Techno am Krater

Skandal-Party auf Vulkan: Urlaubsinsel tobt – Deutscher blühen 200.000 Euro Strafe

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Ein Vulkan, ein DJ-Set und möglicherweise 200.000 Euro Strafe: Eine Deutsche veranstaltete eine Skandal-Party auf Fuerteventura.

Calderón Hondo – Zwei DJanes sorgten kürzlich für Aufruhr auf der beliebten Urlaubsinsel Fuerteventura, und sind nun in den Fokus der örtlichen Polizeibehörden geraten. Der Grund: Sie haben angeblich gegen Umweltgesetze verstoßen.

Die Hamburger DJane Nina Hepburn, bei ihrer Community bekannt für ihre mitreißenden Beats, sorgte bei ihrem jüngsten Auftritt auf Fuerteventura für wenig Begeisterung bei den örtlichen Behörden. Gemeinsam mit der niederländischen DJane Sisi Carini wählte sie als unkonventionelle Bühne den Krater des inaktiven Vulkans Calderón Hondo, was nicht nur ihre Fans, sondern vor allem die Umweltbehörden auf den Plan rief.

Party an Vulkan-Krater auf Fuerteventura: Umweltbehörden ermitteln wegen möglicher Umweltzerstörung

Denn der Calderón Hondo steht nicht nur unter besonderem Schutz, sondern befindet sich auch in unmittelbarer Nähe eines Vogelschutzgebiets. In einer Pressemitteilung der Verwaltungsbehörde von Fuerteventura heißt es: „Ansammlungen von Menschen außerhalb der zugelassenen Wanderwege führt zu Bodenerosion, die wiederum Auswirkungen auf die Landschaft hat.“ Und: „Übermäßiger Lärm verursacht auch Lärmbelästigung, die sich negativ auf gefährdete Arten in dem Gebiet auswirkt.“

Die örtliche Umweltbehörde leitete nun ein Verfahren wegen des Vorwurfs der Umweltzerstörung ein. David Fajardo, der für das Umweltressort der Stadtverwaltung von La Oliva zuständige Stadtrat, erklärte in einer Pressemitteilung der Gemeinde: „Wir müssen energisch handeln, damit sich so etwas nicht wiederholt.“ Besonders heikel sei die Tatsache, dass bei dem Live-Event auch zahlreiche Kameras und Drohnen Videos von dem Open-Air-Event machten. Diese verbreiten sich im Netz und würde zum Nachahmen animieren.

Der Vulkan Calderón Hondo: Hier haben DJane Nina Hepburn und Kollegin Sisi Carini hier eine Musik-Session veranstaltet.

DJ-Set auf dem Vulkan: Spanische Medien verurteilen Live-Event

Fajardo weiter: „Wir werden nicht zulassen, dass sich weiterhin das Bild verbreitet, dass man auf Fuerteventura alles machen kann, was man will. Unsere Landschaften und Schutzgebiete sind da, um genossen zu werden, ja, aber mit Respekt. Wir von der Tourismus- und Umweltabteilung von La Oliva arbeiten sehr hart daran, diejenigen, die uns besuchen, zu informieren und zu sensibilisieren. Information steht immer an erster Stelle. Aber in Fällen wie diesen müssen wir entschlossen handeln und mit Sanktionen ein Zeichen setzen.“

Experten der Umweltbehörde prüfen nun die entstandenen Schäden, die bei erheblichen Verstößen mit Strafen von 3.000 bis 200.000 Euro geahndet werden können. Auch die lokale Presse ließ mit ihrer Kritik nicht lange auf sich warten und sprach sogar von einem „Attentat auf die Umwelt“.

Nina Hepburn bezieht Stellung: „Kein Rave, sondern ein erlaubtes Live-Stream DJ-Set“

Auf Nachfrage der Fuerteventura Zeitung betont die beschuldigte Musikerin Nina Hepburn, dass es sich keineswegs um einen illegalen Rave, sondern um ein genehmigtes Live-Stream-DJ-Set handelte. Sie sagt: „Das ist vollkommen erlaubt, da das Filmen in der Öffentlichkeit gestattet ist. Wir hatten nur zwei Monitorlautsprecher für den DJ, waren nicht laut und haben in keiner Weise die Natur gestört.“

Die Hamburgerin weiter: „Wir waren bereits wieder unten, bevor es dunkel wurde. Wir haben keinen Müll hinterlassen. Wir haben die Natur nicht gestört, und dieser Naturpark ist für die Öffentlichkeit zugänglich. Es ist erlaubt, dass jeder zu dieser Zeit dort sein darf. Wir waren dort mit unseren Freunden und haben nichts weiter organisiert, nichts Verbotenes getan und sicherlich keinen Rave veranstaltet. Es gibt einen signifikanten Unterschied zwischen einem Live-DJ-Stream und der Organisation einer illegalen Veranstaltung, die gemeinhin als Rave bezeichnet wird.“ (ls)

Rubriklistenbild: © Screenshot/Instagram

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