VonMartina Lipplschließen
Die Unwetter-Phase in Italien geht weiter. Im Norden sind die Schäden schwerwiegend. Jetzt hat der Zivilschutz für den Süden die Alarmstufe Gelb herausgegeben.
Rom – Heftige Gewitter und sintflutartige Regenfälle haben am Dienstag (2. September) weite Teile Norditaliens heimgesucht. Besonders schwer betroffen waren im Urlaubsland Italien Ligurien, das Veneto, Friaul-Julisch Venetien und die Toskana. Die Feuerwehr musste zu hunderten Noteinsätzen ausrücken. Nun droht Süditalien Regen und Gewitter.
In Genua war die Lage in der Unwetter-Nacht besonders dramatisch. Bäume stürzten um, Straßen verwandelten sich in reißende Flüsse und Unterführungen waren komplett überflutet. Zudem war ein Auto in den Fluss Lavagna gestürzt. Glücklicherweise befanden sich nach Untersuchungen keine Menschen darin, berichtet die italienische Feuerwehr. Öffentliche Parks, Villen und Friedhöfe wurden zur Sicherheit vorübergehend geschlossen.
Unwetter-Chaos in Italien – Heftige Gewitter richten massiven Schaden an
Ein Felsbrocken auf der Staatsstraße 45 behinderte den Verkehr in der Nähe von Due Ponti. Die Region in Ligurien werde den nationalen Notstand beantragen, um die Schäden zu bewältigen, erklärte Giacomo Giampedrone vom Zivilschutz der italienischen Nachrichtenagentur Ansa.
„Wie ein Hurrikan“ tobten heftige Unwetter in der Gegend von Verona über San Bonifacio, berichtet der italienische Sender TGcom24. Nach und nach zeigt sich langsam das Ausmaß der Schäden an den Häusern und in der Natur. Über 300 Bäume stürzten um, und auch das Rathaus wurde überschwemmt, schreibt das Wetterportal Tornado in Italia in den sozialen Medien. Der Wind peitschte den Regen durch die Stadt, wie auf Videos zu sehen ist. Wie ein Streichholz knickte ein Strommast in Bovolone um. Das lasse auf starke Windböen von mehr als 100 km/h schließen. Kein Einzelfall. Schon Ende Juli verwüstete eine Sturmfront ein Adria-Juwel.
Schwere Gewitter in Triest
Extreme Niederschlagsmengen stürzten im Friaul-Julisch Venetien vom Himmel, berichtet die italienische Nachrichtenagentur Adnkronos. In Fossalon fiel innerhalb von einer Stunde 72 Liter pro Quadratmeter – eine Niederschlagsmenge, die im Durchschnitt etwa alle 30 Jahre vorkommt. Windböen erreichten bis zu 60 km/h.
Tornados, Superzellen und Schlammlawinen: Die Bilder der zerstörerischen Unwetter in Italien




In Triest forderten Überschwemmungen, Erdrutsche und umgestürzte Bäume die Feuerwehr eigenen Angaben zufolge bis Mittwochvormittag (3. September) heraus. Eine Person musste aus einem eingeschlossenen Auto gerettet werden, teilt die Feuerwehr in den sozialen Medien zu den über 60 Einsätzen mit. Laut rainews.it traf der Sturm die Region Triest und Muggia gegen 19 Uhr am Dienstagabend mit voller Wucht. Internet und Telefon fielen zeitweise aus. In einigen Straßen in der Innenstadt habe es keinen Strom gegeben. Menschen saßen in Aufzügen fest.
Extrem-Wetter in Italien trifft Toskana: Wasserhose vor der Küste
Auch die Toskana blieb nicht verschont. Vor einer intensiven Gewitterfront an der Küste der Toskana, mit starken Regenfällen und Windböen, warnte der toskanische Regionspräsident Eugenio Giani in den sozialen Medien. Einsätze in Massa würden bereits laufen. „Eine Wasserhose wurde zwischen Folloncia und Scarlino gemeldet. Für heute gilt im Archipel die gelbe Alarmstufe für Sturmfluten“, postete Giani auf Instagram.
Katastrophenschutz gibt weitere Wetterwarnungen für Italien heraus
Nach dem Norden gilt ein Wetter-Alarm für den Süden Italiens. Der italienische Zivilschutz hat eine Wetterwarnung der Stufe Gelb für den Mittwoch (3. September) für Teile Kalabriens und Siziliens herausgegeben. In den beiden Regionen besteht nach dem aktuellsten Bulletin Sturmgefahr, Überschwemmungsgefahr und hydrogeologische Gefahr. Auf Sizilien ist auch Catania von der Warnung betroffen, sowie die Gegend um den Vulkan Ätna. (ml)
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