Der Supervulkan bei Neapel hat dafür gesorgt, dass eine Fähre vor der Hafenstadt Pozzuoli auf Grund gelaufen ist.
Pozzuoli - Der Supervulkan der Phlegräischen Felder versetzt seit Monaten die rund 350 000 Bewohner der Roten Zone in dem 16 Kilometer breiten Krater in Angst und Schrecken. Nächtliche Erdbeben lassen die Einheimischen in der Hafenstadt Pozzuoli im Süden Italiens nachts auf die Straßen rennen. Dampfwolken über den heißen Quellen sind in diesem Winter besonders mächtig, die CO2-Werte im Riesenkrater steigen, und der Boden wölbt sich jeden Tag weiter auf.
Supervulkan hebt Boden: Zunehmend ein Problem für die Schifffahrt in Italien
Das wird für die Schiffsart zunehmend ein Problem, vor allem bei hohem Seegang, der am Mittwoch (6. März) herrschte, wie Videos in den sozialen Netzwerken zeigen.
Seit 2011 ist das Niveau in Pozzuoli um 1,16 Meter gestiegen, gleichzeitig werden das Hafenbecken und die Fahrwasser vor der Stadt immer seichter. Am Mittwoch wurde das seichte Wasser für eine Fähre, die aus Ischia kam, zu einer echten Gefahr.
Fähren-Unglück wegen Supervulkan: Schiff lief an einer Untiefe auf Grund auf
Die Rosa D‘Abundo der Reederei Medmar war mit Lastwagen und Pkw beladen, als sie sich der Küste bei schwerer See näherte. Das Schiff wurde nach steuer- und backbord gekippt. In einem Moment, in dem es zur Seite kippte, bekam es Grundberührung. Die Rosa D‘Abundo war manövrierunfähig, die Reederei musste laut cronacaflegrea.it ein zweites Fährschiff schicken, um den Havaristen in den Hafen zu schleppen, damit die Fahrzeuge und die Passagiere von Bord gebracht werden konnten. Verletzt wurde niemand.
Supervulkan sorgt für Angst und Schrecken – diese Bilder zeigen die spektakulärsten Vulkanausbrüche Italiens
Dennoch wird bei Facebook heftig über den Vorfall diskutiert: „Sie sollten ernsthaft darüber nachdenken, etwas am Hafen zu unternehmen, je mehr Zeit vergeht, desto mehr Folgen wie diese werden wir haben“, schreibt ein User. Eine Frau schreibt: „Ich kann mich nicht erinnern, dass so etwas jemals passiert ist...“
Einen Schrecken gab es auch in Ischia, wo eine ungewöhnlich große Welle ein weiteres Fährschiff traf, das von Pozzuoli kam und kurz nach 16 Uhr im Hafen von Casamicciola eintraf. Zwei Lastwagen, die Baumaterialien geladen hatten, wurden durch das Zerbrechen der Befestigungsketten umgeworfen. Die beiden Lkw prallten gegen das Dach von zwei geparkten Autos.
Italien ist das Land mit den meisten aktiven Vulkanen auf dem europäischen Festland. Kürzliche hatten Forscher unter der Meeresoberfläche bislang unbekannte Vulkane nahe Sizilien entdeckt. Ansonsten sind der Stromboli auf der gleichnamigen Insel und der Ätna auf Sizilien fast ständig aktiv.