Naturkatastrophe

Vulkanausbruch auf Island droht: Vulkanologe befürchtet „unmittelbar bevorstehende Eruption“

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  • Kilian Bäuml
    Kilian Bäuml
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Anhaltende Erdbeben erschüttern Island. Nahe der Hauptstadt Reykjavik ordneten Behörden die Evakuierung von Grindavik an. Die Angst vor einem Vulkanausbruch nimmt zu.

Update vom 13. November, 6.20 Uhr: Auf Island herrscht Ausnahmezustand. „Die Eruption könnte in den kommenden Stunden stattfinden. Oder die Bewegung der Lava bis zur Oberfläche bei Grindavík könnte auch aufhören“, schreibt Islands Ólafur Ragnar Grímsson auf der Plattform X. „Das Pendel schwingt zwischen völliger Katastrophe und völliger Sicherheit.“

Die Stadt Grindavík ist bereits in der Nacht zum Samstag evakuiert worden. Alle Zufahrten in den 3700-Einwohner-Ort sind gesperrt. Auf Fotos in den sozialen Netzwerken ist zu sehen, wie sich Risse in den Straßen und Häusern gebildet haben. Die seismische Aktivität sei in den vergangenen Stunden deutlich zurückgegangen (Erdbeben unter der Stärke von 3,0). Auch habe sich die Verformung der Oberfläche in den vergangenen 24-Stunden laut GPS-Daten verlangsamt, heißt es in einem aktuellen Bericht des Icelandic Met Office. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass sich Magma der Oberfläche nähert.

Vulkanausbruch auf Island droht: Vulkanologe befürchtet „unmittelbar bevorstehende Eruption“

Update vom 12. November, 17.44 Uhr: In Island steigt die Angst vor einem Vulkanausbruch. Informationen des Icelandic Meteorological Office (IMO) zufolge zeigen „Modelle (...) eine 15 km lange Magmaintrusion, die sich nordwestlich von Grindavík befindet“. Gemeint ist damit ein unterirdischer, aktiver Lavafluss.

„Deshalb sprechen wir leider von einer unmittelbar bevorstehenden Eruption. Die wahrscheinlichste Ausbruch-Stelle scheint sich innerhalb der Grenzen der Stadt Grindavík zu befinden“, erklärte Thor Thordason, Professor für Vulkanologie an der Universität von Island, gegenüber der BBC.

Ein Vulkanausbruch in Island könnte kurz bevorstehen. Erst vor einigen Jahren kam es auf Island zu einem erneuten Ausbruch des Vulkans Fagradalsfjall und Geldingadalir. (Archivbild)

Stadt in Island evakuiert: Experte sieht Zeichen für bevorstehenden Vulkanausbruch

In dem betroffenen Gebiet wurde deshalb der Notstand ausgerufen. Die Stadt Grindavík wurde evakuiert. Seit gestern Nacht wurden mehr als Tausend Erdbeben in der Region verzeichnet. Und – zumindest laut einem Post des Vulkanologen Bill McGuire auf X (ehemals Twitter) – sollen die Intervalle zwischen den Beben kürzer werden.

„Erdbeben finden jetzt alle 30 Sekunden oder sogar noch häufiger statt. Es dauert eventuell nicht mehr lange..........“, schreibt er und bezieht sich dabei auf Daten der Webseite lavacentre.is. Die Seite befasst sich mit der Live-Überwachung von Erdbeben und Vulkanen in Island.

Hunderte Erdbeben in der Nacht in Island verzeichnet – Vulkanausbruch nach wie vor möglich

Update vom 12. November, 11 Uhr: Die Erdbebenserie auf Island dauert an. In der Nacht auf Sonntag registrierten die Behörden etwa 880 Erdbeben, wie der Sender RUV berichtete. Zwar seien alle Erschütterungen unter der Stärke von 3,0 geblieben, dennoch kann es weiterhin auf der Reykjanes-Halbinsel südwestlich der Hauptstadt Reykjavik zu einem Vulkanausbruch kommen. Daten aus der Nacht zeigten zunächst keine Veränderung der Magma-Kammern, die Aktivität nähere sich der Oberfläche aktuell nicht.

Island wird von einer Serie tausender Erdbeben heimgesucht. Ein Vulkanausbruch wird immer wahrscheinlicher.

Erdbebenserie auf Island – Vulkanausbruch wahrscheinlich innerhalb der nächsten Tage

Erstmeldung vom 11. November, 9.58 Uhr: Reykjavik – In den vergangenen Tagen kam es in Island zu tausenden Erbeben, inzwischen wird auch ein Vulkanausbruch befürchtet. Dieser könnte sich laut der isländischen Wetterbehörde IMO „in einigen Tagen“ ereignen. Im Südwesten des Landes wurde deshalb der Notstand ausgerufen. Auf der Insel befinden sich dutzende aktive Vulkane, ein Ausbruch könnte verheerend sein.

Wegen der anhaltenden schweren Erdbebenserie auf Island warnen die Behörden auf der Insel vor noch stärkeren Beben und einem möglicherweise bevorstehenden Vulkanausbruch. Die Erschütterungen in der Nähe des Ortes Grindavík könnten noch heftiger werden und letztlich zu einer Eruption führen, teilte die isländische Polizei am Freitagabend mit. Vorsichtshalber sei die Evakuierung der Ortschaft angeordnet worden. Es werde geprüft, ob sich das Magma der Erdoberfläche nähere. In den vergangenen drei Jahren war es jedes Jahr zu einem Vulkanausbruch bekommen.

Die Wetterbehörde stellte nach eigenen Angaben eine Ansammlung von Magma etwa fünf Kilometer unterhalb der Erdoberfläche fest. Sollte sich das Magma in Richtung der Oberfläche bewegen, könnte dies zu einem Vulkanausbruch führen. Laut der isländischen Wetterbehörde Vedurstofa seien die aktuellen Anzeichen vergleichbar mit den Vorboten der ersten Eruption am Vulkan Fagradalsfjall im Jahr 2021. Auch die seismische Aktivität sei ähnlich wie bei dem Ausbruch vor drei Jahren. Das Magma erreiche wahrscheinlich innerhalb der nächsten Tage die Erdoberfläche.

Wegen der Erdbeben und dem drohenden Vulkanausbruch wurden bereits Touristen-Attrackionen wie die Blaue Lagune gesperrt.

Hunderte Erdbeben in Island – Ort nahe Reykjavik evakuiert

Am Freitag wurden etwa 800 Beben rund drei Kilometer nördlich des 4000-Einwohner-Ortes Grindavik auf der Reykjanes-Halbinsel gemessen. Nach vorläufigen Angaben der Wetterbehörde hatte das stärkste dieser Beben eine Stärke von 5,2. Die Polizei schloss eine Verbindungsstraße nach Grindavik, die durch die Beben beschädigt worden war. Weiter rief die Polizei eine Gefahrenlage (hættustig) aus. Diese Stufe des Warnsystems bedeutet, dass die Behörden eine zunehmende Gefahr sehen und Maßnahmen ergriffen werden, um die Sicherheit der Menschen in dem Gebiet zu gewährleisten.

LandIsland
OrtGrindavik (40 km von Reykjavik)
Stärke des Erbeben5,2
BefürchtungVulkanausbruch

Der Ort Grindavik befindet sich etwa 40 Kilometer entfernt der Hauptstadt Reykjavik, in der rund 120.000 Menschen leben. Die Erschütterung konnte man dort und an der Südküste des Landes noch spüren. Seit Ende Oktober wurden nach Angaben der IMO auf der Reykjanes-Halbinsel rund 24.000 Erdstöße gemessen. (kiba/dpa/afp)

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