„Wir denken an sie und ihre Familien“

Sechs Lawinen-Tote in den Alpen bei „guten Wetterbedingungen“ - geringes Risiko laut Skala

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In den französischen Alpen ist eine große Lawine abgegangen.
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    Richard Strobl
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In den französischen Alpen sind sechs Menschen in einer Lawine auf dem Armancette-Gletscher ums Leben gekommen. Rettungskräfte konnten am Montag eine weitere Leiche bergen.

Update vom 10. April, 13.33 Uhr: Bei einem Lawinenunglück in den französischen Alpen unweit des Mont Blanc sind sechs Menschen gestorben. Zwei Bergführer und vier ihrer Kunden sind bei einer Skitour ums Leben gekommen. Das letzte vermisste Opfer wurde am Montagmorgen geborgen. Das Lawinen-Unglück ereignete sich Sonntag (9. April) am Armancette-Gletscher in der Nähe des Montblanc nah der französisch-italienischen Grenze. Bei den Opfern handelt es sich offenbar um Franzosen. In der Gemeinde Saint-Gervias werden zum Gedenken an die Todesopfer die Flaggen auf halbmast gesetzt, teilte der Bürgermeister via Twitter mit.

Bereits kurz nach dem Lawinen-Abgang waren vier Opfer entdeckt worden. Die Suche nach weiteren Vermissten dauerte bis Montag an. Die Rettungsaktion ist nun offiziell beendet. Das Lawinen-Unglück gilt laut Medienberichten als eines der tödlichsten der vergangenen Jahre und eines der schlimmsten der Saison.

Der Gletscher sei um diese Zeit sehr beliebt. Die Route gehöre zu einem der „Klassiker“ unter den Skitouren in der Region. Besonders tragisch: Zum Zeitpunkt des Lawinen-Unglücks herrschten „gute Wetterbedingungen“. Der französische Wetterdienst hatte keinen speziellen Lawinenalarm herausgegeben, berichtet die französische Zeitung Le Parisien. Das Lawinenrisiko soll auf der Stufe 2 auf einer Skala von 5 gelegen haben.

Lawinen-Unglück unweit des Mont Blanc – Zahl der Todesopfer steigt

Update vom 10. April, 10.20 Uhr: Die Zahl der Todesopfer nach dem schrecklichen Lawinen-Abgang im Mont-Blanc-Massiv am Sonntag steigt. Eine weitere Leiche ist geborgen worden, berichten lokale Medien am Montag (10. April). Fünf Menschen, darunter zwei Bergführer, starben bei einem Lawinenunglück. Mindestens eine Person wird noch vermisst, heißt es.

Das Unglück ereignete sich am Sonntagvormittag am Armancette-Gletscher. Der Gletscher liegt in der Gemeinde Contamines-Montjoie nahe des Montblanc. Laut der Präfektur war die Lawine 1000 Meter lang und 100 Meter breit. Die Rettungsteams setzten bei der Suche nach Verschütteten auch Hubschrauber und Spürhunde ein.

Update vom 9. April, 19.33 Uhr: Noch immer wird in Frankreich nach dem großen Lawinen-Abgang nahe des Mont Blanc nach Verschütteten gesucht. Nach Angaben der regionalen Zeitung Le Dauphine will man noch bis etwa 20 Uhr, insbesondere aus der Luft, weitersuchen. Danach wird die Suche bis Montag, sieben Uhr, unterbrochen.

Zum Zeitpunkt des Lawinen-Abgangs habe man keine Fotos oder detaillierten Video-Aufnahmen des Berges gehabt, so der Unterpräfekt Emmanuel Coquard dem Bericht nach. „Daher wissen wir nicht, wie viele Menschen von der Lawine erfasst wurden“, erklärte er weiter.

Große Lawine in Frankreichs Alpen: Mindestens vier Tote

Erstmeldung vom 9. April: Chamonix – Wieder ein Lawinen-Unglück in den Alpen. Diesmal in Frankreich. Bei einem Abgang am Sonntagmittag in den französischen Alpen in der Nähe von Chamonix sind mindestens vier Menschen gestorben. Mehrere Menschen seien außerdem nach ersten Erkenntnissen verletzt worden. Das schrieb Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin am Sonntagnachmittag auf Twitter.

Die Rettungsarbeiten seien noch im Gange. Die Lawine ging Darmanin zufolge gegen Mittag am Armancette-Gletscher in der Nähe des Montblanc an der französisch-italienischen Grenze nieder. Der Montblanc (auch Mont Blanc geschrieben, italienisch Monte Bianco, auf Deutsch „Weißer Berg“) ist der höchste Berg der Alpen. Darmanin dankte den Rettungskräften.

„Ich danke ihnen für ihren Einsatz“, so der Minister. Er gedenke der Opfer und ihrer Angehörigen. Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron meldete sich mittlerweile zu Wort: „Wir denken an sie und ihre Familien. Um noch im Schnee festsitzende Personen zu finden, werden unsere Rettungskräfte mobilisiert. Auch unsere Gedanken begleiten sie“, schrieb er via Twitter.

Lawine in den Alpen von enormer Größe

Nach Angaben der französischen Lokalzeitung Le Dauphine ging die Lawinen-Meldung am Sonntagvormittag gegen 11.30 Uhr ein. Demnach war von Anfang an von einer „großen Lawine“ in Contamines-Montjoie auf dem Armancette-Gletscher die Rede. Bei dem anschließenden Rettungseinsatz waren demnach schon früh zwei Rettungshubschrauber im Einsatz.

Später wurde bekannt, dass die Lawine etwa 500 Meter breit war und über 1.500 Meter fiel.

Das Skigebiet Contamines-Montjoie veröffentlichte via Twitter Video-Aufnahmen des Lawinen-Abgangs, die die enorme Größe und Wucht der Schneemassen zeigen. „Großer Abgang heute Morgen ... Seien Sie vorsichtig abseits der Piste“, hieß es in dem Posting zu dem Clip. Später ergänzte man, dass die Lawine im Skigebiet Domes de Miage abgegangen sein soll.

Nach Angaben der Lokalzeitung Le Dauphine sind aktuell vier Tote und ein Verletzter bestätigt. Acht Personen sollen die Lawine unverletzt überstanden haben.

Erst am Samstag war in der Schweiz eine große Lawine abgegangen und hatte 16 Menschen verschüttet.

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