VonMoritz Bletzingerschließen
Zwei Wanderer sitzen seit Tagen bei Extremwetter im Gebirge fest. Die Winterbedingungen erschweren die Suche erheblich. Rettungsteams kommen nicht weiter.
Update vom 26. Dezember, 6.58 Uhr: Traurige Gewissheit am Gran Sasso. Die Bergrettung hat die Leichen der beiden zuvor vermissten Wanderer geborgen. Fünf Tage lang waren die 42- und 48-Jährigen in großer Höhe festgesessen.
Das Problem: Aufgrund widriger Wetterbedingungen mussten Rettungsversuche immer wieder abgebrochen werden. Zeitweise saßen sogar die Retter selbst auf dem Berg in Italien fest. „Unsere Mission als Retter ist es immer, Menschen lebend nach Hause zu bringen – leider passieren solche Dinge auch“, sagt Daniele Perilli, Regionalpräsident der Alpinen und Spelläilogischen Rettung der Abruzzen bei Rainews. Er war selbst bei der Suchaktion nach den Wanderern beteiligt gewesen.
Update vom 26. Dezember, 12.21 Uhr: Weiterhin dramatische Lage am Gran Sasso. Die Suche nach den seit Sonntag (22. Dezember) vermissten Wanderern kann immer noch nicht normal durchgeführt werden.
Zwar hat sich die Wetterlage laut l‘Unione Sarda mittlerweile verbessert, aber nach den starken Schneefällen ist die Lawinengefahr im Bergmassiv enorm gestiegen (Warnstufe 3 von 5). Suchgänge zu Fuß oder auf Skiern sind zu gefährlich. Am frühen Donnerstagnachmittag (26. Dezember) soll ein Hubschrauber das Gebiet überfliegen.
Immerhin scheint geklärt, was mit den vermissten Männern am Sonntag passiert ist. Sie sind wohl in eine Wasserrinne gerutscht, mindestens einer von ihnen verletzte sich dabei. Wenige Stunden nach dem ersten Notruf war der telefonische Kontakt allerdings abgebrochen.
Schneesturm-Drama in Italien: Wanderer seit Tagen vermisst – jetzt sitzen auch Retter fest
Erstmeldung vom 24. Dezember, 13.50 Uhr: Rom – Kritische Lage bei Winter-Wetter in Italien. Seit Sonntag (22. Dezember) sind zwei Wanderer in einer Schlucht des Gran Sasso vermisst. Jetzt wird die Situation am Abruzzen-Massiv immer dramatischer.
Vermissten-Drama bei Schneesturm in Italien: Jetzt sitzen auch Retter auf Berg fest
Denn: Mittlerweile sitzen auch elf Bergretter auf 2100 Metern Höhe am Gran Sasso fest, wie Rainews berichtet. Aufgrund des schlechten Wetters waren seit Sonntag bereits mehrere Suchversuche gescheitert. Der neuerliche Anlauf endete nun vorerst in einer Schutzhütte im Campo Imperatore.
Der Suchtrupp musste am Dienstagabend (23. Dezember) dort übernachten, weil bei den Wetterbedingungen keine Seilbahnen fahren. Und auch der Aufstiegsversuch am Morgen des Heiligabends musste wieder abgebrochen werden.
Große Sorge um vermisste Wanderer: Kontakt abgebrochen, Wetter-Lage in Italien kritisch
Und die Sorge um die vermissten Wanderer wächst. Zwei Nächte verbrachten sie offenbar bereits bei Schneesturm im Freien. Einer der beiden Männer soll außerdem verletzt sein. Und seit Dienstagnachmittag ist auch der telefonische Kontakt abgebrochen.
Extrem starke Windböen mit bis zu 100 km/h fegen aktuell über die Abruzzen, die Temperaturen sinken unter –5 Grad Celsius und schon auf geringer Höhe setzt Schneefall ein.
„Sehr ängstliche Stunde“: Bürgermeister spricht über vermisste Wanderer
„Das sind sehr ängstliche Stunden“, sagt der Bürgermeister von Santarcangelo di Romagna (das Dorf, aus dem die Bergsteiger kommen) der Nachrichtenagentur Ansa. „Wir warten und hoffen weiter.“
Vor allem die Mitte Italiens wird momentan hart vom Winter-Wetter getroffen. In Rom kam es dabei am 23. Dezember auch zu einem Todesopfer. In einem Park hatte eine Windböe einen rund 20 Meter hohen Baum entwurzelt. Er stürzte auf eine Mutter, die gerade auf einer Parkbank saß. (moe)
