Verheerender Flugzeug-Absturz fordert 179 Leben: Augenzeugen berichten von Horror-Szenen
VonFabian Hartmann
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Kilian Bäuml
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Einer der schlimmsten Flugzeug-Abstürze in der Geschichte Südkoreas fordert 179 Menschenleben, als das Flugzeug bei der Landung Feuer fängt.
Muan – Ein verheerendes Flugzeugunglück hat am Sonntagmorgen in Südkorea stattgefunden, dessen Tragweite in der südkoreanischen Luftfahrtgeschichte kaum seinesgleichen findet. Ein Flugzeug der südkoreanischen Fluggesellschaft Jeju Air, das aus Thailand kam, verfehlte bei der Landung auf dem internationalen Flughafen von Muan im Süden des Landes die Landebahn und prallte Sekunden später gegen eine Mauer am Ende der Piste. Das Flugzeug ging in Flammen auf.
Beim Flugzeug-Absturz in Südkorea kamen 179 Passagiere ums Leben – sie hatten „kaum eine Überlebenschance“
An Bord der Boeing 737-8AS waren laut der offiziellen südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap 181 Personen, darunter 173 Südkoreaner, zwei Thailänder und sechs Crewmitglieder. Die Zahl der Todesopfer stieg schnell an, nachdem die Nachricht von dem Unglück bekannt wurde. Nach aktuellen internationalen Medienberichten, darunter Reuters und AP News, starben insgesamt 179 Passagiere. Nur zwei Crewmitglieder überlebten das Inferno und sind derzeit außer Lebensgefahr.
Nach dem Aufprall seien Passagiere „aus dem Flugzeug geschleudert worden“, so ein örtlicher Feuerwehrmann, der mit Angehörigen am Flughafen sprach. Er sagte, die Insassen des verunglückten Flugzeugs hätten „kaum eine Überlebenschance“ gehabt.
Laut der örtlichen Feuerwehr wurde das Flugzeug beim Aufprall „fast vollständig“ zerstört, was die Identifizierung der Verstorbenen „schwierig gestalte“. Um die Identität der Opfer zu bestimmen, werden derzeit DNA-Proben am Unfallort entnommen. Wie das ZDF berichtete, lagen Teile von Flugzeugsitzen und Gepäck auf einem Feld neben der Landebahn, nicht weit vom verkohlten Heck des Flugzeugs entfernt.
Südkorea erlebt eines der schlimmsten Flugzeug-Unglücke seiner Geschichte: 179 Passagiere sterben bei Absturz
Kurz nach dem Unglück wurden erste Videos veröffentlicht. Ein im südkoreanischen Fernsehen veröffentlichtes Video zeigte, wie das Flugzeug der Jeju Air ohne ausgeklapptes Fahrwerk über die lange Start- und Landebahn schlitterte und Funken sprühten, bevor es beim Aufprall gegen die Mauer in Flammen aufging.
Flugzeugunglück in Südkorea: Bilder vom Flughafen Muan
Erste Augenzeugenberichte liegen ebenfalls vor. Der 41-jährige Anwohner Yoo Jae-yong, der in einem Mietshaus in der Nähe des Flughafens lebt, sagte gegenüber Yonhap, er habe einen Funken am rechten Flügel des Flugzeugs gesehen, als es noch in der Luft war: „Ich erzählte meiner Familie gerade, dass es ein Problem mit dem Flugzeug gab, als ich eine laute Explosion hörte“, fügte Yoo hinzu.
Ein anderer Zeuge, der nur als Cho bezeichnet wurde, sagte Yonhap, er sei zum Zeitpunkt des Unglücks etwa 4,5 Kilometer vom Unfallort entfernt spazieren gegangen. „Ich sah das Flugzeug im Sinkflug und dachte, es würde gleich landen, als ich einen Lichtblitz bemerkte“, beschrieb Cho das Unglück. „Dann gab es einen lauten Knall, gefolgt von Rauch in der Luft, und dann hörte ich eine Reihe von Explosionen“. Ein weiterer Beobachter, der 70-jährige Kim Yong-cheol, sagte Yonhap, das Flugzeug habe beim ersten Versuch nicht landen können und sei vor dem Absturz für einen weiteren Versuch zurückgekreist.
Flugzeug-Katastrophe in Muan: Südkorea trauert um 179 Opfer
Die Ursache des Unglücks ist noch unklar, aber es wird ein Vogelschlag vermutet. Die Flugschreiber wurden inzwischen gefunden. Jeju Air teilte mit, dass die Ursache des Unglücks derzeit noch nicht geklärt ist. Das südkoreanische Verkehrsministerium wies darauf hin, dass der Tower die Piloten der verunglückten Maschine kurz vor der Landung vor einem Vogelschlag gewarnt hatte. „Eine Minute später setzte der Pilot einen Notruf ab, fünf Minuten später verunglückte das Flugzeug“, zitierte die Korea Times einen Sprecher des Ministeriums.
Der örtliche Feuerwehrchef von Muan, Lee Jeong-hyun, hält einen Vogelschlag als Ursache für das verheerende Unglück für wahrscheinlich, berichtete der US-Nachrichtendienst CNN. Kim Yi-bae, der Geschäftsführer von Jeju Air, sagte, das Flugzeug habe vor dem Unglück am Sonntag „keine Anzeichen von Problemen“ gezeigt, berichtete CNN. „Zum jetzigen Zeitpunkt ist es schwierig, die Ursache des Unfalls zu bestimmen, und wir müssen die offizielle Bekanntgabe der Untersuchung durch die zuständige Regierungsbehörde abwarten“, fügte er bei einer Pressekonferenz am Flughafen von Muan hinzu.
Die Black Boxes, die Flugdatenschreiber der verunglückten Maschine, wurden inzwischen gefunden. Sie könnten den Ermittlern wichtige Informationen zur Klärung des Unglücks liefern. Das Sprachaufzeichnungsgerät konnte jedoch noch nicht gefunden werden, teilten Beamte des südkoreanischen Verkehrsministeriums weiter mit. Insgesamt sind mehr als 700 Mitarbeitende von Polizei, Militär und Küstenwache im Einsatz, etwa 280 Kilometer südwestlich von Südkoreas Hauptstadt Seoul. Internationale Politikerinnen und Politiker haben ihr Beileid ausgedrückt. Bundeskanzler Olaf Scholz sprach den Opfern und Angehörigen des Flugzeugunglücks sein Mitgefühl aus. (fh/kiba)