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Kilian Bäuml
Teresa Toth
Jakob Koch
Alina Schröder
Auf einem Flughafen in Südkorea ist ein Flugzeug bei der Landung zerschellt, wie ein Video zeigt – es gibt zwei Überlebende. Zur Ursache gibt es erste Details.
Update vom 31. Dezember, 8.45 Uhr: Bei dem Flugzeug-Unglück in Muan in Südkorea kamen 179 Menschen ums Leben. Laut Verkehrsministerium wurden inzwischen fast alle Leichen identifiziert. Die ersten Todesopfer seien zudem ihren Familien zur Bestattung überstellt worden. Die Start- und Landebahn des Flughafens ist bis zum 7. Januar gesperrt, um die Unfallstelle weiter untersuchen zu können.
Die Boeing 737-800 der südkoreanischen Billigfluglinie Jeju Air war ohne ausgeklapptes Fahrwerk gelandet und über die Landebahn hinaus geschlittert. Noch ist vieles unklar – auch, warum das Fahrwerk nicht manuell ausgefahren wurde. „Im Cockpit ertönt ein Warnsignal, wenn das Fahrwerk nicht ausgefahren ist“, schilderte ein Pilot der Bild-Zeitung. „Und falls das Hydrauliksystem ausfällt, lässt sich das Fahrwerk zur Not auch mittels ,gravity extension’, also per Schwerkraft, ausfahren.“ Wie es zu dem Unglück kommen konnte, muss nun untersucht werden. Vor Ort sind unter anderem auch Vertreter des US-Flugzeugbauers Boeing und der US-Behörde NTSB, die Unglücke in der Luftfahrt aufklärt.
Update vom 30. Dezember 2024, 14.49 Uhr: Nach der Flugzeugkatastrophe in Muan in Südkorea geht die Ursachenforschung weiter. Einige Fachleute glauben aber nicht an die Vogelschlag-Theorie.
Update vom 30. Dezember 2024, 09.32 Uhr: Der Verdacht auf einen Vogelschlag als Ursache für den schrecklichen Flugzeugabsturz in Südkorea erhärtet sich. Die Nachrichtenagentur Yonhap berichtet unter Berufung auf das Verkehrsministerium, dass die Piloten einen Mayday-Notruf wegen eines Zusammenpralls mit Vögeln abgesetzt. Trotzdem erklärte das Verkehrsministerium, darüber hinaus alle 101 befindlichen Flugzeuge vom Typ Boeing 737 zu überprüfen. Auch US-Ermittler sollen sich daran beteiligen. Bei Flugzeugen des Herstellers Boeing kam es in diesem Jahr mehrfach zu Pannen.
Als Reaktion auf das schwere Flugzeugunglück mit 179 Toten hat in Südkorea eine einwöchige Staatstrauer begonnen. Am Montag wehten die Flaggen des Landes auf Halbmast. Interimspräsident Choi Sang Mok wurde am Unglücksort in Muan im Südwesten des Landes erwartet, um dort eine Gedenkfeier abzuhalten.
Update vom 30. Dezember, 6:34 Uhr: Die Ursache des tödlichen Flugzeugabsturzes im Südwesten Südkoreas bleibt weiterhin unklar, während die Untersuchungen andauern. Laut der Nachrichtenagentur Yonhap konnten die Behörden mehr als 140 der 179 Todesopfer identifizieren, die starben, als das Flugzeug der Billigfluglinie Jeju Air am Sonntag (29. Dezember) am Flughafen Muan gegen eine Mauer prallte.
Flugzeugunglück in Südkorea: Bilder vom Flughafen Muan




Die Ermittler hoffen auf weitere Erkenntnisse durch die beiden geborgenen Flugschreiber, von denen einer jedoch bei dem Aufprall beschädigt wurde. Yonhap berichtete, dass die Analyse mehrere Monate in Anspruch nehmen könnte. Derzeit wird vermutet, dass ein Vogelschlag, also der Zusammenstoß mit einem oder mehreren Vögeln, zu Problemen mit dem Fahrwerk geführt haben könnte. Kurz vor der Landung des Fluges 7C2216 aus Bangkok soll der Tower noch vor möglichen Vogelschlägen gewarnt haben.
Von den insgesamt 181 Passagieren überlebten nur zwei Crew-Mitglieder und waren zunächst außer Lebensgefahr. An Bord waren hauptsächlich koreanische Staatsbürger und zwei Thais. Yonhap berichtete nur einen Tag nach dem tragischen Unglück von einem weiteren Flugzeug der Jeju Air mit Fahrwerksproblemen. Der Inlandsflug 7C101 war von Gimpo, westlich der Hauptstadt Seoul, auf dem Weg zur Insel Jeju im Süden der koreanischen Halbinsel. Nach dem Start kehrte die Boeing 737-800 jedoch wieder zum Ausgangsflughafen zurück.
Die südkoreanische Regierung hat angekündigt, alle Boeing-737-800-Maschinen inländischer Fluggesellschaften überprüfen zu lassen, um sicherzustellen, dass die Fluggesellschaften die geltenden Vorschriften für diesen Flugzeugtyp einhalten, so das Verkehrsministerium. Dies beinhaltet unter anderem die Überprüfung von Wartungsprotokollen und Nutzungsraten. Unterstützung bei der Ermittlung der Unglücksursache von Muan wird auch aus den USA erwartet. Der US-Flugzeughersteller Boeing nahm kurz nach dem Unglück Kontakt mit der Fluggesellschaft auf.
Update vom 29. Dezember, 19:03 Uhr: Nach dem Flugzeugunglück in Südkorea hat der geschäftsführende Präsident Choi Sang Mok eine siebentägige Staatstrauer ausgerufen. Sie solle bis kommenden Samstag (4. Januar) gelten, berichtete die Nachrichtenagentur Yonhap. Choi Sang Mok sagte demnach: „Wir sprechen den Hinterbliebenen von denjenigen, die bei dieser unerwarteten Tragödie ihr Leben verloren haben, unser tiefstes Beileid und Mitgefühl aus.“
Update vom 29. Dezember, 17:58 Uhr: Nach dem Absturz eines Flugzeugs in Südkorea können sich auch Luftfahrtexperten bisher noch keinen Reim aus der Ursache machen. Fachmann Gerald Wissel von Ratzeburger Airborn Consulting etwa merkte an, dass das Fahrwerk auch manuell hätte ausgefahren werden können. Fraglich sei auch, weshalb die Feuerwehr nicht mit einem Schaumteppich bereitstand. Wissel betonte jedoch, man müsse die Auswertung der Flugschreiber abwarten, um genauere Schlüsse ziehen zu können.
Der Geschäftsführer des Deutschen Ausschusses zur Verhütung von Vogelschlägen im Luftverkehr, Christian Hellberg, sagte dem Spiegel, ein Vogelschlag könne ein modernes Verkehrsflugzeug schwer beschädigen. „Je größer ein Vogel ist, desto größer ist die kinetische Aufprallenergie und desto größer das Schadensrisiko“, sagte er weiter. Ganz verhindern ließen sich solche Kollisionen nicht bei so vielen Flugbewegungen. Ein Vogelschlag könne ein Fahrwerk schwer beschädigen. „Die Palette reicht von abgerissenen Hydraulikleitungen bis zu Verklumpungen durch Körperteile.“
Der US-Flugzeugbauer Boeing nahm laut Medienberichten nach dem Unfall Kontakt mit Jeju Air auf. Die Fluglinie veröffentlichte im Internet ein Entschuldigungsschreiben: „Wir entschuldigen uns zutiefst bei allen, die von dem Vorfall am Flughafen Muan betroffen sind.“ Das Unternehmen bedauere das entstandene Leid und werde alles daransetzen, das Unglück aufzuklären. Airline-Chef Kim E Bae übernahm die Verantwortung.
Update vom 29. Dezember, 13.33 Uhr: 179 Menschen sind bei dem Flugzeugunglück in Südkorea ums Leben gekommen, das bestätigte die Feuerwehr laut Nachrichtenagentur Yonhap. Damit sind fast alle Insassen des Fluges von Bangkok in die Stadt im Südwesten Südkoreas ums Leben gekommen, darunter vier Flugbegleiter – zwei von ihnen überlebten im Heck der Maschine.
CNN hat vor Ort mit einem Angehörigen gesprochen, der zusammen mit anderen hunderten Menschen in einem Warteraum auf die Identifizierung der Todesopfer wartet. Der Mann sagte, dass sein Neffe und dessen beiden Söhne an Bord gewesen seien. Sie seien gekommen, um zu feiern, dass der Jüngste seine College-Aufnahmeprüfungen bestanden habe. „Ich kann nicht glauben, dass die ganze Familie einfach verschwunden ist. Mein Herz schmerzt so sehr“, sagte der Mann einer Reporterin.
Der jüngste Passagier an Bord des Jeju Air-Flugs, der am Sonntag auf dem internationalen Flughafen Muan abstürzte, sei ein dreijähriges Kind, wie CNN unter Berufung auf die Feuerwehr mitteilte.
Update vom 29. Dezember, 12.48 Uhr: Nach dem schweren Unglück sind zahlreiche Hilfskräfte vor Ort: Mehr als 1570 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Militär, Polizei und der Regierung seien nach Muan entsandt worden, um die Bergungsarbeiten zu unterstützen, sagte ein Beamter des südkoreanischen Verkehrsministeriums laut CNN. Im Zuge der Ermittlungen werde das Personal aus dem Kontrollturm befragt, um zu klären, ob es Sichtprobleme gegeben habe.
Unterdessen bestätigte die Feuerwehr offiziell 177 Todesopfer aus dem Flugzeug. Zunächst hieß es, zwei Personen seien noch unauffindbar. Dies ist inzwischen widerlegt.
Update vom 29. Dezember, 12.01 Uhr: Nach dem tragischen Flugzeugunglück in Südkorea hat Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sein Mitgefühl bekundet. Auf der Plattform X schrieb Scholz am Sonntag: „Unser Beileid gilt den Familien der beim Absturz Getöteten, den Verletzten wünschen wir eine rasche Genesung.“ Er sprach von „schrecklichen Nachrichten“ aus Südkorea. Dort war ein Flugzeug mit 181 Menschen an Bord bei der Landung verunglückt, vermutlich gibt es nur zwei Überlebende.
Eine Maschine der südkoreanischen Billigfluggesellschaft Jeju war am Morgen beim Landeversuch auf dem Flughafen Muan verunglückt, nachdem sie aus Thailand gekommen war. Die Feuerwehr vermutet als Ursache des Unglücks Vogelschlag sowie ungünstige Wetterbedingungen.
Update vom 29. Dezember, 11.20 Uhr: Die zwei Überlebenden, ein männliches und ein weibliches Besatzungsmitglied, wurden nach Angaben der Feuerwehr im Heck des Flugzeugs gefunden. Darüber berichtet CNN. Dabei handelt es sich um den einzigen Teil der Maschine, der nicht komplett zerstört wurde – wie auch auf Fotos zu erkennen ist. Die beiden Verletzten werden derzeit in einem Krankenhaus behandelt.
Update vom 29. Dezember, 10.45 Uhr: Die Ermittlungen zur Ursache könnten bis zu drei Jahre andauern, wie das südkoreanische Landministerium laut CNN in einem Briefing mitteilte. Das liege unter anderem daran, dass das Flugzeug außerhalb von Südkorea hergestellt worden sei und die Ermittler zunächst die Hersteller wichtiger Bauteile konsultieren müssten.
Inzwischen wurden beide Flugschreiber der verunglückten Maschine gefunden. Start- und Landebahnen des Flughafens in Muan bleiben bis zum 1. Januar geschlossen.
Update vom 29. Dezember, 10.04 Uhr: Ein Passagierflugzeug mit 181 Insassen an Bord ist bei der Landung am Flughafen von Muan in Südkorea verunglückt. Es gab 179 Tote, nur zwei Menschen überlebten. Die beiden geretteten Überlebenden wurden in ein Krankenhaus gebracht. Es handle sich um zwei Crew-Mitglieder, heißt es von der Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf die Behörden. Weiter berichtete die Agentur, dass eine der beiden Personen Rauch an einem der Triebwerke entdeckt habe.
Update vom 29. Dezember, 9.35 Uhr: Mittlerweile haben sich Zeugen zum Hergang geäußert. Yoo Jae-yong, 41, der sich in der Nähe des Flughafens aufhielt, berichtete Yonhap, der nationalen Nachrichtenagentur Südkoreas, dass er vor dem Unglück einen Funken an der rechten Tragfläche des Flugzeugs sah. „Ich sagte meiner Familie, dass es ein Problem mit dem Flugzeug gab, als ich einen lauten Knall hörte“, erklärte Yoo.
Ein weiterer Zeuge, Kim Yong-cheol (70), beobachete, dass das Flugzeug beim ersten Versuch nicht landen konnte und für einen weiteren Anflug zurückkehrte. Kim sagte, er habe etwa fünf Minuten vor dem Absturz zweimal das Geräusch von „metallischem Schaben“ gehört. Er sah, wie das Flugzeug wieder aufstieg, nachdem es nicht landen konnte, bevor auch er einen „lauten Knall“ hörte und „schwarzen Rauch in den Himmel aufsteigen“ sah.
Update vom 29. Dezember, 8.35 Uhr: Kurz vor dem Absturz des Flugzeugs auf dem Muan International Airport warnte der Flughafen-Tower laut CNN vor Vogelsichtungen. Kurz darauf sendete das Flugzeug einen „Mayday“-Notruf. Der Jet versuchte zunächst, auf Landebahn 01 zu landen. Der Tower ordnete eine Landung in entgegengesetzter Richtung auf Bahn 19 an. Der Pilot folgte den Anweisungen, doch das Flugzeug kollidierte mit Navigationsgeräten am Boden – und prallte anschließend gegen eine Mauer.
Erstmeldung vom 29. Dezember, 6.52 Uhr: Muan Gun – Tragödie in Südkorea: Bei der Landung am internationalen Flughafen von Muan ist ein aus Thailand kommendes Passagierflugzeug mit 181 Insassen verunglückt. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf die Feuerwehr berichtete, gab es bei dem Unglück am Sonntagmorgen (Ortszeit) wohl nur zwei Überlebende. Damit würde es sich um eines der schwersten Flugzeugunglücke seit Jahren handeln. Insgesamt befanden sich laut Yonhap 173 südkoreanische und zwei thailändische Passagiere sowie sechs Crew-Mitglieder an Bord der Maschine. Es ist die zweite Flugzeugkatastrophe innerhalb weniger Tage: Am 25. Dezember stürzte eine Maschine in Kasachstan bei dem Versuch einer Notlandung ab – hier steht ein Russland-Abschuss im Raum.
Die aus der thailändischen Hauptstadt Bangkok gekommene Boeing 737-8AS der südkoreanischen Billigfluglinie Jeju Air war um kurz nach 9.00 Uhr (Ortszeit) über die Landebahn hinausgeschossen und in einen Fangzaun hinter der Piste gekracht. Auf einem im südkoreanischen Fernsehen gezeigten Video war zu sehen, wie die Maschine ohne ausgeklapptes Fahrwerk über die Landebahn schlittert, am Ende der Strecke zerschellt und in Flammen aufgeht.
#BREAKING Video shows crash of Jeju Air Flight 2216 in South Korea. 181 people on board. pic.twitter.com/JsYzi7hhW6
— Fast News Network (@fastnewsnet) December 29, 2024
Yonhap berichtete unter Berufung auf die Behörden, dass ein Vogelschlag – also eine Kollision mit einem oder mehreren Vögeln – als Ursache zu der Fehlfunktion am Fahrwerk geführt haben könnte. Demnach unternahmen die Piloten einen ersten Landeversuch, brachen ihn aber ab und wagten dann eine Bruchlandung. Allerdings schafften sie es offensichtlich nicht, die Geschwindigkeit der mit dem Rumpf aufsetzenden Maschine ausreichend zu reduzieren, bevor das Ende der Landebahn erreicht war.
Schweres Flugzeugunglück in Südkorea: Alle Flüge nach Muan gestrichen
Aus der Ferne aufgenommene Bilder zeigten zunächst riesige dunkle Rauchschwaden über dem Unglücksort. Auf später veröffentlichten Fotos waren dann brennende Wrackteile und verkohlte Trümmer des zerstörten Flugzeugs sowie Löschfahrzeuge der Feuerwehr zu sehen. Dutzende Rettungskräfte waren am Unglücksort im Einsatz, löschten die Flammen. Parallel dazu liefen die Ermittlungen zur Unglücksursache.
Alle weiteren Flüge von und nach Muan wurden gestrichen. Der Flughafen, der 2007 nach zehnjähriger Bauzeit eröffnet wurde, liegt in der südwestlichen Provinz Jeolla – knapp 300 Kilometer entfernt von der Hauptstadt Seoul. Westliche Fluggesellschaften steuern den Airport nicht an.
Airline bittet nach Tragödie um Entschuldigung
Jeju Air veröffentlichte im Internet ein Entschuldigungsschreiben. „Wir entschuldigen uns zutiefst bei allen, die von dem Vorfall am Flughafen Muan betroffen sind“, schrieb die Airline auf ihrer Webseite. Das Unternehmen bedauere das entstandene Leid und werde alles daran setzen, das Unglück aufzuklären.
Der inmitten der laufenden Staatskrise in Südkorea nur geschäftsführend tätige Präsident Choi Sang Mok ordnete umfassende Rettungsmaßnahmen an und begab sich zum Unglücksort. (asc/dpa/afp)
Rubriklistenbild: © YONHAP/AP/dpa





