VonRichard Stroblschließen
Italien wird aktuell hart vom Wetter getroffen. Heftiger Wind und Schneefall sorgen für schlimme Stunden. Jetzt gibt es auch ein erstes Todesopfer.
Rom – Eine Kältewelle hat den Süden Europas fest im Griff. Im Balkan sorgt heftiger Schneefall für Chaos – und auch Italien wird aktuell hart vom Wetter getroffen. Die Einsatzkräfte dort sind im Dauereinsatz.
In mehreren Regionen schneit es teils heftig. Hinzu kommen Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Stundenkilometern. In acht Regionen wurde wegen des Unwetters die Alarmstufe Gelb ausgegeben.
Stürmisches Wetter trifft Italien: Umstürzender Baum tötet Mutter in Park in Rom
Besonders heftig trifft das Wetter aktuell offenbar die Mitte Italiens rund um die Hauptstadt Rom. Hier gibt es mittlerweile auch ein erstes Todesopfer zu vermelden. In einem Park hat eine Windböe einen knapp 20 Meter hohen Baum entwurzelt. Die Pappel stürzte nach Angaben der römischen Zeitung il Messaggero auf eine Parkbank. Hier saß gerade eine 45-jährige Mutter. Sie war mit einer Freundin und ihren drei Kindern in dem Park unterwegs. Während die Kinder spielten, saßen die beiden Frauen auf der Bank, auf die der Baum stürzte. Die 45-Jährige starb offenbar sofort. Ihre Freundin wurde in ein Krankenhaus gebracht. Die Kinder (7, 10, 12) blieben offenbar unverletzt, mussten jedoch den Tod der Mutter mitansehen. Die Familie lebt nach Angaben der Zeitung seit zwei Jahren in Belgien – war offenbar für die Feiertage nach Italien gereist.
Weiter westlich auf der Höhe von Rom hofft man unterdessen, dass zwei vermisste Wanderer noch lebend geborgen werden können. Sie sitzen seit Sonntag in einer Schlucht des Gran Sasso fest. Die beiden Männer aus der Romagna hatten somit am Dienstag schon eine Nacht im Freien, auf knapp 2700 Metern Höhe verbracht. Einer der Wanderer ist laut Rai News offenbar verletzt. Nach einem ersten Notruf brach der Kontakt ab. Die Suche wurde am Montag wegen der schlechten Wetterbedingungen vorerst gestoppt.
Italien von Wetter hart getroffen: Wanderer in Bergen weiter vermisst – Rettungsmission abgebrochen
Eine Rettung per Helikopter war schon seit Sonntag nicht möglich. Teams begannen anschließend, sich am Boden auf die Suche zu machen. Doch auch dieses Unterfangen wurde wegen des schlechten Wetters zu gefährlich. Am Montagmorgen startete dann ein Team der Alpenrettung einen neuen Versuch. Das Team hatte die ganze Nacht am Berg verbracht und auf eine Verbesserung der Wetterbedingungen gewartet. Extrem starke Windböen, Nebel, Nullsicht, Schnee und Schneeregen verhinderten jedoch auch weiterhin, dass das Team bis zu dem Punkt, an dem sich die Wanderer wahrscheinlich befinden, vordringen konnte. „Dies sind sehr ängstliche Stunden. Wir warten und hoffen weiter“, sagte der Bürgermeister der Heimatgemeinde der beiden Vermissten nahe Rimini gegenüber der Nachrichtenagentur Ansa.
Auch in den Marken und Ancona löste der starke Wind sowie Schneefall zahlreiche Rettungseinsätze aus. Ein Baum stürzte hier auf drei Busse, die zu diesem Zeitpunkt aber nicht besetzt waren. Dadurch gab es keine Verletzten. (rist)
