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Die neue Omikron Variante BQ.1.1 breitet sich in Deutschland aus. Experten: Der Anteil des Erregers kann sich in den nächsten Wochen alle zehn Tage verdoppeln.
Berlin – Die Omikron Variante BQ.1.1, auch „Höllenhund“-Variante genannt, nimmt Deutschland im Corona-Herbst 2022 mehr und mehr in ihre Fänge. Die gefährliche Variante BQ.1.1 wurde bisher zwar selten, dafür aber in den letzten Wochen zunehmend nachgewiesen, heißt es in einem wöchentlichen Lagebericht des Robert Koch-Instituts (RKI). Die Sublinien BQ.1 und BQ.1.1 ließen die Fallzahlen der letzten Wochen vermutlich weiter steigen. In den nächsten Wochen könnte sich der Anteil der neuen Omikron Variante alle zehn Tage verdoppeln, heißt es.
| Behörde: | Robert Koch-Institut |
| Gründung: | 1. Juli 1891 |
| Präsident: | Lothar H. Wieler |
| Hauptsitz: | Berlin |
Omikron Variante BQ.1.1 in Deutschland nachgewiesen: Anstieg um 2,7 Prozent in den vergangenen Wochen
Der Anteil bestimmter Sublinien der Omikron-Variante BA.5 steigt seit Ende August/Anfang September. Laut RKI-Bericht ist der Anteile der Omikron-Variante BQ.1.1 in den vergangenen Wochen um 2,7 Prozent angestiegen. Zudem hat mit der Sublinie BF.7 noch eine weitere BA.5-Sublinie stärker zugenommen. Ihr Anteil liege bei über 16 Prozent. Das RKI untersuchte für die Auswertung einen kleinen Teil positiver Corona-Proben.
Die Zahlen des RKIs entsprächen allerdings nicht der tatsächlichen Entwicklung, sagte Moritz Gerstung vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Der Anteil für die Omikron-Variante BQ.1.1 liegt derzeit sogar bei sieben Prozent, so Gerstung. Das RKI hänge bei der Auswertung hinterher. Gerstung mutmaßt bei der neuen Corona Variante BQ.1.1 eine Verdopplung des Anteils alle zehn Tage. Die Entwicklung werde sich sehr wahrscheinlich in den nächsten Wochen auch so fortsetzen, sagte er der dpa.
Sublinie BQ.1.1 von Robert Koch-Institut nachgewiesen: Wird die Omikron-Variante bald dominieren?
Die europäische Seuchenschutzbehörde (ECDC) warnte dem Spiegel zufolge schon im Vorfeld vor BQ.1 und ihrem Abkömmling, der Omikron Variante BQ.1.1. Bis Mitte November oder Anfang Dezember könnten die Corona-Varianten vorherrschend werden. Frankreich, Belgien, Irland, die Niederlande und Italien zählen zu den Ländern mit den bisher höchsten Anteilen dieser Erreger.
Warum heißt die Omikron Variante BQ.1.1 Höllenhund?
Der Name Höllenhund als inoffizielle Bezeichnung für die neuen Omikron Varianten kursiert unter anderem bei Twitter und in Medienberichten. Gemeint ist Höllenhund Kerberus aus der griechischen Mythologie. Andere der zahlreichen Omikron-Sublinien haben ebenfalls derartige Spitznamen: wie Gryphon oder Mimas. Immunologe Carsten Watzl schlug vor, für die Varianten, die vorherrschend werden, offizielle und einfachere Namen als BA.1, BA.2, BA.5 oder BQ.1.1 zu finden Höllenhund sei allerdings kein geeigneter Name, sagte Watzl der dpa.
Vorläufige Laborstudien in Asien deuteten laut dpa darauf hin, dass Omikron BQ.1 sich der Immunreaktion in beachtlichem Maße entziehen kann. Allerdings gebe es bisher keine Hinweise auf schwerere Verläufe im Vergleich zu den beiden Varianten Omikron BA.4 und Omikron BA.5. Bislang sind aber auch nur sehr begrenzt Daten dazu verfügbar.
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Wie gefährlich ist Omikron BQ.1.1? Immunologe schließt erhöhte Krankheitsschwere aus
Menschen blicken bei der Entwicklung neuer Corona Varianten mit Sorgen auf den Winter, der in drei Szenarien enden könnte. Immunologe Carsten Watzl schließt eine erhöhte Krankheitsschwere wie bei den früheren Omikron-Wellen aus. „Auch wenn BQ.1.1 eine gewisse Immunflucht hat: Es kann der Immunität nie ganz entkommen“, sagte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie. Bei Menschen mit einem der neuen angepassten Booster oder Omikron-Durchbruchinfektion sei ein gewisser Schutz gegen Omikron BQ.1.1 zu erwarten.
Rubriklistenbild: © Annette Riedl/dpa

