Laut Studie aus Israel

Neue Studie: 4. Impfung reduziert Durchbruchsinfektionen bei Omikron um zwei Drittel

+
Eine Studie aus Israel zeigt, dass die 4. Impfung gegen das Coronavirus das Risiko von Durchbruchsinfektionen bei Omikron um rund zwei Drittel senkt.
  • schließen

Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat eine Debatte um eine 4. Impfung angestoßen. Eine Studie aus Israel zeigt die Vorteile in Bezug auf Omikron auf.

Berlin/Jerusalem – Sollte die 4. Impfung gegen das Coronavirus für nahezu jeder Altersgruppe in Deutschland erlaubt sein? Eine Frage, die Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) bereits mit einem klaren „Ja“ beantwortet hat. Der Sozialdemokrat steht damit konträr zu Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko), welche die 4. Impfung bislang nur für bestimmte Gruppen, darunter Menschen ab 70 Jahren und in Pflegeeinrichtungen, empfiehlt. Die Erkenntnisse einer Studie aus Israel könnten nun neuen Wind in die Thematik bringen.

4. Impfung gegen Corona: Risiko von Durchbruchsinfektionen bei Omikron um zwei Drittel reduziert

Denn wie eine Datenauswertung von rund 30.000 Gesundheitsarbeitern in Israel zeigt, reduziert die 4. Impfung gegen Corona das Risiko einer Durchbruchsinfektion mit Omikron von 20 auf sieben Prozent in den ersten Wochen nach der Impfung. Wie unter anderem der MDR berichtet, bestätigt die neue Studie aus Israel im Kern den leichten, zusätzlichen Nutzen einer 4. Impfung. Diesmal für Angestellte in Kliniken und Krankenhäusern.

In Israel können sich Menschen, die in diesen Bereichen arbeiten, bereits seit Januar 2022 mit einer vierten Dose des Impfstoffs von Biontech/Pfizer gegen das Coronavirus impfen lassen. Es hätte sich gezeigt, dass sich das Risiko einer Durchbruchsinfektion mit Omikron in den Wochen nach der 4. Impfung um fast zwei Drittel reduzierte.

Studie aus Israel zur Relevanz der 4. Impfung gegen Corona: 3. Impfung führt zu mehr Impfdurchbrüchen

Veröffentlicht wurde die Auswertung hinsichtlich der Effekte der 4. Impfung in der wissenschaftlichen Zeitschrift JAMA Network Open. Insgesamt wurden 29.611 Mitarbeiter von elf israelischen Krankenhäusern einbezogen (65 Prozent Frauen, Durchschnittsalter 44 Jahre). Im August 2021 hatten diese bereits ihre Booster-Impfung erhalten. Von diesen 29.611 Menschen ließen sich im Januar 2022 zumindest 5.331 ihre nunmehr 4. Impfung verabreichen.

Die Studienautoren rund um Allon Moses verglichen dann, wer sich ab dem achten Tag nach der jeweils letzten Dosis trotz Impfung mit Omikron infizierte. Das Ergebnis: In der Gruppe mit drei Impfungen betrog die Quote der Impfdurchbrüche 20 Prozent. Bei der Gruppe, die bereits ihre 4. Impfung erhalten hatte, belief sich der Wert der Impfdurchbrüche, vor denen es Karl Lauterbach vor allem mit Blick auf Omikron BA.5 graut, hingegen nur auf sieben Prozent. Die 4. Impfung konnte das Risiko also um fast zwei Drittel senken.

4. Impfung gegen Corona vor allem für Menschen im Gesundheitswesen empfehlenswert

Es heißt, dass alle untersuchten Personen im Fall einer Durchbruchsinfektion mit Omikron leichte Krankheitsverläufe hatten. Die Autoren schreiben, dass ihre Ergebnisse ungefähr dem entsprechen würden, was schon andere Studien für ältere Menschen gezeigt hätten. Zwar würde die 4. Impfung den Schutz vor dem Coronavirus nicht so stark steigern, wie es bei der dritten Dosis der Fall ist. Doch könne sie vor allem für Krankenhausangestellte sinnvoll sein, um Personalengpässe zu verhindern.

Deshalb empfiehlt die Stiko in Deutschland auch eine vierte Impfung für Mitarbeiter von Gesundheitsberufen, die in aller Regelmäßigkeit Kontakt mit Patienten haben. Eine Empfehlung für alle Altersgruppen, wie sie von Karl Lauterbach ausgesprochen wird, lässt aber noch auf sich warten.

Kommentare