VonBjarne Kommnickschließen
Krokodilangriffe enden häufig tödlich. Doch ein Mann wollte dieses Schicksal nicht akzeptieren – und beißt sich wortwörtlich ins Leben zurück.
Bremen / Tiwi – Einige Tiere machen der Landwirtschaft zu schaffen. Doch während Hirten in Niedersachsen mit Wolfsrissen zu kämpfen haben, lauern anderswo noch deutlich größere Gefahren. Zuletzt hatten 40 Krokodile einen Farm-Besitzer getötet. Einem ähnlichen Schicksal hätte sich beinahe auch ein Rinderzüchter aus dem australischen Bundesstaat Northern Territory hingeben müssen. Doch als der Mann von einem 3,2 Meter langen Salzwasserkrokodil attackiert wurde, kämpfte er auf eher unkonventionelle, aber effektive Weise gegen das Raubtier an – und überlebt, wie ABC news berichtet.
„Wie eine Stoffpuppe“: Krokodil attackiert Mann und zieht ihn ins Wasser
Demnach ist der 65-Jährige mit dem Auto zu einer Wiese gefahren, wo er einen Zaun für seine Rinder befestigen wollte. Der Vorfall ereignete sich in der Nähe des Finniss River im Norden Australiens. Er stoppte bei einem sogenannten Billabong – also einem Wasserloch in einem Flusslauf – weil er bemerkte, dass sich Wasser und Fische zurückgezogen hatten.
Mit dem Raubtier habe der Mann jedoch in diesem Moment nicht gerechnet: „Das Wasser war zurückgegangen und das Tier lag im schmutzigen Wasser in der Mitte. Ich machte zwei Schritte und das Krokodil klammerte sich an meinen rechten Fuß“. Der Mann beschreibt den Angriff: „Es war ein heftiger Griff und erschütterte mich wie eine Stoffpuppe, zog sich zurück ins Wasser und zog mich hinein.“
Mann wehrt Krokodil mit Biss ins Augenlied ab
Die Lage war für den Rinderzüchter denkbar schlecht: „Ich befand mich in einer so unangenehmen Position“, sagte er ABC news. Der Aussichtslosigkeit zum Trotz, entschloss er sich, gegen den fast sicheren Tod zu wehren. Zunächst versucht er, das Tier zu treten, jedoch ohne großen Erfolg. Dann entschied er sich dafür, das Tier zu beißen. Seine schlechte Position wurde zum Glücksfall. Denn als er zubeißt, erwischt er genau das Augenlied dies Krokodils.
Der 65-Jährige beschreibt: „Es war ziemlich dick, als würde ich mich an Leder festhalten, aber ich riss sein Augenlid zurück und er ließ los.“ Daraufhin sei der Mann weggesprungen und zu seinem Auto gelaufen. „Er verfolgte mich eine Weile, vielleicht vier Meter, hielt dann aber an.“ Er ist sich sicher: „Wenn es mich woanders gebissen hätte, wäre es anders gewesen“. Erst vor kurzem befreite sich ein Mann in Australien aus einem Krokodil-Kiefer.
Mann überlebt Krokodilsangriff schwerverletzt
Dennoch wurde der Mann bei dem Angriff schwerverletzt und hat sich tiefe Wunden und starken Blutungen zugezogen. Mit einem Handtuch und ein Seil hat er sein verwundetes Bein verbunden, um die Blutung zu stoppen. Sein Bruder fuhr ihn anschließend 130 Kilometer weit in ein Krankenhaus: „Das größte Problem bestand darin, alle schlechten Bakterien aus der Wunde zu entfernen, also das ganze Billabong-Wasser voller Schlamm, Entenkot und Spuren von Krokodilszähnen“.
Zehn Tage lang haben die Ärzte um das Bein des Mannes gekämpft. Dafür erhielt er auch eine Hauttransplantation, die dazu führte, dass der Mann seine Zehen wieder spüren konnte. Die Ärzte glauben deshalb an eine vollständige Genesung des Mannes. Er soll noch in dieser Woche das Krankenhaus verlassen.
Doch der Schock sitzt weiterhin tief: „Es bedeutet, dass ich ändern muss, was ich tue. Ich bin zu lange durch dieses Sumpfland gelaufen, habe Zäune repariert und das Leben gelebt, aber der Vorfall hat mir die Augen geöffnet.“
