Brand Siebeneich Südtirol
Bei dem Brand in Siebeneich ist glücklicherweise niemand zu Schaden gekommen. Doch der Sachschaden ist laut Feuerwehr erheblich.  © Jacopo da Col/BFBZ
Riva del Garda Blitzeinschlag Wohngebäude
Auch in Riva del Garda setzte ein Blitzeinschlag ein Gebäude in Flammen. Mehrere Familien mussten aufgrund des Brandes evakuiert werden.  © Vigili del Fuoco/Rai TGR

In Triest forderten Überschwemmungen, Erdrutsche und umgestürzte Bäume die Feuerwehr eigenen Angaben zufolge bis Mittwochvormittag (3. September) heraus. Eine Person musste aus einem eingeschlossenen Auto gerettet werden, teilt die Feuerwehr in den sozialen Medien zu den über 60 Einsätzen mit. Laut rainews.it traf der Sturm die Region Triest und Muggia gegen 19 Uhr am Dienstagabend mit voller Wucht. Internet und Telefon fielen zeitweise aus. In einigen Straßen in der Innenstadt habe es keinen Strom gegeben. Menschen saßen in Aufzügen fest.

Extrem-Wetter in Italien trifft Toskana: Wasserhose vor der Küste

Auch die Toskana blieb nicht verschont. Vor einer intensiven Gewitterfront an der Küste der Toskana, mit starken Regenfällen und Windböen, warnte der toskanische Regionspräsident Eugenio Giani in den sozialen Medien. Einsätze in Massa würden bereits laufen. „Eine Wasserhose wurde zwischen Folloncia und Scarlino gemeldet. Für heute gilt im Archipel die gelbe Alarmstufe für Sturmfluten“, postete Giani auf Instagram.

Katastrophenschutz gibt weitere Wetterwarnungen für Italien heraus

Nach dem Norden gilt ein Wetter-Alarm für den Süden Italiens. Der italienische Zivilschutz hat eine Wetterwarnung der Stufe Gelb für den Mittwoch (3. September) für Teile Kalabriens und Siziliens herausgegeben. In den beiden Regionen besteht nach dem aktuellsten Bulletin Sturmgefahr, Überschwemmungsgefahr und hydrogeologische Gefahr. Auf Sizilien ist auch Catania von der Warnung betroffen, sowie die Gegend um den Vulkan Ätna. (ml)

Rubriklistenbild: © Screenshot X/Comune di Trieste/protezione civile

Kommentare