VonBjarne Kommnickschließen
Kai Hartwigschließen
Heftige Regenfälle im Norden Italiens: Auf einem Campingplatz im Piemont wird eine Deutsche von den Fluten mitgerissen – ihr Mann konnte sich retten.
Update vom 24. September, 14.47 Uhr: Traurige Nachrichten aus Italien. Die deutsche Urlauberin, die nach den Unwettern in Spigno Monferrato vermisst worden war, wurde tot aufgefunden. Nach Angaben der Feuerwehr fand man den Leichnam der 64-Jährigen rund vier Kilometer vom Campingplatz entfernt. Sie war in der Nacht auf Montag von den Wassermassen mitgerissen worden, als sie sich vor einer Flutwelle in Sicherheit hatte bringen wollen.
Update vom 23. September, 6.12 Uhr: Die Suche nach der deutschen Urlauberin, die am Montag (22. September) bei schweren Unwettern in Norditalien von einer Flutwelle mitgerissen wurde, dauert weiterhin an. Die Frau war mit ihrem Ehemann auf dem Campingplatz Lago Isola in Spigno Monferrato (Region Piemont) in einem Wohnmobil untergebracht, als heftige Regenfälle den nahegelegenen Valla-Bach über die Ufer treten ließen. Während ihr Mann sich mit einem Hund retten konnte, rutschte die Frau aus und wurde von der reißenden Strömung erfasst.
Die Unwetterkatastrophe hat weite Teile Norditaliens erfasst, besonders betroffen sind die Regionen Piemont und Lombardei. Rund um den beliebten Comer See mussten Rettungskräfte mit Hubschraubern Menschen aus ihren überfluteten Unterkünften befreien, mehr als ein Dutzend Urlauber wurden von einem Campingplatz evakuiert. Auch in Mailand trat der Fluss Seveso über die Ufer, die Stadtverwaltung warnte die Bevölkerung vor Parks und Unterführungen. Spanien klagt derweil über zwei Unwetter-bedingte Todesopfer seit gestern, während die Behörden in Frankreich eine verstorbene Person melden.
Ursprungsartikel vom 22. September, 21.54 Uhr: Spigno Monferrato – Eine deutsche Urlauberin wird seit den schweren Überschwemmungen in Norditalien vermisst. Die Frau wurde auf einem Campingplatz in der Gemeinde Spigno Monferrato in der Region Piemont von einer plötzlichen Flutwelle erfasst. Trotz intensiver Suchaktionen konnte die Feuerwehr sie bis zum Montagabend (22. September) nicht finden.
Der Ehemann der Vermissten hatte sich mit einem Hund im Arm noch rechtzeitig in Sicherheit bringen können, während seine Frau ausrutschte und von der reißenden Strömung mitgerissen wurde. Laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa hatte das Paar in einem Wohnmobil auf dem Campingplatz Lago Isola in der Nähe des Valla-Bachs seinen Urlaub verbracht.
Schwere Unwetter in Italien: Deutsche Camping-Urlauberin wird vermisst – Suche dauert an
An der Suche nach der Deutschen beteiligen sich demnach die Feuerwehr von Acqui Terme sowie Teams des Kraftwerks Alessandria und die Kommandozentralen von Cuneo und Asti. Zudem sind Taucher der Turiner Einheit, Drohnen und ein Drago-Hubschrauber der Luftwaffe von Genua im Einsatz.
Die Regenfälle haben in weiten Teilen Norditaliens für chaotische Zustände gesorgt. Besonders betroffen sind die Regionen Piemont und Lombardei, wo zahlreiche Flüsse über die Ufer getreten sind. In der Stadt Cabiate zwischen Mailand und dem Comer See steht das Wasser kniehoch in den Straßen. Zusätzlich erschwerend kommen Erdrutsche hinzu, die wichtige Verkehrswege blockieren. Die Bahnverbindung Como-Chiasso musste komplett eingestellt werden.
Unwetter-Chaos in Italien: Wassermassen überfluten Urlaubsregionen – Dramatische Bilder




Dutzende Camping-Urlauber gerettet – viele deutsche Touristen am Comer See
Die Rettungskräfte sind mit Hubschraubern im Einsatz, um Menschen zu helfen, die durch das Hochwasser in ihren Häusern eingeschlossen sind. Von einem Campingplatz wurden mehr als ein Dutzend Urlauber gerettet, die von den nächtlichen Regenfällen überrascht worden waren. Rund um den Comer See halten sich derzeit noch viele deutsche Touristen auf.
Auch die Millionenmetropole Mailand ist von den Unwettern betroffen. Dort trat der Fluss Seveso über seine Ufer. Die Stadtverwaltung riet den Einwohnern zu großer Vorsicht, insbesondere in Unterführungen nahe dem Fluß. Außerdem wurden die Bürger aufgefordert, Grünflächen und Parks zu verlassen. Die Lage könnte sich weiter zuspitzen, da die Meteorologen für die kommenden Tage weiteren Regen vorhersagen. (Quellen: dpa, Ansa) (kh)
Rubriklistenbild: © Vigili del Fuoco



